Gesang und zwielichtiges Treiben
27.01.2026 Region Oberfreiamt, Benzenschwil, Musik, TheaterDer Männerchor Benzenschwil und seine Theatergruppe verbreiten Lebensfreude
Von falsch gebogenen Gipfeli, angeschossenem Schlachtvieh und einer Reise nach Italien: Am vergangenen Samstag feierten der Männerchor und die Theatergruppe Benzenschwil eine gelungene ...
Der Männerchor Benzenschwil und seine Theatergruppe verbreiten Lebensfreude
Von falsch gebogenen Gipfeli, angeschossenem Schlachtvieh und einer Reise nach Italien: Am vergangenen Samstag feierten der Männerchor und die Theatergruppe Benzenschwil eine gelungene Premiere.
Die Schuhe sind poliert, die Krawatten akkurat gebunden und die bordeauxroten Gilets geknöpft: Es ist eine Augenweide, wie sich die 17 Herren des Männerchors Benzenschwil unter der Leitung von Dirigent René Amstutz auf der Bühne präsentieren. Man glaubt ihnen, wenn sie von Demut, Heimatverbundenheit und Sehnsucht singen, ist berührt, wenn sie schwärmen von der «Bella Donna» im Süden, dem Wein in Florenz, den Rosen aus Napoli und der Lebensfreude in Santa Lucia. Der kraftvoll und mit stolzer Inbrunst vorgetragene, vielstimmige Chorgesang sorgt für Fern- und Heimweh zugleich und geht mitten ins Herz. Der variantenreiche Querschnitt lässt erkennen, mit wie viel Herzblut und Engagement alle Beteiligten – manche Sänger sind bereits seit 55 Jahren aktiv dabei – hier involviert sind.
Es geht auch ohne die Frau des Pianisten
Es wirkt wie ein pointierter Teil des Auftritts, als der für die zweite Hälfte des Konzerts hinzugekommene Pianist Bernhard Hörler aus Neuenhof bei der Suche nach der richtigen Partitur aufgeregt in seinen Notenblättern wühlt und sich dabei kurzerhand von einigen Sängern helfen lässt, während sich das Publikum und die übrigen Choristen die Zeit mit herzhaftem Lachen vertreiben und Präsident Paul Huwiler schmunzelnd feststellt, dass dies wohl nicht passiert wäre, wenn die Frau des Pianisten – wie sonst jeweils üblich – auch an die heutige Matinee mitgereist wäre.
Auch die Frauen sind es dann, welche im Theaterstück «Jetzt chunnts ned guet!» von Armin Vollenweider für Ordnung sorgen: Schliesslich bevorzugen Metzger Karl (Beat Zimmermann) und Bäcker Rolf (Gery von Flüe) immer öfter einen Jass bei kühlem Bier in der Gartenwirtschaft der «Sonne», anstatt ihren fleissigen Frauen im Betrieb zur Hand zu gehen.
Motiviert, aber erfolglos
Der unverheiratete Wirt Sepp Stadler (Peter Zimmermann) ist froh um diese Gesellschaft, denn mittlerweile kehren in das heruntergekommene Restaurant ausserhalb der illegalen Spieleabende nur noch selten zahlende Gäste ein. Das frivole Treiben bleibt jedoch nicht lange unbemerkt und ruft die von Helene Schweizer gespielte Gesundheitsinspektorin Frida Felber auf den Plan. Diese wird von der renitenten Metzgersfrau Senta Sieber (Rosi Gabriel) spitz «Chuchi-Luustante» genannt und ihre Gewissenhaftigkeit sorgt für grosse Aufregung und Tumult im Quartier.
Ein Unglück kommt selten allein, und so bekommt auch der zwar ziemlich erfolglose, aber hoch motivierte Polizist Ötterli, gespielt von Walter Mäder, Wind vom zwielichtigen Treiben im ruhigen Dorf und ermittelt mithilfe seiner «Güsel-Taktik» im Namen der «SOKO Sonne».
Dernière am nächsten Samstag schon fast ausgebucht
Ebenso wie Senta geizt auch die hemdsärmlige Frau vom Bäcker, Rosa, gespielt von Marlies Konrad, nicht mit bissigen Kommentaren über «ihr» Männervolk. So überrascht es nicht, dass die zwei müssiggängerischen Handwerker grosses Interesse an den beiden jungen, sportlichen Freundinnen Bea und Gabi (Andrea Hunziker und Manuela Feldmann) entwickeln, welche Wirt Sepp via Inserat in der «Tierwelt» zur Unterstützung ins Dorfrestaurant geholt hat. Man ahnt es bereits: «Jetzt chunnts ned guet!»
Die von Roland Konrad mit viel Kreativität inszenierte Komödie in drei Akten sprüht nur so vor Energie und wirkt auch dank dem liebevoll gestalteten Bühnenbild sehr authentisch. Das Stück überrascht mit gut gezeichneten, sehr glaubwürdig gespielten Charakteren und lässt dank seinem Humor kein Auge trocken.
Wer sich den Unterhaltungsabend nicht entgehen lassen will, braucht Glück: Die dritte und letzte Vorstellung am kommenden Samstag ist fast ausgebucht. --sca


