Ständerätin Marianne Binder-Keller sprach an der Bundesfeier
In Widen redete Ständerätin Marianne Binder-Keller Klartext mit einer engagierten und aktuell gehaltenen Rede für die Freiheit und das Land in unsicheren Zeiten.
Höhepunkt ...
Ständerätin Marianne Binder-Keller sprach an der Bundesfeier
In Widen redete Ständerätin Marianne Binder-Keller Klartext mit einer engagierten und aktuell gehaltenen Rede für die Freiheit und das Land in unsicheren Zeiten.
Höhepunkt der diesjährigen Bundesfeier in Widen war zweifelsohne die Rede von Ständerätin Marianne Binder-Keller. Schon ihr optischer Auftritt, aus Überzeugung gekleidet in eine Original-Tracht der ehemaligen Badener Grafschaft, wirkte glaubhaft und authentisch. Einleitend betonte die Rednerin als Badenerin die Bedeutung der Regionen Bremgarten und Baden, welche beide zum wirtschaftlich starken Ostaargau zählen. Ein kurzer geschichtlicher Rückblick auf die Entwicklung des Aargaus seit dem Mittelalter folgte ergänzend dazu.
Dann wandte sich die Ständerätin gezielt an die jungen und ganz jungen Menschen und wies darauf hin, dass die Jugend eine grosse Rolle spielt am 1. August. «Ihr seid die Schweizer Bürger und Bürgerinnen, die in zehn, in zwanzig, in dreissig Jahren die Schweiz gestalten und bestimmen. Darum: Interessiert euch für die Politik; interessiert euch für das, was passiert in eurem Dorf, in eurem Land und in der ganzen Welt.»
Wehren bei Angriffen
In der Folge stellt die Rednerin fest: «Die direkte Demokratie ist anstrengend – aber man soll aufhören, von Überforderung zu sprechen bei Abstimmungen und Wahlen. Von der Demokratie überfordert zu sein, ist das Argument der Bequemen, der Staatshörigen und der Gleichgültigen. Es führt in der Geschichte oft in die Diktatur.»
Dann befasst sich Marianne Binder-Keller mit dem Staatswesen zur Einordnung der Schweiz in Europa; zu einer Einordnung der Freiheit und der Neutralität. «Freiheit ist nie neutral. Wir sind nicht frei, weil wir neutral sind, wir können uns unsere wertvolle Neutralität leisten, weil auch andere für unsere Freiheit mitsorgen.» In Freiheit zu leben, sei kein selbstverständliches Gut, sondern etwas, worum man immer wieder kämpfen müsse. «Aktuelles Beispiel dafür ist der von Russland angezettelte unsägliche Krieg gegen die Ukraine», so Binder-Keller.
Die Schweiz, die ihre Freiheit auch dem Schutzwall anderer verdanke, gehöre zur westlichen Werte- und Sicherheitsarchitektur. «Wir wären bei einem Angriff nicht in der Lage, uns zu verteidigen ohne die Hilfe von anderen», so die Ständerätin. Damit sei nicht gemeint, dass die Schweiz ihre Neutralität und die guten Dienste aufgeben solle. «Die anstehende Neutralitätsinitiative zwingt uns, über unser Verständnis zur bewaffneten Neutralität nachzudenken. Unser Konzept: Wir greifen niemanden an, wehren uns jedoch bei einem Angriff», fasste Marianne Binder-Keller zusammen.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier durch die Musikgesellschaft Eggenwil, welche traditionell ein gutes Verhältnis zur Nachbargemeinde Widen pflegt. Für den Gastrobetrieb sorgten wie schon seit vielen Jahren verdienstvoll die Mitglieder der einheimischen Guggenmusik Gyre-Sümpfer.
--aha