Fliegen mit Muri
13.03.2026 Handball, SportGrosses vor
Ivo Rütimann, Goalie des TV Muri, spricht vor den entscheidenden Spielen über Ziele und Träume. --red
1. Liga: TV Muri – SG Kriens-Emmen (Samstag, 16 Uhr, Bachmatten)
Die Murianer ...
Grosses vor
Ivo Rütimann, Goalie des TV Muri, spricht vor den entscheidenden Spielen über Ziele und Träume. --red
1. Liga: TV Muri – SG Kriens-Emmen (Samstag, 16 Uhr, Bachmatten)
Die Murianer Handballer fliegen durch die Saison. Von 21 Spielen wurden erst fünf verloren. Das Team schnuppert an den Aufstiegsspielen – und nun stehen die drei entscheidenden Spiele an. Ein Grund für den Höhenflug ist Ivo Rütimann, der im Tor sagenhafte Leistungen zeigt.
Stefan Sprenger
Immer wieder Ivo Rütimann. Der 22-Jährige spielt im Tor des TV Muri eine sackstarke Saison und wird immer wieder als Matchwinner hervorgehoben. Rütimann ist kein ausschweifend emotionaler Typ, deshalb erstaunt es auch nicht, dass er bodenständig abwinkt und sagt: «Unsere Verteidigung steht sehr oft sauber und leistet so grosse Hilfe, damit wir Torhüter brillieren können.» Beim letzten Sieg (27:22 gegen Dagmersellen) wehrte er 14 von 33 Schüssen ab. 43 Prozent Abwehrquote. Eine Traumbilanz. «Die Tagesform war sicherlich okay», sagt der Sanitärinstallateur bescheiden.
TV Muri mit Bestwert auf den Rängen
Ivo Rütimann steht sinnbildlich für die Sahne-Saison der Murianer: 14 Siege, zwei Unentschieden und nur fünf Niederlagen. Die 21 Saisonspiele liefen eigentlich immer rund. Rütimann erklärt: «Der Erfolg hat viel mit dem neuen Trainer Björn Navarin zu tun, der einen super Job macht. Navarin brachte einen anderen Impact, ein anderes System in Angriff und Abwehr. Zudem sind wir alle ein Jahr älter und erfahrener geworden.» Auch das Goalie-Trio mit Rütimann, Jul Baeriswyl und Ursin Schleiss macht grosse Fortschritte. «Das hat mit dem Goalietrainer Michael Schoch zu tun. Er hat uns extrem verbessert, besonders was das Stellungsspiel im Tor betrifft», so der 1,79 m grosse Rütimann. Und jenes Stellungsspiel ist besonders für kleingewachsene Goalies enorm wichtig. Und das haben alle Torhüter beim TV Muri gemeinsam: Sie sind keine riesigen Schränke, aber sie haben alle ein starkes Stellungsspiel.
Trainerstaff und Team harmonieren in der Bachmatten. Der sportliche Erfolg ist der Beweis. Und man spürt es auch auf den Rängen. Pro Heimspiel kommen 285 Zuschauer, das ist Bestwert aller 37 Erstliga-Teams in der Schweiz. Und die Glanzsaison könnte eine Fortsetzung finden. Dem TV Muri ist der 3. Rang kaum mehr zu nehmen. Auf die zweitplatzierten Ehrendinger – und damit den Aufstiegsspielen zur Nationalliga B – fehlen mickrige drei Punkte. Es sind noch drei Spiele zu bestreiten. Zuerst geht es gegen Kriens-Emmen (Samstag, 16 Uhr, Bachmatten), bevor am 21. März die Auswärtspartie in Altdorf ansteht. Am Ende gibt es das Direktduell (28. März, 16 Uhr) in Muri.
«Eine Finalissima wäre genial»
Dort kommt es zum Showdown mit Ehrendingen und dem früheren Muri-Trainer Zoltan Cordas. Das Szenario, dass es in diesem Spiel um den letzten Platz in den Aufstiegsspielen geht, ist definitiv machbar. «Eine Finalissima wäre natürlich genial», sagt Rütimann. Die Bachmattenhalle würde wohl explodieren.
Doch Rütimann bleibt am Boden. «Es sind noch drei schwierige Spiele. Natürlich, die Aufstiegsspiele wären eine coole Belohnung für das Team, den Trainerstaff und den ganzen Verein. Aber so oder so ist diese Saison ein Erfolg.»
Traum von der NLB – mit Muri
Der 22-Jährige – dessen Bruder Oliver zum erweiterten Kader der 1. Mannschaft zählt – betont, wie sehr es ihm in Muri gefällt: «Cooles Team. Toller und familiärer Verein. Es passt alles in Muri.» Deshalb hat er aktuell auch «keinen Grund» wegzugehen. Und Rütimann – der schon alle Nachwuchsstufen in Muri durchlief – wird wohl auch in Zukunft den Verein nicht wechseln. «Ich möchte handballerisch möglichst viel erreichen – mit dem TV Muri.» In der 1. Liga will er oben mitspielen. Und er träumt auch von der Nationalliga B. «Das wäre für unseren Verein und das Freiamt schon eine coole Sache. Bei einem Aufstieg wäre ich dabei», meint Rütimann, der zudem in der Jungwacht in Muri aktiv ist.
Und was, wenn Muri es in dieser Saison in die NLB-Aufstiegsspiele schafft? «Darüber verschwende ich noch keine Gedanken. Es stehen drei schwierige Spiele an. Und auch danach in den Aufstiegsspielen würden riesige Brocken kommen.» Ein Aufstieg in die NLB käme für Muri wohl zu früh. «Aber in Zukunft ist es sicherlich etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt.» Der Höhenflug soll weitergehen.


