Die Arbeit wird nicht weniger
12.05.2026 Wohlen, Kultur8. GV des Vereins für Kultur: Dank dem Kulturwerk sind weitere Projekte in Planung
Der Verein für Kultur hat ein intensives Jahr hinter sich. Mit der Eröffnung des Kulturwerks wurde nicht nur ein Veranstaltungsort kreiert, sondern quasi ein Vereinsheim ...
8. GV des Vereins für Kultur: Dank dem Kulturwerk sind weitere Projekte in Planung
Der Verein für Kultur hat ein intensives Jahr hinter sich. Mit der Eröffnung des Kulturwerks wurde nicht nur ein Veranstaltungsort kreiert, sondern quasi ein Vereinsheim geschaffen. Weitere Projekte sind schon in Planung.
Chregi Hansen
Eigentlich gab es nur positive Nachrichten zu hören an der Versammlung, an der gut 40 Mitglieder teilnahmen. Die Tatsache, dass der Stapler im Lager Waltenschwil allenfalls irgendwann mal den Geist aufgeben könnte, war schon die schlechteste aller Infos. Auch die Nachjustierungen beim Brandschutz in der Bleichi, die nach den Vorfällen in Crans-Montana plötzlich gefordert wurden, sind erledigt.
Das letzten Herbst eröffnete Kulturwerk diente erstmals als Ort der GV. «Diese Räume sind wichtig, sie sind wie ein Vereinsheim für uns, welches auch von allen Unterprojekten genutzt werden kann für Anlässe und Sitzungen», freut sich Präsident Jonas Arnet. Das Kulturwerk mag zwar nach aussen strahlen, «aber die DNA unseres Vereins sind all die Projekte, die unter unserem Dach stattfinden», fährt er fort.
Sommerbar macht dieses Jahr keine Sommerpause
Und diese sind allesamt auf gutem Weg. Der Wochenmarkt schaut auf ein gutes Jahr zurück und hat sich in Wohlen etabliert, auch wenn die Besucherzahlen noch etwas höher sein dürften. «Es wäre schön, wenn man auch mal fremde Gesichter sehen würde», sagt Judith Wohler. Auch die Sommerbar kann auf eine wunderbare Saison zurückschauen. «Es waren fantastische Abende mit einem bunt durchmischten Publikum, wir freuen uns bereits auf die nächste Saison, die am 11. Juni startet», erklärt Christian Döbeli im Namen des OK. Dieses Jahr wird das Isler-Areal an neun Wochenenden zum Treffpunkt der Region. «Dass wir einen solch grossen Anlass weiterhin mit lauter ehrenamtliche Helfern stemmen können, ist nicht selbstverständlich», so Döbeli weiter. Just zur GV kann er den Programm-Flyer präsentieren, der nun an vielen Orten aufliegt.
Nach einer Pause fand letztes Jahr erstmals wieder das «Dreiraumkultur» statt. Die Konzerte an den vier verschiedenen Orten waren gut besucht. Darum wird es am 17. Oktober eine weitere Ausgabe geben. Nach einem Jahr Unterbruch wird dieses Jahr das Open Air Stoppelfäld wieder über die Bühne gehen. «Wir haben die Pause genutzt, um neue Helfer zu gewinnen und neue Ideen zu entwickeln», sagt Céline Haller. Das Line-up des Festivals soll schon bald bekannt gegeben werden, fest steht bereits das Datum (14./15. August).
Neue Kräfte gesucht
Angelaufen ist die neue Reihe «Kultur im Pavillon», die von Johannes Küng betreut wird und die regelmässig zu Lesungen einlädt. Oft begleitet von einem kulinarischen Teil. Der Adventsmärt im Islerpark konnte letztes Jahr vermutlich einen Besucherrekord feiern. Die Vorbereitungen für die 5. Ausgabe unter dem Dach des Vereins für Kultur läuft. Hier sind jedoch bald neue Kräfte gefragt – Patrick Grob und Patrick Schmider wollen die Verantwortung dafür im kommenden Jahr abgeben. Neue Kräfte könnten bei dieser Ausgabe über die Schulter blicken.
