Lieber unabhängig
24.04.2026 Kelleramt, LeserbriefeZu «Kalter Wind aus Zürich», Artikel über geplante Windkraftanlagen in der Ausgabe vom Freitag, 17. April.
Wieder wehren sich Gemeinden wie Arni, Islisberg und Oberwil-Lieli gegen die erneuerbare Windkraft. Eigeninteressen statt Gemeinwohl, ...
Zu «Kalter Wind aus Zürich», Artikel über geplante Windkraftanlagen in der Ausgabe vom Freitag, 17. April.
Wieder wehren sich Gemeinden wie Arni, Islisberg und Oberwil-Lieli gegen die erneuerbare Windkraft. Eigeninteressen statt Gemeinwohl, Falschinformationen und Angstmacherei haben Hochkonjunktur. Ein Windrad in der geplanten Grössenordnung versorgt 10 000 Personen mit Strom oder 5000 E-Autos, die jährlich 15 000 Kilometer fahren. Dies 30 Jahre lang, vor allem im Winter und nachts. Auf einer Fläche von 100 Quadratmetern. Danach könnte es problemlos entsorgt oder erneuert werden. In einem Jahr ist es energetisch amortisiert, finanziell in zwölf Jahren.
Die Schweiz ist ein Windland. Und der Wind stoppt nicht an der Schweizer Grenze. In unseren Nachbarregionen stehen über 8500 Windenergieanlagen, in der Schweiz 50. Im vergleichbaren Österreich stehen 1500 Anlagen. In Europa werden 20 Prozent des Stroms durch Windkraft produziert, ohne grosse Auswirkungen auf Menschen und Tiere. Greifvögel werden durch KI von den Anlagen erkannt und diese kurz abgestellt. Auch Vögel sterben kaum. Durch Katzen kommen in der Schweiz jährlich 30 Millionen Vögel zu Tode, durch Glasfassaden sind es 5 Millionen, durch Autos eine Million, durch Windkraft «nur» 400 Tiere. Es sind also Mensch und Katzen die grossen Vogelkiller und nicht die Windkraft.
Auch stimmt es nicht, dass die Abstände nicht eingehalten würden. In der Schweiz gibt es keine Abstandsvorschriften für Windkraft, nur Lärmvorschriften. Die Lebensqualität ist also nicht betroffen. Beim Elefanten im Raum ist dies hingegen der Fall: Die Atomkraftwerke Beznau I und II sind gut 30 Kilometer entfernt, Leibstadt 40 Kilometer. Nicht zu denken, was bei einem Gau passieren würde mit Arni, Islisberg oder Oberwil-Lieli. Ein neues AKW wäre frühestens 2050 gebaut, das Uran kommt noch immer von Putin, der Rohstoffe als Drohmittel einsetzt. Auch wird uns gerade vor Augen geführt, wie abhängig wir von diktatorischem Erdöl und Gas sind. Die gleichen Leute, die uns weismachen wollen, dass wir unabhängig und frei sein sollten vom Ausland, lassen die energetische Abhängigkeit zu.
Nutzen wir also unsere einheimische, nachhaltige und saubere, CO2-arme Energie Wind, Sonne und Wasser, damit wir eine lebenswerte Zukunft haben.
Astrid Gebert, Beinwil
