Von der Vision zur Massnahme
30.01.2026 Region Unterfreiamt, VillmergenDer Gemeinderat Villmergen hat sein Leitbild überarbeitet
Villmergen hat sich zuletzt 2010 ein Leitbild erarbeitet. In den vergangenen zwei Jahren nun wurde dieses einer Revision unterzogen. Jetzt liegt das Resultat vor. Es definiert für alle Abteilungen der ...
Der Gemeinderat Villmergen hat sein Leitbild überarbeitet
Villmergen hat sich zuletzt 2010 ein Leitbild erarbeitet. In den vergangenen zwei Jahren nun wurde dieses einer Revision unterzogen. Jetzt liegt das Resultat vor. Es definiert für alle Abteilungen der Gemeinde Leitsätze und Schwerpunkte.
Die Gemeinde Villmergen will im Jahr 2040 als «eine dynamische, lebendige und moderne Gemeinde mit hoher Lebensqualität» wahrgenommen werden. So hat es der Gemeinderat im neuen Leitbild formuliert. Weiter heisst es in der Vision 2040: «Villmergen ist ein idealer Ort zum Leben und Arbeiten. Die Gemeinde ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort in der Region.» Trotzdem soll Villmergen auch in Zukunft ein Dorf bleiben und nicht zur Stadt werden. «Ein belebtes Zentrum mit attraktiven Einkaufs- und Dienstleistungsangeboten sowie interessante Industrie- und Gewerbegebiete runden das Dorfbild ab.»
Diese Vision für sein Dorf hat der Gemeinderat in den vergangenen zwei Jahren an mehreren Workshops erarbeitet. Bis vor Kurzem bildete noch das 2010 erarbeitete Leitbild die Grundlage für sein Handeln. Dieses wurde zwar mehrfach überprüft und angepasst, doch war bis Ende letzten Jahres weiter gütig. Ausgehend davon hat der Gemeinderat jeweils sein Legislaturprogramm entwickelt. Nun hat er beschlossen, das Leitbild komplett zu überarbeiten. «Wir sind überzeugt, mit dem vorliegenden Strategiedokument einen weiteren wichtigen und zukunftsweisenden Schritt zur Optimierung der Gemeindeführung zu gehen. Es dient uns, den Kommissionen und Mitarbeitenden als Richtschnur oder roter Faden, um vorausschauend in der täglichen Arbeit und zur Weiterentwicklung der Gemeinde Villmergen zu handeln», schreibt er dazu.
Für offene und transparente Kommunikation sorgen
Das Leitbild gehe, so hält der Gemeinderat fest, bewusst nicht in die Tiefe, sondern in die Breite, Es gehe darum, die Zukunftsvorstellungen zu präsentieren. Wie und wohin soll sich die Gemeinde in den kommenden 15 Jahren entwickeln? Aus dieser Vorstellung hat der Gemeinderat verschiedene Leitsätze entwickelt, welche als Orientierungs- und Entscheidungshilfe dienen.
Anhand der Leitsätze wurden in einem nächsten Schritt die Schwerpunkte definiert, welche in den nächsten Jahren bearbeitet werden. All dies ist öffentlich. Anhand der Schwerpunkte wurde nun ein Massnahmenplan entwickelt, dieser gilt aber als internes Papier. Ergänzend dazu wird eine detaillierte Pendenzenliste geführt, die auch regelmässig kontrolliert wird.
Im Vordergrund steht für den Villmerger Gemeinderat in den kommenden Jahren die qualitative Entwicklung der Gemeinde. Man will Sorge tragen zu der natürlichen Umgebung, zum Zentrum und den weiteren vielfältigen Begegnungsorten und eine partnerschaftliche Beziehung zu den Nachbargemeinden pflegen. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen soll ein Mehrwert geschaffen werden. Wichtig sind Gemeinderat und Verwaltung eine offene und transparente Kommunikation. «Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und korrektes Auftreten sind für uns selbstverständlich», heisst es dazu. Zudem lege man Wert auf fachliche Kompetenz sowie zeitgerechte und flexible Dienstleistungen zum Wohle aller.
