Gastgeber für Generationen
15.07.2025 Region Oberfreiamt, GewerbeDas Restaurant Krähenbühl in Mühlau ist Geschichte, neu entsteht ein Blumen-Café
Beatrice und Arthur Blaser haben 36 Jahre in ihrem Restaurant Krähenbühl gewirtet. Seit Ende Juni haben sie nun geschlossen. Jetzt verkaufen sie ihr Inventar und ...
Das Restaurant Krähenbühl in Mühlau ist Geschichte, neu entsteht ein Blumen-Café
Beatrice und Arthur Blaser haben 36 Jahre in ihrem Restaurant Krähenbühl gewirtet. Seit Ende Juni haben sie nun geschlossen. Jetzt verkaufen sie ihr Inventar und die Dekoartikel, für die sie bekannt sind. Er geht in Pension, sie arbeitet weiter.
Verena Anna Wigger
Schon zu Beginn ihrer Tätigkeit als Gastgeber im Restaurant Krähenbühl in Mühlau kamen Gäste und buchten für das Taufessen ihrer Kinder. Dass diese Kinder eine Generation später wieder zur Taufe das «Krähenbühl» wählten, kommt nicht von ungefähr. Die gute Küche, die angenehme Gastlichkeit und das Willkommensein gehören seit Langem zum Ruf im Landgasthof. So wurden aus Gästen über die Jahre Stammgäste.
Mit Qualität und Herzlichkeit überzeugt
Das «Krähenbühl» liegt nicht an der Hauptstrasse, jedoch an der Bahnschiene, gut eingebettet in den Weiler oberhalb von Mühlau. Die Mund-zu-Mund-Empfehlung brachte immer wieder neue Gäste. Unabhängig davon, ob es sich um einen einfachen Imbiss oder um ein Festessen handelte. Koch und Besitzer Arthur Blaser und seine Frau und Gastgeberin Beatrice Blaser haben den Betrieb geführt, wie es für sie und ihre Gäste richtig war. Gute Küche, gepflegter Service und eine immer schöne Dekoration sind das Markenzeichen des «Krähenbühl». So wurden aus Gästen auch Freunde. Ein Teil davon ist über die Arbeit hinaus und auch nach der Schliessung des Restaurants geblieben.
Über die Zeit zur Heimat geworden
Die beiden Vollblut-Gastronomen kommen eigentlich aus ganz anderen Teilen der Schweiz. Sie ist Solothurnerin und er Schwyzer. Doch nach der langen Zeit im Freiamt ist dies ihre Heimat geworden. Da wird die Hand zum Gruss gehoben, wenn ein Nachbar vorbeifährt.
Das Haus, in dem sich das Restaurant befindet, stand damals zum Verkauf und sie haben es vor 36 Jahren erworben.
Betrieb geschlossen
Seit Ende Juni ist das Restaurant Krähenbühl Geschichte. Arthur Blaser, der im Pensionsalter ist, wird das Haus renovieren. Er als gelernter Maurer sieht genügend Arbeit, die auf ihn wartet. Die auch, weil sein Bruder auch immer wieder Verstärkung sucht in seinem Betrieb. Blaser, der sich all die Jahre zusammen mit seiner Frau um den Betrieb gekümmert hat, freut sich darauf, sein Leben künftig ungezwungener anzugehen. Beatrice Blaser wiederum wird künftig in einem kleinen Pensum arbeiten. Sie hat eine Stelle in der Gastronomie gefunden. Sie identifiziert sich mit dem Betrieb, freut sich aber auch, die Verantwortung der Leitung abgeben zu können. «Am Abend nach Hause gehen, ohne noch weiter zu planen», wie sie sagt.
Emotionen zum Abschied
Beatrice Blaser sagt: «Bei mir sind schon Emotionen da. Mein Mann kann dies lockerer nehmen.» Ihr mache es mehr aus, dass sie jetzt geschlossen haben. Die Stammgäste hätten viel Verständnis gezeigt. Doch Beatrice Blaser vermisst sie bereits. «Dabei war klar, dass wir schliessen. Die Dankbarkeit, dass wir all die Jahre unsere Gäste bewirten durften, die bleibt», sagen sie. Auch die Wertschätzung, welche sie durch ihre Gäste erfahren haben, bleibt über die Zeit hinaus.
Öffentlicher Verkauf am Mittwoch, 16. Juli, ab 17 Uhr
Ganz geschlossen wird der Betrieb nicht. Aus der Gaststube wird künftig ein Blumen-Café. Priska Häfliger aus Beinwil verlegt ihren Blumenladen nach Mühlau, da ihr bekanntes und beliebtes Ladenlokal in Beinwil einer anderen Nutzung weichen wird.
Vorerst dient der Gastraum dafür, dass alle Küchen- und Dekoartikel präsentiert werden. Denn alles, was in den vergangenen Jahren für einzelne Festtage oder Jahreszeiten verwendet wurde, verkaufen die Wirtsleute nun. Auch das Besteck, Geschirr, Gläser und viele Küchenartikel können erworben werden. Einiges ist schon weg. Doch die beiden Gastronomen haben entschieden, am Mittwoch, 16. Juli, von 17 bis 20 Uhr nochmals einen öffentlichen Verkauf zu veranstalten. Und es hat wirklich alles. Vom beliebten Besteck über eine grosse Anzahl Teller bis zu den unvermeidbaren Küchenhelfern – alles darf weg. Einzige Bedingung: Es wird bar bezahlt.

