Den Anschluss nicht verpassen
27.03.2026 Waltenschwil, Region OberfreiamtNur analog geht es eben nicht
Erlebnis Freiamt präsentiert eine neue App für den Sagenweg in Waltenschwil
Der Sagenweg ist eine Erfolgsgeschichte. Auch im 16. Jahr. Die neue App soll den Zugang noch einfacher machen.
...Nur analog geht es eben nicht
Erlebnis Freiamt präsentiert eine neue App für den Sagenweg in Waltenschwil
Der Sagenweg ist eine Erfolgsgeschichte. Auch im 16. Jahr. Die neue App soll den Zugang noch einfacher machen.
Annemarie Keusch
Die Bewilligung für fünf weitere Jahre ist da. Die Geschichte des Sagenwegs in Waltenschwil geht also weiter. Eine Geschichte, deren Erfolg nicht abreisst.
Noch immer sind viele Leute im Waltenschwiler Wald unterwegs, um in die Geschichten von früher einzutauchen. Das analoge Erlebnis in der Natur lockt auch noch nach 16 Jahren. Nur analog, das geht aber in der heutigen Zeit nicht mehr. Schon 2013, drei Jahre nach der Eröffnung, präsentierten die Verantwortlichen eine App. «Diese hat lange überlebt, aber eben nicht ewig», sagt Karin Renner. Sie ist Vorstandsmitglied von Erlebnis Freiamt und betreut dort das Ressort Sagenweg. Ende 2024 funktionierte die App nicht mehr. Nun hat Erlebnis Freiamt dank finanzieller Unterstützung des Kiwanis Clubs Lindenberg eine neue App in Auftrag gegeben.
Karin Renner weiss: «Die Informationskultur hat sich eben verändert. Alles läuft via Handy.» Da müsse man auch als Sagenweg mithalten können. Auch hier sei der erste Kontakt nicht selten via Smartphone. Sie betont aber auch: «Die Sagen via App zu hören oder zu lesen, ist natürlich kein Ersatz dafür, die Kunstwerke und die Natur vor Ort zu erleben.»
Die neue App am Sagenweg ist die grösste Veränderung bei Erlebnis Freiamt. Aber auch personell gibt es Neuigkeiten. An der GV vom 28. April in Wohlen soll ein neuer Vizepräsident gewählt werden.
Erlebnis Freiamt präsentiert Jahresprogramm, Neuerungen und personelle Veränderungen
Der Sagenweg ist eines der grossen Aushängeschilder von Erlebnis Freiamt. Dank einer neuen App soll die Bekanntheit weiter steigen. Die Angebote weiter verbreiten, das ist auch das grosse Ziel von Guido Wirth. An der Mitgliederversammlung wird er als neuer Vizepräsident vorgeschlagen.
Annemarie Keusch
«Ich bin 74-jährig. Einmal nimmt jeder Abschied», sagt Herbert Strebel. Der Murianer ist Präsident von Erlebnis Freiamt. Seinen Abschied von diesem Amt konkret ankündigen, das will er nicht. «Ich freue mich, dass es weitergeht.» Mit solchen Sätzen mit Blick auf den neuen Vizepräsidenten Guido Wirth, Rottenschwil, deutet er es aber an. Wirth wird an der Mitgliederversammlung vom 28. April in Wohlen als neuer Vizepräsident vorgeschlagen. Dass der Weg vorgespurt ist, um einst das Präsidium von Strebel zu übernehmen, verneinen beide nicht.
An Tatendrang und Begeisterung mangelt es auf alle Fälle nicht. Er sei ein Ur-Freiämter, sagt Wirth. «Eher ein Freiämter als ein Aargauer.» In Bremgarten aufgewachsen hinterliess er auch beruflich viele Spuren, ob in der Kreisschule Mutschellen oder als Gesamtschulleiter in Bremgarten. Zugänge zu Erlebnis Freiamt nennt er gleich mehrere. «Im Bereich der Schule war es mir wichtiger, die Angebote in der Nähe wahrzunehmen, als weit weg zu fahren.» Und er ist selber gerne unterwegs. «Der Freiämterweg ist für Freiämter ein Muss.» Gleiches gelte für den Veloweg. Und für Familien mit dem Kinder- und dem Sagenweg. Erlebnis Freiamt leiste grossartige Arbeit. «Mit viel Idealismus.» Sich hier zu engagieren, darauf freue er sich. «Ich hoffe, dazu beizutragen, dass es all die Angebote noch lange gibt», sagt Wirth, der seit August pensioniert ist.