Die Leitsätze und Schwerpunkte im neuen Leitbild wurden entlang der verschiedenen Abteilungen der Verwaltung formuliert. So will die Gemeinde beispielsweise als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen, der einen «kundenorientierten, kompetenten und effizienten Service Public» leistet. Zudem will man weiterhin auch Ausbildungsplätze anbieten. Man will aktiv gegen Vandalismus vorgehen und bei störenden Zuständen sofort handeln, aber auch präventive Massnahmen unterstützen. Dabei kann auch ganz bewusst eine Videoüberwachung an bestimmten Orten eingesetzt werden. Gleichzeitig gibt die Gemeinde ein Bekenntnis dazu ab, einen eigenen Kindes- und Erwachsenenschutzdienst und auch eine niederschwellige freiwillige Jugendund Familienberatung anzubieten, da Villmergen die Nähe zu den Betroffenen wichtig ist.
Vereine fördern und Nulltoleranz bei Mobbing
Grossen Wert legt die Gemeinde auch auf eine qualitativ gute Schule, die sich der ganzheitlichen Förderung der Kinder und Jugendlichen widmet und positive und bleibende Erinnerungen ermöglicht. Dabei enthält das Leitbild auch ein Bekenntnis zur eigenen Bibliothek sowie zur Musikschule. Die Schule selber verfolgt bei Themen wie Mobbing und Gewalt eine Nulltoleranz. Auch dem Übertritt von der Schule in die Berufswelt soll viel Gewicht gegeben werden. Im Weiteren will die Gemeinde das bestehende, vielfältige Vereinsleben fördern und die dazu notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen.
Entwicklung des Areals Dorf als grosses Thema
Im Bereich der Gesundheit will der Gemeinderat die bereits bestehende lokale Zusammenarbeit weiter fördern und sich im Altersheimverein wie auch bei der Spitex aktiv einbringen. Bei der materiellen Hilfe will man dem Motto «hart, aber fair» nachleben. Betroffene Personen sollen schnellstmöglich wieder in ihre wirtschaftliche und persönliche Selbstständigkeit zurückgeführt werden. Ein wichtiger Punkt ist für den Gemeinderat auch der Verkehr. Das Dorfzentrum soll entlastet werden, gleichzeitig sollen Fuss- und Radwege sicher und attraktiv werden. Überhaupt soll das Zentrum zu einem Ort werden, wo sich die Menschen gerne aufhalten. Ein wichtiges Thema ist dabei auch die künftige Entwicklung der Areals Dorf nach dem Auszug der Schule. Nicht zuletzt will sich der Gemeinderat für zusätzliche Gewerbeund Industrieflächen im Gebiet Allmend einsetzen.
Auch Klima und Energie sind Themen der Zukunft
Unterstützung soll auch das lokale Gewerbe erhalten. «Wir beziehen bei Beschaffungen und Aufträgen das örtliche Gewerbe und die Industrie nach Möglichkeit ein», heisst es dazu. Allerdings müssen die Vorgaben des Beschaffungswesens immer eingehalten werden. Auch der Umwelt- und Klimaschutz erhält Beachtung. Dem Naturschutz soll mehr Sorge getragen werden. Und bei Neuanschaffungen will man auf Elektrofahrzeuge setzen und auch öffentlich nutzbare E-Ladestationen einrichten. Gemeindeeigene Liegenschaften sollen wenn immer möglich mit einer PV-Anlage ausgestattet werden. Nicht zuletzt soll auch die Energieeffizienz durch den Einsatz moderner Technik verbessert werden.
Steuerfuss soll möglichst tief bleiben
Das alles kostet natürlich Geld. Darum will die Gemeinde mit einer hohen Ausgabendisziplin und Optimierung der Einnahmen für einen gesunden Finanzhaushalt sorgen und es so schaffen, trotz eines unterdurchschnittlichen Steuersubstrats den Steuerfuss langfristig möglichst tief zu halten. Eine klare Strategie fährt man auch beim eigenen Land. Auf den Verkauf von Grundstücken soll verzichtet werden, das Land soll im Baurecht abgegeben werden.
Das Leitbild samt Legislaturprogramm wurde vom Gemeinderat Anfang Januar verabschiedet. Der Gemeinderat ist überzeugt, mit dem vorliegenden Strategiedokument einen weiteren wichtigen und zukunftsweisenden Schritt zur Optimierung der Gemeindeführung zu gehen. Das Dokument «Visionen und Leitbild der Gemeinde Villmergen / Legislaturprogramm 2026 bis 2029» wurde im Sinne der Transparenz auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht. --chh

