Kandidat fürs Präsidium gefunden
13.01.2026 Kelleramt, Vereine, GewerbeGewerbeverein Kelleramt: Christian Vuithier stellt sich als Nachfolger von Roger Cébe zur Wahl
Die Teilnahme am Neujahrsapéro in Unterlunkhofen hat sich für die Mitglieder des Gewerbevereins Kelleramt gleich dreifach gelohnt: Nebst Geselligkeit und ...
Gewerbeverein Kelleramt: Christian Vuithier stellt sich als Nachfolger von Roger Cébe zur Wahl
Die Teilnahme am Neujahrsapéro in Unterlunkhofen hat sich für die Mitglieder des Gewerbevereins Kelleramt gleich dreifach gelohnt: Nebst Geselligkeit und Kulinarik wurde ihnen diesmal auch eine exklusive Neuigkeit geboten.
Thomas Stöckli
Gewählt wird erst am 19. März. Dann findet die Generalversammlung des Gewerbevereins Kelleramt in Rottenschwil statt. «Dort werden wir Christian Vuithier als Vorstandsmitglied zur Wahl vorschlagen und als neuer Präsident», verrät Roger Cébe, der das Präsidium seit 2021 innehat, den Teilnehmenden am Neujahrsapéro. Zum Wahlkampf dürfte es dabei kaum kommen. In den zwei Jahren, seit er seine Rücktrittsabsicht angekündigt hat, habe aus den Reihen der Gewerbler jedenfalls niemand Interesse bekundet, sagt Cébe.
Vernetzen und digitalisieren
Da war Christian Vuithier noch nicht im Verein. Beim Beitritt hat der Joner angeboten, sich auch engagieren zu wollen. Just in einem Moment, in dem dringlich eine neue Lösung für die Internetseiten des Gewerbevereins gefragt war. Den Worten folgten Taten: In der Zwischenzeit hat Vuithier mit seiner Erfahrung aus 25 Jahren im digitalen Marketing den Webauftritt neu aufgesetzt. «Virtuell habe ich die Mitglieder dabei schon kennengelernt», sagt er. Wird er gewählt, schwebt ihm vor, das Thema Digitalisierung auch mal an einem Anlass einzuflechten. In erster Linie will er aber grundsätzlich den Zusammenhalt pflegen. Aus einer Gewerblerfamilie stammend, weiss er, wie viel das wert ist.
In seiner Ansprache bedankt sich Roger Cébe für die Treue der Gewerbler, die zum Anstossen ins Gemeindehaus Unterlunkhofen gefunden haben. Vor gut vier Jahren sei das Grüppchen an derselben Stelle bedeutend kleiner gewesen, blickte er zurück. Diesmal sind es über 20, die in der Erwartung von guten Gesprächen und einem feinen Apéro erschienen sind. Und natürlich gehören da auch ein Rück- und ein Ausblick dazu.
Cébe wagte dazu einen Ausflug in die Astrologie: Von einem «Jahr mit starkem Mars-Einfluss» ist die Rede, von «kraftvoller Finsternis» und von «Saturn-Energien». Der Gewerbepräsident interpretiert daraus einen Drang zu mutigem Handeln einerseits, aber andererseits auch mal zu reflektieren. So weit, so allgemeingültig.
Wachstum in Aussicht
In Bezug auf die Wirtschaft wurde Cébe deutlicher. So solle das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im noch jungen Jahr um knapp ein Prozent wachsen. «Ich wage zu behaupten, dass es für das Handwerk in der Region mehr sein wird», hält er fest. Als grossen Treiber in der Baubranche nennt er den Systemwechsel bei der Wohneigentumsbesteuerung. Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts fallen auch die Abzüge für werterhaltende Sanierungen weitgehend weg. Entsprechend ist zu erwarten, dass diverse Umbauprojekte vorgezogen werden.
Verschlechterungen erwartet Cébe derweil auf dem Arbeitsmarkt. Für beide Seiten: Mit dem Banker, der seine Stelle verliert, könne der Sanitärunternehmer, der dringend Leute sucht, nichts anfangen. Aus kantonaler Sicht sei die moderate Steuersenkung erwähnenswert, wechselt der Gewerbepräsident auf die nächsthöhere Ebene. Und da wäre noch «unser Freund ennet des Teichs», landet Cébe auf der globalen Perspektive. «Auch der wird uns immer wieder vor den Kopf stossen.»
Energie gewünscht
«Die Weltlage bereitet mir Sorge», hält auch Peter Hochuli, Gemeindeammann von Unterlunkhofen, fest, der die Gewerbler in seiner Gemeinde willkommen heisst. «Es gibt keine Lehre aus der Geschichte, ausser, dass die Menschen nichts aus der Geschichte lernen», sagt er in Anlehnung an den deutschen Philosophen Georg Hegel. Was der «Blondgelockte» jenseits des Atlantiks mache, darum können wir uns nicht kümmern. Umso wichtiger sei es, das zu beeinflussen, was bei uns vor Ort das Zusammenleben lebenswert macht.
Wenn die ungewisse Weltlage etwas Positives hat, dann das, dass sie in der Region das Bedürfnis nach Verlässlichkeit weckt, nach Austausch und Geselligkeit. In dem Sinne wünscht Cébe den Gewerblern ein Jahr mit möglichst viel Saturn-Energie, mit nachhaltigem Wachstum und dem dazu benötigten Fachpersonal, mit Rahmenbedingungen, die den Alltag erleichtern und ganz viel Verbindendem, statt Trennendem. Bezüglich Energie schliesst sich Hochuli seinem Vorredner an. Woher diese komme, sei nicht so wichtig: «Es darf auch ein gutes Glas Wein sein.» Besser kann man kaum auf den Apéro überleiten.

