Für Kontinuität im Umbruch
11.07.2025 Bremgarten, WahlenStadtrat-Gesamterneuerungswahlen: Stephan Troxler, Daniel Sommerhalder und Claudia Bamert präsentieren sich als Team
Vergangene Woche gaben die drei wieder antretenden Bisherigen bekannt, in welcher Formation sie dies zu tun gedenken. Nun sprechen sie über ihre ...
Stadtrat-Gesamterneuerungswahlen: Stephan Troxler, Daniel Sommerhalder und Claudia Bamert präsentieren sich als Team
Vergangene Woche gaben die drei wieder antretenden Bisherigen bekannt, in welcher Formation sie dies zu tun gedenken. Nun sprechen sie über ihre Beweggründe, offenbaren, weshalb Stephan Troxler als Ammann kandidiert und wie sie sich die Zukunft vorstellen.
Marco Huwyler
Stephan Troxler als Stadtammann, Daniel Sommerhalder als dessen Vize und Claudia Bamert weiterhin als Vorsteherin des BKS. Vor acht Tagen kommunizierten die drei bisherigen Stadträte, wie sie in die Wahlen am 28. September steigen. Was als karger Teil eines Pressebulletins daherkam, Seite an Seite mit der Leinenpflicht für Hunde oder den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek, war die Antwort auf eine Frage, die das politische Bremgarten seit mindestens einem halben Jahr umtreibt – und über das sich auch die drei Protagonisten selbst monatelang die Köpfe zerbrochen hatten.
«Wir haben wirklich alle mit uns und dieser Entscheidung gerungen und alle Szenarien durchgespielt», sagt Sommerhalder. Und ergänzt lächelnd. «Wer daran zweifelt, braucht bloss einmal meine Frau zu fragen.» Sommerhalder und Bamert hätten sich das Amt des Ammanns durchaus auch vorstellen können. Doch letztlich hat man sich im Trio gemeinsam für eine einvernehmliche Lösung entschieden. «Auch wenn mir eine interne Gegenkandidatur nichts ausgemacht hätte», wie Troxler betont. Bamert und Sommerhalder haben sich aber auch ihren Ressorts zuliebe dagegen entschieden. Und so ist Troxler der bisher einzige Kandidat, der in die Fussstapfen des nach 15 Jahren abtretenden Raymond Tellenbach treten will.
Generationenwechsel kommt
Wobei es durchaus auch hätte sein können, dass Bremgarten zum jetzigen Zeitpunkt ganz ohne Ammann-Aspirant dasteht. Das letztlich angenommene Traktandum an der «Gmeind» vor einem Monat, das eine Anpassung der Pensen und Löhne forderte, war mitentscheidend für die Absichten der Bisherigen. Das geben sie heute unumwunden zu. Im Falle einer Ablehnung wäre es schwierig geworden mit der Besetzung der Ämter. «Von uns hätte dann wohl niemand als Stadtammann kandidiert», sagt Troxler. Und Claudia Bamert räumt ebenfalls ein, dass die nun eingestandene Pensenerhöhung für das BKS (Bildung, Kultur und Sport) für sie eine Voraussetzung war, um in diesem zeit- und arbeitsintensiven Departement weiterzumachen. «Die Bevölkerung hat uns aber mit der Annahme am 12. Juni auch viel Vertrauen ausgesprochen», sagt sie. «Jetzt wollen und müssen wir dieses auch zurückzahlen und entsprechend Verantwortung übernehmen.»
Die drei Bisherigen möchten in ihren alten und neuen Funktionen für Kontinuität stehen in einer Behörde, die sich nach dem Abgang der beiden Amtsältesten und ihrer bekleideten hohen Ämter, unvermeidlich auch stark wandeln wird. «Es ist auch ein Generationenwechsel», sagt Troxler, der mit seinen 53 Jahren der Älteste der Bisherigen ist – aber damit 17 Jahre jünger als sein potenzieller Ammann-Vorgänger Raymond Tellenbach.
