Raiffeisen-Bau ist auf Kurs
27.01.2026 Kelleramt, Finanzen, Baugewerbe, Oberlunkhofen20-Millionen-Projekt im Zentrum von Oberlunkhofen: Jetzt geht es an die Oberflächen
An den beiden Neubauten an der Ecke Zürcher- und Chilestrasse in Oberlunkhofen werden aktuell die Fassadenplatten angebracht. Das eine wird der neue Hauptsitz der regionalen ...
20-Millionen-Projekt im Zentrum von Oberlunkhofen: Jetzt geht es an die Oberflächen
An den beiden Neubauten an der Ecke Zürcher- und Chilestrasse in Oberlunkhofen werden aktuell die Fassadenplatten angebracht. Das eine wird der neue Hauptsitz der regionalen Raiffeisenbank, im anderen nehmen sechs Mietwohnungen Gestalt an.
Thomas Stöckli
Im Wohnzimmer der grossen 4½-Zimmer-Erdgeschosswohnung stehen zwei Badewannen. Nein, hier entsteht kein Spa. Die Badkeramik wurde lediglich zwischengelagert. Doch ihre Anwesenheit zeigt, wie weit die Bautätigkeit im Ortszentrum von Oberlunkhofen fortgeschritten ist. Für 20 Millionen Franken erstellt die Raiffeisenbank ihren neuen Hauptsitz sowie ein Wohnhaus. Die Arbeiten seien auf Kurs, sowohl zeitlich als auch finanziell. Die Gebäudehüllen sind längst dicht, die Bodenheizung liefert bereits Wärme, die Schreinerarbeiten sind weit fortgeschritten. «Jetzt geht es an die Oberflächen», so Bauleiter Thomas Zürcher von der Triga Baumanagement AG.
Mehrere Interessenten für die Mietwohnungen
Aktuell ist innen der Grundputz am Trocknen. Der Lehmputz soll für angenehmes Raumklima sorgen. Dafür nimmt man auch die Trocknungszeit von rund vier Wochen in Kauf, «eine Woche pro Millimeter Putz», erklärt Zürcher. Danach folgen der Deckputz und der erste Anstrich sowie der Einbau der Badkeramik und das Plätteln in den Nasszellen. Parallel dazu werden aussen die Fassadenplatten montiert.
Im Treppenhaus des Wohnbaus macht eine Notiz die Handwerker darauf aufmerksam, dass es sich hier um Sichtbeton handle, also Vorsicht im Umgang angebracht sei. Die grössten Wohnungen nehmen im Erdgeschoss und ganz oben im Dachgeschoss das komplette Stockwerk ein. Dazwischen liegen zwei Etagen mit je einer 1½und einer 3½-Zimmer-Wohnung. Für die sechs Wohnungen haben sich schon mehrere Interessenten von sich aus gemeldet, verrät André Bächinger. Dabei werde man erst in ein, zwei Monaten anfangen, aktiv Kontakte herzustellen. «Die Vermietung läuft über das Büro Beeler Immobilien AG in Oberlunkhofen», so der Vorsitzende der Bankleitung.
Als prägendes Element nehmen im Dachgeschoss zwei Rundfenster die architektonische Handschrift des benachbarten Kirchenturms auf. Die Bogenform setzt auch im Inneren Akzente. Die aussergewöhnliche Form bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich. Etwa, wie die Räume mit den Rundfenstern vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt und verdunkelt werden können: Die Beschattung sei noch nicht gelöst, so Thomas Zürcher.
Natursteinboden in der Schalterhalle
Der Baustellenrundgang hat im Erdgeschoss der zukünftigen Raiffeisenbank begonnen. Hier erblickt die Kundschaft im fast rund um die Uhr zugänglichen Eingangsbereich mit Bankomat, Münzrollen- und Geldwechselautomat sowie Kundensafe-Anlage künftig die Bildschirme, auf denen die Eigenprodukte und Aktivitäten der Bank angepriesen werden.
Dahinter schliesst sich die eigentliche Schalterhalle an, mit dem Lichtkanal, der Tageslicht von oben durch alle Stockwerke des Hauses lässt, als prägendes Element. An einer Wand der Kundenzone lehnen erste Platten des Natursteinbodens, der hier verlegt wird. Für die Sitzungszimmer ist Parkett vorgesehen, in den Büros Teppichboden. «Das absorbiert den Schall der Schritte besser», erklärt André Bächinger. Für die Büros der Mitarbeitenden sind die beiden Mittelgeschosse vorgesehen.
Ganz oben entstehen der Personalraum mit Loggia sowie der Eventraum «Oberlunkhofen» – die Raiffeisenbank Kelleramt-Albis vergibt die Namen ihrer Sitzungszimmer nach den Gemeinden im Geschäftsgebiet. «Wir freuen uns, hier künftig Anlässe im Gebäude anbieten zu können», so Bächinger. Das Event-Programm sei bereits in Planung. «Gegen Ende Jahr wollen wir damit loslegen.»
Erleichterung für die Arbeitsabläufe
Die aufwendige Dachkonstruktion mit dem Oblicht lässt den offenen Vorraum fast schon sakral anmuten. Gegenüber den Plänen habe man hier auf eine Säule verzichtet, nennt Reto Schoch, Leiter der Baukommission, einen Grund für diese Wirkung. Es ist eine von verschiedenen Optimierungs-Ideen, die während der Bauzeit noch angepasst wurden. In diesem Zusammenhang spricht Schoch von einem «guten Einvernehmen» in der Zusammenarbeit mit den Architekten und von «gesunder Streitkultur» im Spannungsfeld zwischen Ästhetik und praktischem Nutzen.
André Bächinger freut sich derweil auf die modernen Arbeitsplätze für sein Team. «Endlich werden wir wieder genug Platz haben», hält er fest. Im Gegensatz zum Istzustand in einem Labyrinth von Büro- und Umfunktionierten Wohnräumen erwartet er eine deutliche Erleichterung der Abläufe. Wann genau die neuen Räume bezogen werden, das konnte er noch nicht verraten. Klar ist, dass sich die Bevölkerung auf ein Eröffnungsfest freuen darf, voraussichtlich im September.