Infotafeln werden ersetzt
Mit diesen Angeboten meint Guido Wirth natürlich den Sagenweg, den Kinderweg, den Freiämterweg und den Veloweg. In allen vier Sparten sind motivierte und engagierte Teams am Werk. Und in allen Bereichen stehen immer wieder Projekte an. So etwa beim Freiämterweg. Ruedi Gautschi ist innerhalb des Vorstandes für diesen verantwortlich und erzählt, dass nach 20 Jahren der Aufwand für die Betreuung stetig zunehme. «Die Schilder und Wegweiser sind zwar in gutem Zustand, wenn nicht gefrevelt wurde.» Aber gerade die Rhomben, die vor allem an Bäumen aufgemalt wurden, gelte es nachzuzeichnen. Ebenfalls die Wappen, die auf einigen Schildern ausgebleicht sind. Zudem stehe in den nächsten Jahren der grösste Teil der 55 Infotafeln, die im Freiamt verteilt sind, vor einem Ersatz. «Dafür werden wir auf Sponsoren angewiesen sein.»
Das gilt quasi für alle ausserordentlichen Projekte. So war es auch 2013, als für den Sagenweg eine App entwickelt wurde. Mit in Deutsch und Englisch gesprochenen Sagen, mit Querflötenklängen. Über zehn Jahre hat sich die App gehalten. «Dann gingen erste Reklamationen ein und ab Ende 2024 funktionierte sie nicht mehr», weiss Karin Renner, die als Vorstandsmitglied das Ressort Sagenweg betreut. Ein Refresh, so stellte sie es sich vor. «Aber ein Umbau war nicht möglich. Es brauchte einen Neubau, um den technischen Anforderungen zu genügen», erzählt sie. Erlebnis Freiamt arbeitete dabei mit Res Nüssle aus Wohlen zusammen. Seit dieser Woche ist die neue App in Android- und IOS-Version im App-Store.
Nutzerzahl soll steigen
Natürlich sind auch dort alle zwölf Sagen ersichtlich, les- und hörbar. Neu kommen Bilder hinzu. Und eine Karte, auf der die zwölf Sagen und ihre Skulpturen interaktiv besucht werden können. Auf einer Infoseite sind auch die sozialen Medien eingebettet. Hinzu kommen Hinweise auf geführte Touren, Informationen zur Anreise und zu den Initianten, Künstlern und Verantwortlichen. Res Nüssle hat die App dabei ganz neu aufgebaut. «Der Unterbau von damals konnte nicht mehr gepflegt werden. Der Zahn der Zeit hatte genagt.» Rund 120 Android- und 120 IOS-Nutzerinnen und -Nutzer hatte die App bisher. «Ab heute werden es viel mehr sein, hoffentlich», meint Herbert Strebel lachend.
Begeistert von der neuen App sind alle, auch das Betreuungsteam des Sagenwegs. Und dankbar. Dem Kiwanis Club Lindenberg, der dank der Unterstützung aus der Chlausaktion die neue Applikation überhaupt erst möglich machte.
Von Velotour im Mai bis Wildkräuter im Oktober
Im laufenden Jahr setzt Erlebnis Freiamt auf die bewährten Anlässe. Die Freiämter Velotour am 5. Mai, der internationale Museumstag am Sagenweg am 17. Mai, die Präsenz im Ferienpass Region Muri und Region Mutschellen-Bremgarten-Wohlen. Und am 18. Oktober ist ein Wildkräuter-Anlass am Sagenweg geplant. Ihre vier Hauptattraktionen sind dabei ganzjährig und an jedem Tag, rund um die Uhr zugänglich.
Erlebnis Freiamt ist also aufgestellt für die nächste Zeit. Mit Guido Wirth als baldigem Vizepräsident auch personell. Und mit Céline Mülchi als Leiterin der Geschäftsstelle ebenfalls. Vor rund einem Jahr trat sie das Amt an. «Als Margrit Konrad nach über 20 Jahren aufhörte, bereitete mir das schon Sorgen», gesteht Herbert Strebel. In Céline Mülchi habe man eine Person gefunden, die die Aufgabe nicht als Job, sondern als Leidenschaft sehe. «Ein Glücksfall.»
Mehr Infos: www.freiamt.ch.