Kollegialität vorleben
Die drei Bisherigen sehen sich als gut funktionierendes Team, das betonen sie immer wieder. «Wir kennen und schätzen uns alle schon lange», sagt Troxler. «Mit Claudia stand ich als Kind schon gemeinsam auf den Ski und Dani habe ich als Jungwachtleiter kennengelernt.» Entsprechend sei der Umgang untereinander. «Wir sind uns zwar bei Weitem nicht immer einig», sagt Bamert. «Reibungspunkte sind für ein Stadtratsgremium auch Pflicht, da wir ja die ganze Bevölkerung mit all ihren Interessen vertreten wollen.» Doch das Wichtigste sei, dass man sich mit Respekt begegne und versuche, einen Konsens zu finden. «Und selbst wenn dies nicht gelingt, muss man als in der Abstimmung unterlegener Stadtrat in der Lage sein, den Entscheid gegen aussen überzeugend mitzutragen. Wir glauben, dass wir drei diese Regierungsarbeit ein Stück weit vorleben können», sagt Sommerhalder. Auch im Hinblick auf zwei weitere Stadträte, die – falls die Bisherigen alle bestätigt werden – neu zum Gremium stossen. «Wir freuen uns auf neue Köpfe und darauf, hoffentlich mit ihnen ein neues Team für Bremgarten bilden zu dürfen», sagt Bamert. Und Sommerhalder ergänzt. «So ein Umbruch ist auch immer eine grosse Chance. Denn die Neuen sind noch nicht betriebsblind. Wenn man sich da nicht verschliesst, können Verbesserungen resultieren.»
«Kennen keine Bürozeiten»
Nichtsdestotrotz befinden die drei Bisherigen, dass auch sie in ihren teils neuen Rollen bereits für einigen frischen Wind sorgen können. «Wir möchten in der Kommunikation noch spürbarer werden für die Bevölkerung», sagt Bamert. «Wir wollen die Menschen spüren und bei ihren Anliegen abholen. Man darf uns deshalb auch im Alltag gerne ansprechen auf den Gassen und Strassen. Als Stadträte kennen wir keine Bürozeiten und keine Berührungsängste», lächelt sie.
Auch Troxler betont, dass man im Stadtrat möglichst die ganze Bevölkerung mitnehmen wolle. «Wir wollen alle Stakeholder in diesen herausfordernden Zeiten an Bord holen und mitentscheiden lassen.» Das sei das A und O einer gelungenen Regierungspolitik in seinen Augen. Man müsse auch offen dafür sein, innovative Ideen von aussen zuzulassen und zu prüfen, das betonen alle drei Bisherigen. Wobei es ihnen auch selbst nicht an Projekten und Anliegen mangelt, die sie weiterführen oder angehen wollen. «Wenn wir alle drei gewählt werden, ist auch dafür gesorgt, dass wichtige Sachgeschäfte mit Kontinuität und gut eingespielt mit der Verwaltung vorangetrieben werden können», sagt Troxler. Sommerhalder liegt etwa weiterhin die Jugendarbeit am Herzen, während er sich gleichzeitig dem Altersangebot im Städtli widmen will, wo entsprechende Projekte bereits aufgegleist sind. Bamert dagegen hat sich nicht zuletzt für einen angestrebten Verbleib im BKS entschieden, damit an den Bremgarter Schulen nach dem Abgang des langjährigen Schulleiters weiterhin ein gewisses Mass an Kontinuität gewährleistet ist. «Darüber hinaus würde ich in meinem Departement in der kommenden Legislatur sehr gerne das Projekt Kultursekretariat angehen», sagt sie.
Kein grosser Wahlkampf
Damit sie ihre Vorstellungen verwirklichen können, müssen die drei Bisherigen aber selbstredend erst mal gewählt werden. Sommerhalder, Troxler und Bamert steigen gemeinsam in den Wahlkampf – wenn man dem dann so sagen kann. So ist nämlich bisher einzig ein gemeinsamer Flyer geplant. «Auf eine grossangelegte Kampagne werden wir verzichten», sagen sie. «Wer sich in Bremgarten für die Lokalpolitik interessiert, kennt unsere Gesichter schliesslich mittlerweile und wofür sie stehen.»