«Goldigi Söiblottere» geht dieses Jahr an Marc Erni
Zum bereits 10. Mal wurde ein verdienter Sarmenstorfer Fasnächtler ausgezeichnet. Für diese runde Zahl hat sich die «Söiblottere»-Academy einen Preisträger ausgesucht, der ...
«Goldigi Söiblottere» geht dieses Jahr an Marc Erni
Zum bereits 10. Mal wurde ein verdienter Sarmenstorfer Fasnächtler ausgezeichnet. Für diese runde Zahl hat sich die «Söiblottere»-Academy einen Preisträger ausgesucht, der dies schon lange verdient hat. Mit seinen vielen Sujets ist Marc Erni Jahr für Jahr im Dorf präsent.
Chregi Hansen
Die Auszeichnung soll stets eine grosse Überraschung sein, darum hat die «Söiblottere»-Academy, bestehend aus den bisher Ausgezeichneten, ganz viel Erfahrung darin, sich heimlich anzuschleichen. Und diese Erfahrung war in diesem Jahr besonders gefragt, denn der Ausgesuchte war an diesem Nachmittag in seiner Scheune mit dem Wagenbau beschäftigt – und hatte von da aus beste Sicht auf die Strasse.
Darum entschloss sich die Academy für einen taktischen Umweg. Blöd nur, wenn man dann bemerkt, dass das Plakat vergessen ging. Noch blöder, wenn man das in Sichtweite des «Pöstli» bemerkt und dort warten muss. «Vor einer Beiz zu stehen und dort nicht schnell noch ein Bier trinken zu können, das ist doch eher ungewöhnlich», bemerkte einer der «Söiblottere» trocken. Aber die Zeit drängte – niemand wusste, wie lange das «Opfer» noch am werkeln ist. Schliesslich war das Plakat geholt und konnte der Weg fortgesetzt werden. Und wenige Minuten später öffnete ein ahnungsloser Preisträger seine Türe und schaute in eine Gruppe grinsender Gesichter. Marc Erni ist die 10. Sarmenstorfer «Söiblottere».
Für seine vielen kreativen Nummern bekannt
In diesem Jahr war der Ausgezeichnete besonders ahnungslos. Denn beim Wagenbau wurde er gleich von zwei früheren «Söiblottere» unterstützt. Dass sie ihm in den Rücken fallen, das hätte er sich nicht vorstellen können. Sie konnten auch verhindern, dass sich der Bautrupp vorzeitig in die Beiz verschiebt und zögerten das Bauende so lange heraus, bis die Kollegen vor Ort waren. Auch Ehefrau Claudia war eingeweiht – und hielt bis zuletzt still. «Ich habe in dieser Zeit gelernt zu lügen», lacht sie. Marc Erni selber war zuerst einfach mal baff. Es sei ihm eine grosse Ehre, zu diesem erlauchten Kreis zu gehören, erklärte er. «Eigentlich wollten wir zum Essen in die Beiz. Jetzt bleiben wir eben hier und es gibt Bier und Chips», so Erni. Womit er allerdings unrecht hat, wurde doch schon längst hinter seinem Rücken ein Imbiss vorbereitet. Schliesslich muss eine solche Ehrung gefeiert werden.
Marc der Verschönerer – der Name ist Programm
Und feiern, das kann die neue «Söiblottere», wie Hans Melliger in seiner Laudatio erklärte. Marc Erni sei überall gerne Gast, wo man etwas länger höcklen bleibt. «Er hat eine Riesenausdauer, immer genau da zu sein, wo es gerade spät oder gar später wird», weiss Melliger zu berichten. Und dazu gibt es an der Sarmenstorfer Fasnacht reichlich Gelegenheit. In dieser ist Erni in verschiedensten Formationen unterwegs. Legendär sind seine Nummern als AC/DC, als Gondoliere oder Skispringer Simon Ammann, bekannt ist er auch als treibende Kraft bei der Zelglitruppe oder beim Beizenlaufen mit den Schmudofreunden. Auch bei den Sarmikrachers hinterlässt er Spuren. Während der Fasnacht kann der Gartenbauer seine ganze Kreativität ausleben. Kein Wunder erhält er den Übernamen Marc der Verschönerer.
Dabei ist Erni eigentlich ein fremder «Fötzel», ist er doch in Waldhäusern aufgewachsen. Doch längst ist er in Sarmenstorf heimisch geworden und engagiert sich in vielen Bereichen für das Dorf, etwa in der Feuerwehr oder im Turnverein, als Mitglied des Naturschutzvereins oder als Helfer für die Storchennestbetreuung. Sogar beim Palmbinden kann man auf ihn zählen.
Nicht zuletzt ist er ein Sammler. In seinem Schopf hat er so viel Material angehäuft, dass es für 50 weitere Fasnachtsnummern reicht.
«Noch selten hat der Spruch so gepasst wie diesmal: Es hat den Richtigen erwischt», meint darum Hans Melliger im Namen der ganzen Academy. Die sich freut, nun solch grandiose Verstärkung zu erhalten. Und eins ist sicher: Mit Marc Erni in ihren Reihen wird die Gruppe nie mehr am «Pöstli» vorbeilaufen, ohne noch schnell für ein Bier einzukehren.