Magische Musikreise
06.03.2026 Muri, Musik, SchuleMusikschule Muri+ trifft mit Teil zwei des «Musikzauberschlosses» erneut den Puls des Publikums
Klänge können Bilder im Kopf entstehen lassen. Das beweist die regionale Musikschule Muri+ erneut. Im zweiten Teil ihres «Musikzauberschlosses» ...
Musikschule Muri+ trifft mit Teil zwei des «Musikzauberschlosses» erneut den Puls des Publikums
Klänge können Bilder im Kopf entstehen lassen. Das beweist die regionale Musikschule Muri+ erneut. Im zweiten Teil ihres «Musikzauberschlosses» steht eine Reise an – mit ungewissem Ziel.
Thomas Stöckli
Noch wochenlang sei es Thema von Pausenplatzgesprächen geblieben, das «Musikzauberschloss», sagt Janine Odermatt, Leiterin der regionalen Musikschule Muri+. Zweimal 200 Kinder hatte das musikalische Märchen vor einem Jahr in den Festsaal gelockt. Kein Wunder also, dass die Lehrpersonen den Aufwand dieser magischen Instrumentenvorführung erneut auf sich genommen haben.
Nochmals dasselbe Stück zeigen, das kam allerdings nicht infrage. In Teil eins hat die grosse Zauberin, verkörpert durch Jacqueline Roksandic, die Magie des Musizierens gerettet: Zusammen mit den Kindern zauberte sie nun Musikerinnen und Musiker auf die Bühne, um ihr Zauberschloss-Orchester zusammenzustellen.
Präferenzen musikalisch interpretiert
In Teil zwei steht das Orchester bereits. Doch was ist mit den beiden leeren Stühlen am rechten Bühnenrand? Jene Kinder, die bereits beim ersten Mal dabei waren, kennen den Zauberspruch: «Hokuspokus Fidibus», schallt es aus dem Saal, «chum herbii, du Musikus.» Es sind Trompeter Michael Rösch und E-Gitarrist Philipp Hegglin, die nun das 18-köpfige Orchester der Musiklehrpersonen komplettieren. Haben die beiden verschlafen? «Nein!», widersprechen sie vehement, vielmehr hätten sie noch das «Zauberlied» geübt, wie sie sogleich vorführen.
«Ich möchte mit euch auf eine Reise gehen», verrät die Magierin dem versammelten Orchester. Dieses reagiert mit einem vielstimmigen «Juhui!». Doch wohin soll es gehen? Um diese Frage dreht sich diesmal alles im Musikzauberschloss. Im Duett dürfen die verschiedenen Instrumentalisten nun ihre Möglichkeiten und ihre Präferenzen musikalisch einbringen. Leicht, wie wellenplätschernd, sprechen sich die Harfe von Jana Bürger und die Violine von Brigitte Galley für eine Schifffahrt aus, derweil das Horn von Yi Ding und das Fagott von Mihály Fliegauf hörbar eine Klettertour durch schroffe Felsenlandschaften vorziehen würden.
Haltende Eisenbahn und galoppierende Pferde
Dann zaubern die Kinder im Publikum Selina Weber und ihre «glänzige» Querflöte sowie das Akkordeon von Regine Brunner mit seinen vielen Knöpfen nach vorne. Ihre Klänge machen deutlich: Es soll an die Sonne in die Badi gehen. Die Nordpol-Atmosphäre der Posaune von Karl Herzog sorgt für schnelle Abkühlung. Im Zoo-Lied zählen die Kinder hoch konzentriert mit, wie viele Tiere Sängerin Monika Käch, begleitet durch Edoardo Daprile am Klavier, aufzählt. «Hobby horsing» für Fortgeschrittene zelebrieren derweil Blockflötistin Daniela Ackermann und Klarinettistin Simone Glauser: Für ihre Galopp-Einlage brauchen sie kein Steckenpferd – und doch realisieren alle Kinder im Saal sofort, dass sie sich Reitferien wünschen.
Christian Rombach am Schlagzeug und Anette Knierim am Cello beweisen ihre Affinität zur Eisenbahn – und wie sie akustisch einen Zug zum Anhalten bringen. Zum Thema Zirkus hat Simone Glauser ihren zweiten Auftritt, diesmal nicht mit der Klarinette, sondern mit dem Saxofon. Begleitet von Urs Unternährer am Keyboard erzeugt sie vor dem inneren Auge das Bild von Hochseil-Artistik. Und gar nicht in Reiselaune sind die Oboe von Stephanie Herzog und die Gitarre von Marco Giordani. Sie würden lieber hier bleiben und ein Konzert spielen.
Instrumentenvorführung morgen Samstag
Natürlich wird ihr Wunsch erhört, ebenso wie alle anderen auch: Die Magierin schafft es tatsächlich, in einer abwechslungsreichen musikalischen Reise alle unter einen Zauberhut zu bringen. In der abschliessenden «Zauberschloss»-Hymne hat dann nochmals jedes der insgesamt 19 Instrumente einen kleinen Solo-Auftritt. Und die je 200 Schülerinnen und Schüler, die an den beiden Vorführungen im Saal sind, beweisen, dass das Lied in den Klassen vorgängig eingeübt wurde.
Morgen Samstag dürfen die Kinder nun selbst an die Instrumente, von 10 bis 12 Uhr in der Aula der Bezirksschule Bachmatten. Vorgängig findet um 9.45 Uhr ein Kurzkonzert der Musiklehrpersonen statt. Ob das «Musikzauberschloss» nächstes Jahr fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Den dritten und sogar den vierten Teil habe sie jedenfalls auch schon bestellt, so Janine Odermatt.

