Arbeiten, damit Wunder passiert
29.05.2026 Theater, Beinwil/Freiamt, Region Oberfreiamt, Kommende EventsSchauspiel im Freien
Theatergruppe probt in Beinwil
«Wir sind gut in der Probenarbeit», sagt Regisseur Walter Küng. Das Wetter meine es oft gut mit ihnen, sagen die Spielerinnen und Spieler. Die Rede ist vom Freilichttheater, das vom 5. ...
Schauspiel im Freien
Theatergruppe probt in Beinwil
«Wir sind gut in der Probenarbeit», sagt Regisseur Walter Küng. Das Wetter meine es oft gut mit ihnen, sagen die Spielerinnen und Spieler. Die Rede ist vom Freilichttheater, das vom 5. August bis 7. September in Beinwil aufgeführt werden soll. An mehreren Handlungsorten geht das Stück der Frage nach, wie es sich mit Wundern verhält. --red
Theatergruppe probt für das Freilichttheater vom 5. August bis 7. September in Beinwil
Die Proben für das Freilichttheater «Keis Wunder, es Wunder» laufen auf Hochtouren. Regisseur Walter Küng ist zufrieden mit dem Stand der Arbeiten. Das Wetter meint es oft gut, sagen die Spielerinnen und Spieler. Die ersten beiden Aufführungen sind bereits ausverkauft.
Verena Anna Wigger
Noch geht es zweieinhalb Monate, bis man dem Wunder in Beinwil auf die Schliche kommen kann. Beim Freilichttheater in Beinwil, das auf fünf Plätzen und mehreren Spielorten aufgeführt wird, geht das Stück der Frage nach, wie es sich mit den Wundern verhält. Bereits ein kleines Wunder oder eine gute Arbeit im Marketing sind aufseiten Ticketverkauf geschehen. Zwei Aufführungen sind bereits ausverkauft. Das Wunder scheint bereits zu wirken, also höchste Zeit, sich ein Bild zu machen, wie die Proben für das «Prozessionsstück» laufen.
Mitten im Dorf steht eine Gruppe von Männern und Frauen zusammen und reden, dann teilen sie sich. Während ein paar Frauen und zwei Männer hinunter zum Ödlihof gehen, warten die andern und beginnen auf Kommando zu beten. Nun begleitet die Gruppe von Frauen zusammen mit dem Pfarrer einen Mann. Der gebrechliche Mann hat sichtlich Mühe, das kurze steile Wegstück hochzugehen. «Lass ein Wunder geschehen», ruft eine der Frauen. Während oben auf der Anhöhe der Chor fortwährend sein Gebet heruntersagt. Ernste Gesichter wechseln sich mit dem Blick auf das Manuskript. Doch sie bleiben im Spiel und ziehen ihre Szene durch. «Glaub dra», «no feschter» rufen die Frauen weiter.
Charakteristik hervorheben
Mit dem Ende der Szene nimmt Regisseur Walter Küng die Gruppe zusammen. Er findet lobende Worte und bespricht, was verstärkt werden darf und was er sieht, das charakteristisch noch mehr herausgehoben werden darf. Dazu kommt der Tipp, sich den Text nun zu verinnerlichen, um frei und ohne Manuskript spielen zu können. Fragen der Spielerinnen und Spieler kommen und auch diesbezüglich wird definiert. Die Szene wiederholt sich und die Darstellerinnen und Darsteller packen ihr erhaltenes Feedback sogleich ins Spiel mit ein. Nach der dritten Wiederholung ist diese Szene für heute geprobt. So macht sich die Gruppe auf den Weg zurück ins Pfarreiheim.
Mit Profis arbeiten
Hier sind die Kostüme gelagert und hier werden auch die «technischen» Proben abgehalten, wie Walter Küng sagt. Denn die nächste Gruppe, die kommt, lernt an diesem Vormittag, wie sie die Anschlüsse in ihrer Szene noch stärker verdichtet. Was sie dann draussen auf den Spielplätzen wieder umsetzt.
Den Spielerinnen und Spielern gefallen ihre Proben. Sie sind glücklich, dass neben dem Heiligen Burkard auch «Petrus» mit ihnen ist. Auch wenn schon einige Proben bei kaltem Wetter stattfanden. Eine der Frauen aus der Prozession, die Pfarrköchin vom Ödlihof, erinnert sich: «Es kommt mir vor, als höre ich meinen Vater.» Er sei sehr gläubig gewesen, erzählt sie. Durch das Spielen und Sich-Zurückversetzen in jene Zeit fühlt sie sich ihrem Vater gerade wieder stärker verbunden.
Vater und Tochter, sie betet in dieser Szene im Chor mit und er mimt den Pfarrer. Die beiden kommen zum Spielen vom Mutschellen nach Beinwil. Der Vater erzählt, dass er als junger Mann in der Prozession die Maria-Fahne tragen durfte. Als sie vernahmen, dass Walter Küng in Beinwil Regie führt, da wollten sie dabei sein. Für seine Tochter, die im Rollstuhl unterwegs ist, wird dies die erste Freilichttheatersaison sein. «Ich habe sogar eine zweite Rolle bekommen», erzählt sie. Eine andere Frau betont: «Ich habe mich darauf gefreut, mit Profis zusammenzuarbeiten.» Dabei geht ihr Kopfnicken Richtung Walter Küng.
Proben und Sommerferien
Auch Walter Küng ist begeistert. «Wir sind gut in der Probearbeit», sagt er. Obwohl ihm bewusst ist, dass es viel schwierigen Text im Stück hat. «Alle Szenen sind geprobt», sagt er. Es hätten sich zum Ende der Bewerbungszeit noch mehr Interessierte gemeldet. «So habe ich das Stück erweitert», so Küng.
Er habe Figuren eingebaut und in die Handlung einbezogen. Zurzeit arbeiten sie daran, dass die einzelnen Charaktere sich stärker zeigen. Im Juni werden die Szenen zusammengehängt.
Da wird es auch eine Kostümprobe geben. Denn mit den eigentlichen Kostümen werden die Spielerinnen und Spieler erst in den letzten Proben auftreten. Die meisten Kostüme seien aus der aktuellen Zeit. «Nur wenige Szenen werden in historischen Kostümen gespielt», sagt der Regisseur. Im Juli geht es in die Sommerferien. Walter Küng sagt: «Da sind eh alle weg.» Anfang August wird dem Stück der letzte Schliff vor der General- und Hauptprobe gegeben.
Für die Aufführungen vom 7. August bis 5. September können Tickets online bezogen werden. Dazu besteht auch die Möglichkeit, ein Abendessen zu buchen. Informationen: www.freilichttheater-beinwil.ch/tickets/


