Auftritt im Leichtathletik-Mekka
24.07.2026 Leichtathletik, SportTV Wohlen vor der Schweizer Meisterschaft der Aktiven am Samstag und Sonntag im Letzigrund
Micaela Nardelli, Rahel Wollschlegel, Isabelle Bütler, Kaira Volken und Seline Büchel. Diese fünf Athletinnen werden den TV Wohlen an den Schweizer Meisterschaften ...
TV Wohlen vor der Schweizer Meisterschaft der Aktiven am Samstag und Sonntag im Letzigrund
Micaela Nardelli, Rahel Wollschlegel, Isabelle Bütler, Kaira Volken und Seline Büchel. Diese fünf Athletinnen werden den TV Wohlen an den Schweizer Meisterschaften der Aktiven am Wochenende vertreten. Rolf Stadler, Leiter der Leichtathletik-Riege, traut ihnen einiges zu, sagt aber: «Das Niveau in der Schweiz ist so hoch, wie lange nicht mehr.»
Josip Lasic
Das Stadion Letzigrund in Zürich ist das Schweizer Leichtathletik-Mekka. Morgen Samstag und übermorgen Sonntag misst sich dort die nationale Elite dieses Sports an den Schweizer Meisterschaften der Aktiven. Verglichen mit anderen Anlässen, die im Letzigrund stattfinden, wie der «Weltklasse Zürich», ist die SM ein eher «kleiner» Anlass. Für die Sportlerinnen und Sportler ist es trotzdem eine grosse Ehre, dort anzutreten. «Man spürt, dass es für sie nicht das Gleiche ist wie in anderen Stadien. Es ist spezieller, im Letzigrund zu starten», sagt Rolf Stadler, Leiter der Leichtathletik-Riege des TV Wohlen.
Das gilt auch für die fünf Athletinnen aus seinem Verein, die mit dabei sein werden an den Schweizer Meisterschaften der Aktiven in Zürich. Seline Büchel startet über 800 m, Isabelle Bütler über 100 m Hürden, Micaela Nardelli im Speer-, Kaira Volken im Diskus- und Rahel Wollschlegel im Hammerwurf. Diese besondere Atmosphäre des Letzigrund-Stadions sieht Stadler auch als grosse Chance für seine Athletinnen. «Gerade in den technischen Disziplinen herrschen an den Schweizer Meisterschaften andere Vorzeichen. Die Sportler sind nervöser. Das kann einen Unterschied ausmachen.»
Büchel nach verpasster WM-Teilnahme
Gerade Kaira Volken, mit 17 Jahren die jüngste des Wohler Quintetts, durfte vor Kurzem ihre eigenen Erfahrungen mit Nervosität machen. Sie kommt von der U18-Europameisterschaft in Rieti in Italien. Dort herrschten mit Fernsehkameras vor Ort noch intensivere Bedingungen, was die Aufregung angeht, als es in Zürich der Fall sein wird. Bei Volken ist die Zielsetzung laut Stadler die, dass sie weitere Erfahrungen sammelt.
Anders sind die Vorzeichen bei Rahel Wollschlegel. Sie ist mit 38 Jahren die älteste aus der Fünfergruppe. Anfang Monat holte sie an einem Meeting in Alle den Schweizer-Meister-Titel in der Kategorie Masters in der Altersklasse W35. Bei ihr geht Stadler davon aus, dass es im Letzigrund für eine Finalqualifikation reichen sollte. Das gilt auch für Seline Büchel. Obwohl das Teilnehmerfeld über 800 m sehr prominent besetzt ist.
Mit Audrey Werro, Valentina Rosamilia, Veronica Vancardo und Lore Hoffmann ist die absolute Schweizer Elite mit dabei. Werro führt die Jahres-Weltbestenliste an. Die anderen drei Athletinnen kämpfen mit ihr um die drei Startplätze für die EM in Birmingham. Ärgerlich für Büchel: Die 19-Jährige hat die Limite für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene in den USA erreicht. Insgesamt waren es aber sechs Sportlerinnen, denen das gelungen ist. Da nur zwei Athletinnen für die WM nominiert werden, fand in Fribourg ein Qualifikationsrennen statt. Fiona von Flüe und Noée Wipfli heissen die beiden Athletinnen, die ihr das WM-Ticket vor der Nase weggeschnappt haben. Die beiden sind ebenfalls für die SM im Letzigrund gemeldet. «Ob sie wirklich starten oder sich für die U20-WM schonen, werden wir noch sehen.» Die Finalqualifikation ist für Büchel unabhängig davon ein realistisches Ziel.
Bütler gegen 59 Konkurrentinnen
Schwieriger wird es für Isabelle Bütler. Für die 35-Jährige ist die SM eigentlich ein besonderer Wettkampf. Die Murianerin hat ihr Karriereende angekündigt. Nach der Masters-WM in August in Südkorea soll Schluss sein. Bei ihrer Dernière starten aber 60 Teilnehmerinnen über 100 m Hürden. Bevor es in Richtung Final geht, muss in dieser Disziplin zuerst die Qualifikation für den Halbfinal erreicht werden. Auch bei Micaela Nardelli wird der Wettkampf herausfordernd. «Im Speerwurf haben wir aktuell ein hohes Niveau, wie vielleicht noch nie zuvor. Die Konkurrenz ist sicher sehr stark, dazu kommt sie von einer Verletzung zurück. Ich bin gespannt, was unter diesen Vorzeichen möglich ist.»
Aus Stadlers Sicht ist das hohe Niveau allerdings auch in anderen Disziplinen sichtbar. «In der Schweizer Leichtathletik ist es so hoch wie schon lange nicht mehr. Allgemein ist das sehr erfreulich. Von unseren Athletinnen wird es aber überall einen Exploit benötigen, damit sie eine gute Platzierung erreichen können. Ich bin aber zuversichtlich, dass ein solcher Exploit gelingen kann.