Kurz vor Schluss der ersten Saison steht das Kulturwerk. Noch bleiben die zwei quasi ausverkauften Konzerte von Seven. «Mit den Ticketverkäufen dürfen wir zufrieden sein», sagt Jonas Arnet. Das Kulturwerk ist aber nicht nur Konzertlokal, hier finden auch weitere Anlässe statt. Die Probenräume und Ateliers sind alle vermietet, bald soll auch der Aussenraum neu gestaltet werden. Die Umbau-Truppe rund um Stefan Hegi ist noch immer regelmässig im Einsatz. Und sie erhält bald weitere Arbeit. Nach Abschluss der Bez-Sanierung werden die Werkräume frei, die aktuell noch von der Schule genutzt werden.
«Offene Werkstatt» geplant
Für deren Nutzung gibt es bereits Ideen. Auf Initiative von Ariane Gregor und Ruth Gebhard soll hier eine «Offene Werkstatt» entstehen. Ein gut ausgerüsteter Ort, wo alle unter Anleitung kreativ sein können. Auch Kurse sollen regelmässig angeboten werden. «Die wenigsten haben heute alle Werkzeuge und Maschinen zu Hause. Hier können wir sie ihnen zur Verfügung stellen», erklärt Gregor das Konzept. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, derzeit sei man daran, ein möglichst grosses Team mit viel Fachkenntnis aufzubauen. «Es haben sich schon etliche Interessierte gemeldet», freut sich Gregor.
Auch finanziell kann der Verein auf ein gutes Jahr zurückblicken. Der Vorstand ist froh, dass er nun von der Gemeinde mit einem regelmässigen Beitrag unterstützt wird. Damit belasten die Projekte unter seinem Dach den Wohler Kulturkredit nicht mehr. Noch nicht gelungen ist es, beim Kanton eine Steuerbefreiung zu erreichen. «Natürlich haben wir Einnahmen aus dem Gastrobereich, etwa an der Sommerbar. Aber dieses Geld wird voll und ganz eingesetzt, um weitere Kulturprojekte zu unterstützen», macht der Präsident deutlich. Die Gespräche laufen aber weiter und man ist optimistisch, dass dieses Vorhaben noch gelingt und so noch mehr Kultur gefördert werden kann.
Neues Logo und neues Vorstandsmitglied
Auch auf Vereinsebene gab es erfreuliche Nachrichten. Die Mitgliederzahl ist von 214 auf 243 Personen gestiegen. «Unser Ziel sind 300», gibt Arnet die Marschrichtung vor. Zudem hat man ein neues Vereinslogo in Auftrag gegeben. Im Vorstand kommt es zu einem Wechsel. Patrick Grob tritt nach vier Jahren zurück. «Er ist seit Jahren in der Kulturszene präsent, als Organisator und Akteur. Er hat einfach zu viele andere Projekte am Laufen», bedauert Jonas Arnet. Grob selbst hat die Arbeit im Vorstand immer Spass gemacht. Als Mitglied der Steuergruppe des Kulturwerks bleibt er dem Verein weiter erhalten. Und mit Céline Haller konnte bereits Ersatz gefunden werden. Sie wird denn auch, wie alle anderen Vorstandsmitglieder, einstimmig gewählt.
Ausruhen kann sich der Verein trotz all der Erfolge nicht, da unter seinem Dach immer mehr Projekte stattfinden. Aber auch der Betrieb des Kulturwerks erfordert in Zukunft gewisse Schritte in Richtung Professionalisierung. Erste Gedanken hat sich der Vorstand bereits gemacht, noch ist aber nichts entschieden. Man darf gespannt sein, wohin die Reise noch geht.

