Die Einwohnergemeindeversammlung Büttikon hiess alle Geschäfte gut – plus einen Antrag aus der Versammlung
Fünfmal Ja und ein Auftrag für den Gemeinderat, so die Kurzbilanz zur «Gmeind» in Büttikon. Die Gelegenheit zum Austausch ...
Die Einwohnergemeindeversammlung Büttikon hiess alle Geschäfte gut – plus einen Antrag aus der Versammlung
Fünfmal Ja und ein Auftrag für den Gemeinderat, so die Kurzbilanz zur «Gmeind» in Büttikon. Die Gelegenheit zum Austausch bei einer Wurst wurde im Anschluss rege genutzt.
Thomas Stöckli
Das Protokoll gibt üblicherweise keinen Anlass zu Wortmeldungen. Nicht so an diesem Abend in Büttikon. Ein Änderungsbegehren und zwei Gegenstimmen sorgten für einen holprigen Start in die Versammlung. Auch dem Rechenschaftsbericht blieb in der Folge die volle Stimmenzahl verwehrt.
Kleeblatt als Symbol für die Rechnung
Für ihre Präsentation der Jahresrechnung hatte Gemeinderätin Liz Koch ein vierblättriges Kleeblatt als Visualisierung gewählt. «Wir hatten Glück», sagt sie zum deutlich reduzierten Minus von 119 000 Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 308 000 Franken.
Zum weniger schlechten Resultat haben primär Sondersteuern beigetragen. Mehrkosten fielen derweil insbesondere bei der Bildung und der Gesundheit (je + 11 Prozent) an. Hier schenkten höhere Musik- und Berufsschulbeiträge ein, dort die Pflegefinanzierung, die seit 2023 einen sprunghaften Anstieg verzeichnete.
Der Steuerfuss hat die Gemeinde zuletzt intensiv beschäftigt. Liz Koch liess ganz sachlich die Zahlen für sich sprechen: Für eine ausgeglichene Jahresrechnung wären 2025 fünf Steuerprozent zusätzlich nötig gewesen. Ohne die bereits erwähnen Sondereinnahmen – den Faktor Glück – hätte der Fehlbetrag 16 Steuerprozente betragen. Im Vorjahr liess sich der Rückschlag auf 15 Steuerprozent beziffern. «Wir wollen nicht rauf mit den Steuern», stellte Liz Koch klar. Ein «Aber» muss folgen: Wenn einen die Situation dazu zwinge, dürfe man die Augen nicht verschliessen. Das letzte Wort dürfte noch nicht gesprochen sein.
Unter «Verschiedenes» orientierte der Gemeinderat über diverse Aktualitäten. Etwa, dass eine Kommission für die Schulraumplanung gegründet und jene für die Elektra ergänzt wurde. Beide haben bereits den Betrieb aufgenommen. Ferner hat das Schulhaus die Brandschutzkontrolle mit Bravour bestanden. Gleiches gilt für die Feuerwehr, die sich mit diversen Brandstiftungen konfrontiert sah. Auf das Lob von Gemeindeammann Thomas Berger wurden die Feuerwehrleute zusätzlich mit Applaus aus der Versammlung bedacht.
Zwei Anliegen aus der Bevölkerung
Das letzte Wort hat der Bürger. Oder im Fall von Büttikon gleich zwei davon: Der erste Bürger fand mit seinem Anliegen Gehör, dass die Tagesstrukturen grundsätzlich kostendeckend sein sollen. Will heissen: Subventioniert würde künftig nicht mehr pauschal mit der Giesskanne, sondern gezielt nach Einkommen. Sein Antrag fand mit 48 Jazu 8 Nein-Stimmen deutlich Gehör. Der Gemeinderat ist nun in der Pflicht, zeitnah einen entsprechenden Antrag vor die «Gmeind» zu bringen. Ein weiterer Votant forderte, auf der Stromabrechnung künftig auszuweisen, wie gross der Anteil erneuerbarer Energie aus dem Dorf ist. Auch diesen Wunsch nehme man gerne entgegen, bestätigte der Gemeinderat.
Im Freien klang der Abend, der so holprig begonnen hatte, doch noch versöhnlich aus. Bei einer Wust, etwas zu trinken und Gesprächen auf Augenhöhe.
Die Beschlüsse
Von 729 Stimmberechtigten haben 64 an der Einwohnergemeindeversammlung in Büttikon teilgenommen, die aus Platzgründen neu in der Turnhalle des Schulhauses Boll stattfand. Sie hiessen alle traktandierten Geschäfte grossmehrheitlich gut, vom Protokoll über den Rechenschaftsbericht und die Jahresrechnung bis zu insgesamt vier Einbürgerungen. Angenommen wurde auch ein Antrag aus dem Saal. So soll der Gemeinderat einen Vorschlag bringen für kostendeckende Tarife in den Tagesstrukturen.