Ein neues Abenteuer
08.05.2026 Mutschellen, Bücher, LiteraturDer «Space Dream»-Autor Harry Schärer veröffentlicht seinen ersten Thriller
Harry Schärer schrieb die «Space Dream»-Trilogie und drei weitere erfolgreiche Musicals. Jetzt hat er sich zum ersten Mal an eine Geschichte in Buchform gewagt. ...
Der «Space Dream»-Autor Harry Schärer veröffentlicht seinen ersten Thriller
Harry Schärer schrieb die «Space Dream»-Trilogie und drei weitere erfolgreiche Musicals. Jetzt hat er sich zum ersten Mal an eine Geschichte in Buchform gewagt. Mit «Das Codex Orbis Testament» widmet er sich einem für ihn neuen Genre.
Roger Wetli
«Mit ‹Space Dream› schrieb ich einfach mal mein erstes Musical. Und jetzt schrieb ich einfach mal mein erstes Buch», zuckt Harry Schärer gelassen die Schultern. Was einfach klingt, war es aber dann doch nicht. Denn «Das Codex Orbis Testament» entstand nach und nach seit 2018. Dabei war es sich Schärer gewohnt, auch ausserhalb der Musical-Welt ohne Musik zu texten. «Ich schrieb eigentlich immer. Für Werbung, Bühnenproduktionen oder einfach auch nur Geschichten für mich. Meine Frau meinte irgendwann, ich solle endlich mal ein Buch schreiben. Das tat ich», lacht Schärer.
Erfundene Geschichte an realen Orten
Also erstellte der Autor einen Plot und ein erstes Storyboard. Wichtig war ihm, dass es ein Thriller wird. Einer, der von der Spannung lebt. Einer, bei dem man ständig mutmassen soll, wie es weitergeht. «Allerdings funktionierte mein erster Plot nach dem 4. Kapitel bereits nicht mehr», schmunzelt Harry Schärer. «Es kamen immer weitere Aspekte hinzu. Manchmal führte ich mit den Protagonisten Zwiegespräche und fragte sie, wie sie in der jeweiligen Situation handeln würden.»
Herausfordernd kommt hinzu, dass Harry Schärers Thriller in verschiedenen Zeiten beginnt. Neben der Gegenwart ist zum Beispiel aus der Epoche um die Jesus-Hinrichtung durch den römischen Präfekten Pontius Pilatus zu lesen. Zum Inhalt seines Buches möchte er nicht zu viel verraten. Nur: «Ein Suizid in meinem Wohnort Landikon, eine Gruppe von rechtsextremen Milliardären, ein diskretes Bündnis im Nahen Osten, eine uralte Schriftrolle und ein neuer Gott vermengen sich zu einem Drama riesigen Ausmasses», macht der Autor neugierig.
Im Thriller sind diese Vorkommnisse, Orte und Zeitebenen in kleinen Kapiteln ineinander vermischt. «Ich schrieb sie parallel, also nicht nacheinander», erklärt er. «Trotzdem mixte ich sie anschliessend nochmals neu, sodass die Geschichte noch packender wird.»
Besonders wichtig ist ihm, dass die Orte, Adressen und weitere Fakten stimmen. «Wenn ich schon Zürich erwähne, dann soll auch das reale Zürich vorkommen.» Und auch in seinem Heimatweiler Landikon spielt eine Szene zu Beginn des Romans. Schärer recherchierte für seinen Thriller viel, besuchte einzelne Schauplätze und konsultierte die Bibel. Da es sich bei der Hauptfigur um einen Ermittler der Kantonspolizei Zürich handelt, führte der Autor ein längeres Gespräch mit dem Sprecher der Kantonspolizei. «Ich wollte die Polizeiarbeit in meinem Buch möglichst realistisch darstellen.» Natürlich handle es sich jetzt um eine erfundene Geschichte. Diese spielt aber auch an real existierenden Orten. «Genau diese Kombination finde ich spannend.»
Schmerzen ausgehalten
Allerdings führten die intensiven Recherchen auch zu neuen Ideen und dazu, dass diese in die Geschichte eingebaut wurden. Mit der Konsequenz, dass diese umgeschrieben werden musste. «Einmal schmiss ich 150 bis 200 Seiten weg, nur um einen neuen Weg einzuschlagen. Das tat weh, lohnte sich aber. Der Thriller wurde dadurch deutlich besser.» Die vermeintlich finale Erstfassung war 750 Seiten stark. Diese kürzte er vor dem professionellen Lektorat noch auf etwa 600 Seiten. «Auch das war schmerzhaft, hat aber den Lesefluss deutlich verbessert», ist Harry Schärer überzeugt. Nicht ohne Stolz weist der Autor darauf hin, dass sein Thriller ganz ohne Beizug von künstlicher Intelligenz entstand. Diesen Aspekt erwähnt Schärer auch prominent im Buch.
Lesermeinungen direkt erhalten
Er ist jetzt gespannt, welche Reaktionen «Das Codex Orbis Testament» auslösen wird. «Ich weiss nicht, wohin mich die Reise mit meinem Roman hinführt», sagt Harry Schärer. Dadurch, dass er das Buch im eigenen Verlag veröffentlicht, erhält er die Rückmeldungen sehr direkt. «Zudem sehe ich auch, wer das Buch bestellt.» Ohnehin sei es schwierig, einen passenden Verlag zu finden. «Pro Jahr kommen alleine im deutschsprachigen Raum auf rund 100 Verlage etwa 150 000 Manuskripte. In dieser schieren Masse geht man schnell unter.»
Die von ihm erzählte Geschichte ist mit diesem Buch abgeschlossen. Harry Schärer atmet jetzt erst einmal durch. Den Drang und die Idee für eine Fortsetzung hat er noch nicht. Er konzentriere sich jetzt lieber auf das Bekanntmachen seines Thrillers. Dazu beliefert er direkt Buchhandlungen und andere Geschäfte, wird sein Buch an Buchmessen präsentieren und Lesungen abhalten. «Für mich ist das wie ein neues Abenteuer», strahlt er.
«Das Codex Orbis Testament» ist erhältlich online über www.brooklet-verlag.ch und in dieser Region in den Geschäften von Harry Schärers langjährigen Freunden Chilli Sport in Widen und Garage Rohrbach in Wohlen.
Der Autor
«Space Dream» entwickelte und komponierte Harry Schärer für die Gewerbeausstellung «Mega94», wo das Musical seine Premiere feierte. Er betrieb damals in Rudolfstetten ein Werbeatelier und im angegliederten Tonstudio nahm er unter anderem Werbespots fürs Radio auf.
2001 zog Schärer von Fislisbach nach Landikon, einem Weiler von Birmensdorf ZH. «Space Dream» wurde zum Grosserfolg und wurde in Baden, Berlin, Winterthur und Zürich über 1300 Mal aufgeführt. Es folgten zwei Fortsetzungen. Ausserdem schrieb er auch die Musicals «Melissa», «Twist Of Time» und «Alapilio», die ebenfalls grossen Anklang fanden. --rwi

