Mit viel Herzblut im Einsatz
29.08.2025 Region Oberfreiamt, BoswilDie Pro Senectute dankt
2000 sind es im ganzen Kanton Aargau. Mitarbeitende und Freiwillige, die sich für die Pro Senectute und damit für die ältere Bevölkerung einsetzen. Im Bezirk Muri wurden diese Leute nun zu einem Dankesanlass eingeladen. Dabei ...
Die Pro Senectute dankt
2000 sind es im ganzen Kanton Aargau. Mitarbeitende und Freiwillige, die sich für die Pro Senectute und damit für die ältere Bevölkerung einsetzen. Im Bezirk Muri wurden diese Leute nun zu einem Dankesanlass eingeladen. Dabei sprach auch Hans-Peter Budmiger, Präsident der Pro Senectute Aargau. --ake
Pro Senectute Bezirk Muri dankt ihren Mitarbeitenden und Freiwilligen
Sie liefern Mahlzeiten aus, organisieren Velotouren oder einen Mittagstisch. Sie helfen beim Ausfüllen der Steuererklärung, sie stellen Kurse auf die Beine, sie sorgen dafür, dass die Menschen im Alter fit bleiben. Die Pro Senectute darf im Bezirk Muri auf viel Unterstützung zählen und sagt deshalb Danke.
Annemarie Keusch
Die Zahlen, die Sascha Graber präsentiert, sind eindrücklich. Seit fast zehn Jahren ist er Mitglied der Geschäftsleitung der Pro Senectute Aargau, aktuell als Bereichsleiter Dienste. Fast 158 000 Stunden im Bereich der Alltags- und Haushaltshilfe wurden durch die Pro Senectute Aargau im letzten Jahr geleistet – rund 70 000 Mahlzeiten verteilt, 2700 Steuererklärungen ausgefüllt. «Diese Zahlen imponieren mir immer wieder», sagt Graber. Auch weil er weiss, dass dahinter ganz viele Menschen stehen, die sich als Mitarbeitende oder Freiwillige für die Pro Senecute engagieren.
«Auch das beeindruckt mich immer wieder. Vor allem, wenn ich einen Teil dieser Leute beisammen in einem Raum sitzen sehe.» So, wie es diese Woche im «Chillout» in Boswil war, als die Pro Senectute Bezirk Muri zu ihrem Dankesanlass lud.
Nur wenige Hände gehen in die Höhe, als Graber fragt, ob jemand zum ersten Mal dabei ist. Für viele ist das Engagement in der Pro Senectute eine langjährige Herzensangelegenheit. Apropos lang, Sascha Graber erzählte vom Trend der Langlebigkeit, der Longevity. «Den Altersprozess verlangsamen, das kommt an, ob mit Therapie oder allerlei Pillen.» Dabei seien es andere Faktoren, die ein langes Leben erst ermöglichen: optimistisch sein, geistig aktiv, in Bewegung, mit sozialen Kontakten und dem Gefühl, gebraucht zu werden. «Und das ist erst noch alles kostenlos.» Graber ist sich sicher, dass die Mitarbeitenden und Freiwilligen mit ihrer Tätigkeit bei der Pro Senectute viel dazu beitragen, dass Menschen im Alter ein glückliches Leben führen. «Ohne sie alle ginge es nicht.»
«Niemand» machts, ist aber trotzdem nicht da
Dass die Pro Senectute von den Menschen lebt, die die Institution mit Leben füllen, davon ist auch Hans-Peter Budmiger überzeugt. Der Präsident des Stiftungsrates der Pro Senectute Aargau hält fest: «Über 2000 Menschen leisten enorm viel für unsere Institution. Da gilt es in erster Linie zu danken.» Zahlen seien wichtig. «Aber uns geht es in erster Linie um die Qualität der Begegnungen und der gemeinsamen Zeit.» Er erzählte vom Buch «QualityLand». Ein Roman, der in die Zukunft schaut, wenn die Welt bestimmt ist von Algorithmen. «Sie nehmen uns Entscheidungen ab, was wir einkaufen, wen wir lieben», erzählt Budmiger. Die Hauptfigur im Buch hat ihrem Algorithmus einen Namen gegeben: Niemand. «‹Niemand› entscheidet, ‹niemand› kümmert sich um alles. Ist aber trotzdem nicht da.»
Mit der steigenden Handy-Nutzung sei die Menschheit auf dem Weg zu solchen Szenarien. «Deshalb ist Engagement umso wichtiger. Wir sind nicht niemand. Wir sind da, in Fleisch und Blut und investieren Herzblut und Zeit in das Miteinander mit der älteren Generation», betont Budmiger.
Im Bezirk Muri gibts noch eine Ferienwoche
Eindrückliche Zahlen präsentiert auch Sandra Menzi, Stellenleiterin der Pro Senectute Bezirk Muri. Vielleicht solche, die fast noch greifbarer sind, weil sie zeigen, was im ersten Halbjahr 2025 im Bezirk Muri alles geleistet wurde: 133 Geburtstagsbesuche an 75. Geburtstagen, 96 Mittagstische mit total 2446 Teilnehmenden, 210 Lektionen in Fitness und Gymnastik mit 1923 Teilnehmenden, 1166 verteilte Menüs, 90 ausgefüllte Steuererklärungen, 3610 Stunden an Haushaltshilfe, 240 Lektionen an unterschiedlichsten Kursen, 227 Kilometer und 2920 Höhenmeter auf dem Velo, 222 Kilometer und 4000 Höhenmeter auf dem Mountainbike und 31 Stunden auf Wanderungen.
Die jeweiligen Verantwortlichen holen sich für ihr Engagement ihren verdienten Applaus ab. Auch für Angebote, die es immer weniger gibt. In nur wenig anderen Bezirken wird etwa noch eine Ferienwoche angeboten. Oder «Bewegung im Heim» ist nur noch in einem Heim im Bezirk ein Thema. Applaus ernten aber auch die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle – Sandra Menzi als Leiterin, Ingrid Kaufmann als Sachbearbeiterin und Vanessa Urech als Sozialarbeiterin. Und natürlich gibt es auch jene, die einen besonders lauten Applaus abholen: die Jubilarinnen und Jubilare, die seit 5, 10 oder 15 Jahren bei der Pro Senectute Bezirk Muri tätig sind. Sandra Menzis Fazit: «Es ist eine Freude, mit euch allen zusammenzuarbeiten.»