Bewunderung für den Farbtupfer
08.05.2026 Wohlen, KulturIn der Begegnungsstätte Rösslimatte: Kulturpreis-Verleihung an den Gemeinnützigen Frauenverein
Welche Freude – vermischt mit viel Genugtuung und berechtigtem Stolz. Der Gemeinnützige Frauenverein wurde in der Begegnungsstätte ...
In der Begegnungsstätte Rösslimatte: Kulturpreis-Verleihung an den Gemeinnützigen Frauenverein
Welche Freude – vermischt mit viel Genugtuung und berechtigtem Stolz. Der Gemeinnützige Frauenverein wurde in der Begegnungsstätte Rösslimatte mit dem Kulturpreis ausgezeichnet. Eine verdiente Würdigung und Auszeichnung.
Daniel Marti
Die Begegnungsstätte Rösslimatte platzte schier aus allen Nähten. Freie Stühle gab es nicht mehr, selbst Stehplätze waren Mangelware. Dieser Grossaufmarsch bot die verdiente und würdige Bühne für den Gemeinnützigen Frauenverein, der in seiner 140-jährigen Geschichte schon für manche gute und interessante Geschichte verantwortlich zeichnete. Mit der Verleihung des Kulturpreises konnte nun ein weiterer Höhepunkt gefeiert werden.
«Förderung der Integration»
Dass der Kulturpreis 2026 der Gemeinde Wohlen an den Gemeinnützigen Frauenverein geht, diese Meldung ist seit knapp drei Wochen bekannt. Nun fand die feierliche Übergabe in der Begegnungsstätte Rösslimatte statt. Nicht nur die eigenen Vereinsmitglieder wollten sich dieses Highlight nicht entgehen lassen, auch etliche Kulturpreisträger der früheren Jahre gaben sich die Ehre. Architekt und Bühnenbauer Stefan Hegi (2025), OK Wohler Fasnacht (2024), Filmklub (2023), Circolo Acli (2022), Hardy’s Bubbles (2021) sind die unmittelbaren Vorgänger. Und alle freuten sich riesig mit dem Gemeinnützigen Frauenverein.
«Personen oder Institutionen mit einem besonderen Beitrag für das kulturelle Leben in Wohlen werden mit dem Kulturpreis ausgezeichnet», betonte Gemeinderätin und Kulturministerin Sonja Isler-Rüttimann. Und solche Beiträge hat der Frauenverein wohl Hunderte geleistet. Der Gemeinnützige Frauenverein stehe für «die langjährige Förderung der Integration und für die kulturelle Mitwirkung», so Sonja Isler weiter. Der Verein habe sein Angebot immer wieder dem Gesellschaftswandel angepasst, das sei vorbildlich. «Heute bietet er ein breites Spektrum für Menschen in verschiedenen Lebenssituationen an.»
«Frauen, die lenken und vorspuren»
Die Laudatio sprach Corinne Manimanakis, ehemalige Einwohnerrätin. Sie ist eine Persönlichkeit des Gemeinnützigen Frauenvereins und kennt den Verein bestens. Zudem hat sie den Mittagstisch «Schmatz» ins Leben gerufen, der Vorläufer der Mittagstische der Schulen.
Zusammenhalt, Vielfalt, Integration, Vernetzung, Wertschätzung, Zeit schenken und teilen, mit der Zeit gehen. Das sind laut Manimanakis nur ein paar Stichwörter, die perfekt zum Frauenverein passen. Wohlen habe über 125 Vereine. «Aber wer kennt einen Verein, der 140 Jahre alt ist und konstant so um die 420 Mitglieder aufweist?», fragte sie. Natürlich: der Gemeinnützige Frauenverein. Eine solche Konstanz sei nur möglich, «wenn man mit der Zeit geht», so Manimanakis, «und es braucht einen Vorstand mit Frauen, die lenken und vorspuren.»
Bereits die Gründerfrauen 1886 waren Pionierinnen, blickte Manimanakis zurück. Damals wurde im Geissmannhaus an der Bremgarterstrasse eine Suppenküche eingerichtet, im Jahr 2003 wurde gleich gegenüber im damaligen Schellhaus der Mittagstisch Schmatz gegründet. Schöne Parallelen. «Der Frauenverein greift eben Menschen in schwierigen Situationen unter die Arme, ideell und finanziell.»
Sie nannte hier nur zwei Vergleiche: Das Projekt «Tischlein deck dich» und das «Café International». «Der Gemeinnützige Frauenverein ist für Menschen da, die im Leben nicht auf der Sonnenseite stehen.» Stimmt.
Gerade deswegen ist es eine wunderbare Bestätigung, dass der Gemeinnützige Frauenverein nun mit dem Kulturpreis verdientermassen selber auf der Sonnenseite steht – und im Rampenlicht.
Auch der Bruderverein, der GOV, gratulierte
Natürlich, die Gratulanten standen beim Vorstand des Gemeinnützigen Frauenvereins Schlange. Beim Gang durch die Rösslimatte und beim Apéro gab es so manches herzhaftes Lachen und sympathisches Gespräch. Einer ist jedoch herausgestochen. Pitsch Isler, Präsident des Gemeinnützigen Ortsvereins (GOV), liess es sich nicht nehmen, dem fünf Jahre älteren Schwesterverein zu gratulieren. Mit den langjährigen Einsätzen haben laut Isler die ehemalige Präsidentin Brigitta Hubeli und die abtretende Präsidentin Christine Bächer Grosses geleistet. «Danke für diesen Einsatz, der Gemeinnützige Frauenverein sorgt für viele Farbtupfer in Wohlen.» Darum schaue der GOV sehr gerne zu seiner grossen Schwester hinauf, «mit viel Respekt und grosser Bewunderung».
Der GOV hat mit seinem Wein am Rebberg einen eigenen Farbtupfer, sagte Pitsch Isler noch. Und einen solchen Farbtupfer bekamen Brigitta Hubeli und Christine Bächer stellvertretend für alle Frauen des Vereins überreicht – und mit diesem feinen Tropfen kann der Kulturpreis natürlich noch besser gefeiert werden.



