Einstiger Ammann gewählt
10.03.2026 Region Unterfreiamt, Büttikon, WahlenBüttikon wählt Roland Frei als neuen Gemeinderat und auch gleich als Vizeammann
Budget samt Steuerfuss. Grösserer Raumbedarf der Schule. Und ein sofortiger Rücktritt im Gemeinderat. Büttikon hat aufwühlende Monate hinter sich. Nachdem vor ...
Büttikon wählt Roland Frei als neuen Gemeinderat und auch gleich als Vizeammann
Budget samt Steuerfuss. Grösserer Raumbedarf der Schule. Und ein sofortiger Rücktritt im Gemeinderat. Büttikon hat aufwühlende Monate hinter sich. Nachdem vor zwei Wochen das Budget genehmigt wurde, ist nun auch der Gemeinderat wieder komplett. Gewählt ist Roland Frei.
Annemarie Keusch
Er scheut sich nicht davor, Klartext zu reden. Das hat Roland Frei an der «Gmeind» im November und auch an der ausserordentlichen «Gmeind» vor zwei Wochen deutlich gezeigt. Und er hält auch mit Kritik am Gemeinderat nicht zurück. Nun ist er Teil ebendieses Gemeinderates. «Darin sehe ich kein Problem. Es ist an allen fünf Ratsmitgliedern, aufeinander zuzugehen und daran zu arbeiten und miteinander in die Zukunft zu gehen.» Und diese Zukunft bringt einiges an Herausforderungen mit sich – allen voran im Bereich des Schulraums.
Angesprochen darauf, was ihm als neu gewählter Gemeinderat wichtig ist, geht Frei aber nicht auf einzelne Projekte ein. «Kommunikation», sagt er. Der Vertrauensverlust in den Gemeinderat seitens der Bevölkerung sei an der «Gmeind» im November deutlich spürbar geworden. «Dieses Vertrauen gilt es wieder aufzubauen, mittels klarer und transparenter Kommunikation.» Die Bevölkerung müsse mitgenommen und dürfe nicht überfordert werden. «Gerade im Bereich der Finanzen», ist Frei überzeugt.
Jeweils drei Stimmen über absolutem Mehr
Zuversichtlich sei er gewesen mit Blick auf den Wahltag in Büttikon. Auch wenn sich drei Kandidaten für den einen freien Sitz zur Wahl stellten, «wäre ich enttäuscht gewesen, wenn ich es nicht geschafft hätte». Nachdem er sich an der «Gmeind» exponierte, habe er viel Zuspruch erfahren. «Ich fühlte mich getragen.» Und er weiss um einen Vorteil, den Michele Cioffi und Markus Hiebl, die anderen Kandidaten, nicht hatten. Um die Jahrtausendwende engagierte sich Roland Frei bereits im Gemeinderat, war sogar Vizeammann. «Ich bringe Erfahrung mit, vielleicht hat das den Ausschlag gegeben.» Er sei froh, nun erneut im Gemeinderat mitarbeiten und das Dorf in ruhigere Gewässer führen zu dürfen. Gegenüber den anderen beiden Kandidaten hat Frei mit seinen 200 Stimmen deutlich mehr erreicht (Cioffi 114, Hiebl 76). Knapp wurde es aber hinsichtlich des absoluten Mehrs. Dieses übertraf er nur um drei Stimmen. «Ich bin einfach froh, dass es schon im ersten Wahlgang gereicht hat. Schliesslich haben wir keine Zeit zu verlieren und wollen loslegen.» Das geschieht schon heute Abend, wenn Roland Frei an der ersten Gemeinderatssitzung teilnimmt.
Dann wird Roland Frei nicht nur als Gemeinderat, sondern auch als frisch gewählter Vizeammann am Tisch sitzen. Mit 174 Stimmen liess er die bisherige Gemeinderätin Désirée Widmer-Hübscher (135 Stimmen) hinter sich und übertraf das absolute Mehr von 171 Stimmen ebenfalls knapp. Sein Fazit: «Für mich war klar, dass ich gleich für beide Ämter kandidiere. Nun bin ich froh darüber, beide Wahlen geschafft zu haben.» Er verspüre ebenfalls eine gewisse Genugtuung und freue sich auf die anstehenden Aufgaben.
Enttäuschter Cioffi, zufriedener Hiebl
Markus Hiebl steht mit 76 Stimmen mit dem schlechtesten Resultat da. «Enttäuscht bin ich nicht», sagt er. «Es ist der Richtige gewählt worden.» Weil Frei bereits Erfahrung als Mitglied der Exekutive hat. «Hätte ich gewusst, dass er kandidiert, wäre ich wohl nicht angetreten.» Aber Hiebl meldete sich, wie er es schon bei den Gesamterneuerungswahlen im letzten Herbst machte. Damals erreichte er das absolute Mehr, war aber überzählig. Nach der zweiten Kandidatur und der Nichtwahl ist für Hiebl klar: «Dieses Kapitel ist für mich nun abgeschlossen.» Sich einbringen, das will er aber weiterhin. Als langjähriger Präsident der Schützen ganz allgemein im Dorfleben. Aber auch in der Baukommission Schulraumerweiterung, für die er sich bewarb.
Anders ist die Gefühlslage bei Michele Cioffi. «114 Stimmen, das ist kein schlechtes Resultat, zumal ich bisher politisch wenig in Erscheinung trat im Dorf. Dennoch, im ersten Moment war ich enttäuscht, die Wahl nicht geschafft zu haben.» Schon einige Stunden später sei das aber verarbeitet gewesen «und ich wünsche dem neuen Gemeinderat ganz viel Glück». Er sei gespannt, wie es weitergehe, gerade im Hinblick auf die grossen Investitionen für mehr Schulraum. «Wenn es wirklich wieder um die Sache und um die beste Lösung für unser Dorf geht, dann arbeite ich gerne mit», sagt Cioffi. Auch er bewarb sich für ein Engagement in der Baukommission Schulraumerweiterung. «Ganz sicher werde ich die politischen Entscheidungen im Dorf weiterverfolgen.» Er hoffe, dass das Dorf zur Ruhe komme und sich wieder vereine. Ausschliessen, bei allfälligen nächsten Ersatz- oder Gesamterneuerungswahlen wieder zu kandidieren, das will Michele Cioffi nicht. «Wenn es die berufliche Situation zulässt. Spannend wäre das Amt ganz sicher.»
Die Stimmbeteiligung lag übrigens bei 54,1 Prozent. «Erfreulich», sind sich alle drei Kandidaten einig.

