«Füreinander da sein»
09.01.2026 Bremgarten, PolitikBremgarten läutet im Zeughaussaal das neue Jahr ein
Der traditionelle Neujahrsapéro am Dreikönigstag ging humorvoll, gesellig und herzlich über die Bühne. Während die drei Könige des Jahres gekrönt wurden, zeigte sich der Stadtrat ...
Bremgarten läutet im Zeughaussaal das neue Jahr ein
Der traditionelle Neujahrsapéro am Dreikönigstag ging humorvoll, gesellig und herzlich über die Bühne. Während die drei Könige des Jahres gekrönt wurden, zeigte sich der Stadtrat erstmals in seiner neuen Besetzung in der Öffentlichkeit.
Marco Huwyler
«Eine wämmer no», tönte es für alle hörbar aus dem Publikum, als die «Siebäsiächä» unter grossem Applaus soeben ihre dritte musikalische Darbietung beendet hatten und schon zum Apéro überleiten wollten. «Das waren aber alle, die wir konnten», die humorvolle Antwort der drei Musiker, welche bei den rund 100 gekommenen Gästen im Zeughaussaal für Belustigung sorgte. Tatsächlich hatten die «Siebäsiächä» nicht viel Zeit gehabt, ein Abendprogramm einzustudieren. «Wir haben sie erst gestern gefragt, ob sie einspringen können», erzählt HGV-Präsident Michael Stöckli. Der Grund für derlei Kurzfristigkeit – die eigentliche Musikerin des Abends, Dana Rose, lag krank im Bett. Die fröhliche Volksmusik der «Siebäsiächä» mit Handorgel und Kontrabass entpuppte sich aber als vorzüglicher Ersatz und fügte sich bestens ein in die lockere Stimmung des Abends.
Das Schaudern am Neujahrsmorgen
Wobei es auch nachdenkliche Momente gab am Dreikönigsabend im Zeughaussaal. Stephan Troxler bat die Anwesenden zu Beginn seiner Ansprache um einen Moment der Stille – der Opfer des tragischen Unglücks in Crans-Montana wegen. Die Katastrophe ist dem neuen Ammann besonders eingefahren am Neujahrsmorgen, weil er bei den Silvester-Feierlichkeiten noch über die potenziellen Auswirkungen eines Brandes im Städtli für ihn als Neo-Ammann geflachst hatte. «Da hatte ich Gänsehaut, als ich am 1. Januar meinen Walliser Amtskollegen an der Pressekonferenz sah.» Neben Troxler am Rednerpult hatte man eine Kerze angezündet, als Zeichen der Trauer und Solidarität. Solche Anlässe würden auch Anlass zum Zusammenhalt bieten – schweizweit, aber auch auf Gemeindeebene, fand Troxler in seiner ersten offiziellen Rede als Stadtammann. «Und dieser Zusammenhalt ist da in Bremgarten.» Das sei bereits am Silvesterabend beim Spittelturm zu spüren gewesen, wo sich trotz Eiseskälte ein stattliches Grüppchen zusammengefunden habe, um traditionsgemäss gemeinsam auf das neue Bremgarter Jahr anzustossen. «In jenem Augenblick wurde sich nicht nur in unserem Städtli, sondern weltweit millionenfach Glück gewünscht», fuhr Troxler fort, um anschliessend über die Dauerhaftigkeit und Wesensart dieses Begriffs zu sinnieren. «Können wir unser Glück beeinflussen?», fragte er rhetorisch ins Rund. «Jein – es ist nicht planbar, aber wir können die Bedingungen schaffen, dass es mit höherer Wahrscheinlichkeit auftritt», befand der neue Stadtvater. Und ebendieser Abend im Zeughaussaal am Dreikönigstag sei eine Gelegenheit für solches. «Es ist ein Abend, an dem wir alle etwas für unsere Beziehungen tun – und diese wiederum sind massgeblich entscheidend für Glück.» Und in diesem Sinne leiste jeder Anwesende gerade viel für seine eigene und die kollektive Bremgarter Glückseligkeit.
Stolz auf die Lebensqualität
«Versuchen wir, füreinander da zu sein und das Leben in unserer Stadt aktiv mitzugestalten», meinte Troxler. Schliesslich sei dieses auch überaus lebenswert. «Gerade kürzlich war wieder zu lesen, dass Bremgarten in einem Ranking in puncto Siedlungsqualität von 197 Gemeinden auf Platz 1 liegt», erinnerte der neue Ammann stolz. «Das spricht auch für uns. Solche Platzierungen sind weder Zufall noch Selbstläufer.» Dennoch böten Veränderungen – zum Beispiel jene im Bremgarter Stadtrat – auch Perspektiven und neue Möglichkeiten. «Aber ich bitte um die nötige Zeit dafür.» Troxler versprach eine Politik der Volksnähe und kurzen Wege. «Denn alltägliche Themen machen letztlich den Unterschied», ist er überzeugt. Nachdem er den Gesamtstadtrat anschliessend auf die Bühne gebeten hatte, dankte der neue Stadtammann für Vertrauen und Geduld. Und schloss mit den Worten: «Guets Neus euch allen!»
Reichlich Zuschlag
Danach folgte der gesellige Teil. Drei neue Bremgarter Könige wurden gekürt. Das Anstossen liess sich niemand nehmen. Die Gekommenen nahmen sich die Worte des neuen Ammanns zu Herzen und betrieben eifrig Beziehungspflege. Und die Musiker der «Siebäsiächä», welche nach der Rede Troxlers ihren Auftritt hatten, spielten im Übrigen nach dem offiziellen musikalischen Teil nicht nur noch ein Lied als Zugabe wie gefordert – sie begleiteten das fröhliche Treiben und den herzlichen Austausch noch eine ganze Weile musikalisch im Hintergrund. So trugen auch sie das Ihrige zu einem gelungenen Auftakt ins neue Bremgarter Jahr bei, mit dem nicht nur die Organisatoren von HGV und FAB und die Lokalpolitiker, sondern alle Gekommenen zufrieden sein konnten.



