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09.01.2026 Muri, PolitikLangweilig wird es in Muri nicht
Die neue Legislatur hat begonnen. Vier Jahre, in denen Weichen gestellt, Projekte realisiert werden. Im Gespräch mit Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger wird klar, dass es für Muri wichtige vier Jahre sein werden. ...
Langweilig wird es in Muri nicht
Die neue Legislatur hat begonnen. Vier Jahre, in denen Weichen gestellt, Projekte realisiert werden. Im Gespräch mit Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger wird klar, dass es für Muri wichtige vier Jahre sein werden. --ake
Ausblick auf die neue Legislatur: In Muri beschäftigen gleich mehrere Schlüsselprojekte
Badi, Bahnhof, die Unter- und Überführung Zürcherstrasse, die Sanierung der Luzernerstrasse, der Veloweg – und vor allem auch der Schulraum. An wichtigen Themen mangelt es in Muri in der nächsten Amtsperiode nicht. Kommt hinzu, dass im Gemeinderat gleich drei neue Mitglieder mit am Tisch sitzen.
Annemarie Keusch
Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger nennt es Schlüsselprojekte. Und angesprochen darauf, was in der Gemeinde während der nächsten vier Jahre beschäftigt, nennt er gleich mehrere davon. «Natürlich der Bahnhof.» Die Entwicklung dieses Areals ist seit vielen Jahren Thema. Aktuell wird der Gestaltungsplan erarbeitet. Der nächste Meilenstein soll 2027 mit der Genehmigung ebendieses Gestaltungsplanes erfolgen. Bis am Bahnhof die Bagger auffahren, wird es also noch dauern. «Ja, vielleicht mag es von aussen so wirken, als würde es nicht vorwärtsgehen», gesteht Budmiger. Umso wichtiger ist es ihm zu betonen, dass im August 2020 ein kompletter Neustart vorgenommen wurde. «Alles, was vorher war, blendeten wir aus.» Dass ein solch grosses Projekt am Schluss rund zehn Jahre in Anspruch genommen haben wird, das sei nicht unüblich. 2030 ist also im Visier.
Die Entwicklung am Bahnhof ist nur eines von mehreren grossen Themen. Die Badi ist ein weiteres Beispiel. «Auch wenn nun der Kredit genehmigt ist, wird dieses Projekt in naher Zukunft viele Ressourcen binden.» Seit Budmiger im Gemeinderat ist – also seit 2006 – habe die Gemeinde noch nie ein so teures Projekt realisiert. Auch der Verwaltungsstandort wird die Gemeinde in der nächsten Legislatur beschäftigen. Das Ja an der letzten «Gmeind» zum Projektierungskredit für mögliche Verwaltungsräume im ehemaligen Kloster-Hospiz und im Dachgeschoss war ein erstes wichtiges Zeichen. «Wie es im Detail umgesetzt wird, wird sich noch zeigen. Klar ist aber, dass der Verwaltungsstandort ein zentrales und wichtiges Projekt für die Gemeinde ist.»
Nicht im stillen Kämmerlein
Die Sanierung der Luzernerstrasse, der Veloweg – es sind zwei weitere Projekte, die in der nächsten Amtsperiode weiterentwickelt und Realität werden sollen. Das alles sind Themen, die in Muri seit einiger Zeit politisch beschäftigen. Aber Budmiger nennt auch ein weiteres Projekt, das bisher eher im Hintergrund war: der Schulraum. «Auch hier wurde bereits viel Arbeit geleistet», betont er. Noch dieses Jahr soll eine Schulraumstrategie verabschiedet werden. «Grundlagen und mögliche Optionen sind da, eine erste Priorisierung ebenfalls. Wir werden diese wichtigen Entscheide nicht im stillen Kämmerlein treffen», betont Budmiger. Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich mit dem Thema. Transparente Information gegen aussen sei dem Gemeinderat wichtig. Das erfolge zu gegebener Zeit.
Aber schon jetzt kann Budmiger sagen: «Viele unserer Schulhäuser haben dringend eine Renovation nötig.» Insbesondere, aber nicht nur, am Standort Bachmatten. Zwar reiche aktuell der Schulraum aus. «Aber es braucht wenig Wachstum und neue Abteilungen werden notwendig.» Dass sich der Gemeinderat bei bevorstehenden Sanierungen entsprechende Gedanken macht, sei logisch. Gleiches gelte für die Themen Schulwegsicherheit, dezentrale Standorte und Hallenkapazität.
Finanzen verbinden alle wichtigen Themen
Die Themenvielfalt ist also gross, auch bei den Schlüsselprojekten. Welches ist beim Gemeindepräsidenten am präsentesten? «Schwierig zu sagen. Wohl die Finanzen, weil diese alle Projekte betreffen.» Denn grosse Projekte bringen nicht selten grosse Investitionen mit sich. «Gerade auch der Schulraum.» Die Frage, was sich die Gemeinde leisten könne und wolle, wird im Gemeinderat entsprechend auch in Zukunft immer wieder intensiv diskutiert werden – natürlich auch im Dialog mit der Bevölkerung. «Ja, unser Steuerfuss ist unter Druck, wie er es in vielen anderen Gemeinden auch ist», sagt Budmiger. 106 Prozent sind es aktuell, laut Gemeinderat könnten es bis zu 112 Prozent werden. Nichtsdestotrotz betont Budmiger, dass der Gemeinderat auch in den nächsten vier Jahren zeigen wolle, dass er Projekte zu Boden und damit zur Realisierung bringt. Trotz hoher Kosten. «Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, dass wenn etwas angepackt wird, dann auch richtig.» Natürlich nicht alles miteinander.
Mit Blick auf die kommende Legislatur will Budmiger den Fokus aber nicht nur auf Bauprojekte legen. «Auch wenn diese gerade in der Öffentlichkeit stärker präsent sind.» Es sei ihm wichtig, dass in der Gemeinde Orte geschaffen werden, wo die Leute einander begegnen. «Das macht doch eine Gemeinde aus und das sollten wir in allen Projekten, die anstehen, nicht vergessen.»
Neue Konstellation im Rat mit nur zwei Bisherigen
Die Projekte sind das eine. Angesprochen darauf, was ansteht, schneidet Budmiger aber noch ein ganz anderes Thema an. Mit Jörg Weiss, Marlies Laubacher und Herbert Meier sind mit dem Jahresstart gleich drei neue Personen in den Gemeinderat eingetreten. «Wir werden einen Fokus darauf legen, in der neuen Konstellation ein Team zu formen.» Das brauche in erster Linie Zeit, aber auch Bereitschaft, sich miteinander auseinanderzusetzen und ein Gespür füreinander zu entwickeln. Verlangsamt das die anstehenden Themen? Budmiger überlegt. «Vielleicht. Vielleicht gibt es ihnen aber auch neuen Schub.» Wenn es in einem fünfköpfigen Gremium zu drei Wechseln kommt, bringe das Bewegung mit. Verlangsamen, verkomplizieren, aber auch beschleunigen und mit neuer Energie versetzen – alles sei möglich. «Ich schätze das Risiko, dass die Folgen negativ sind, als sehr klein ein.»
Entsprechend freut sich Budmiger auf die nächste Amtsperiode – seine sechste als Gemeinderat und seine vierte als Gemeindepräsident. «Ich bin nach wie vor sehr motiviert, mit dem neuen Team und den bevorstehenden Projekten sowieso.» Und natürlich auch mit Blick auf 2027, das grosse Jahr des Klosterjubliäums. «Eine einmalige Sache. Als Gemeindepräsident dabei sein zu können, ist umso schöner.»

