Kaum noch Berührungspunkte
19.05.2026 Sarmenstorf, Region UnterfreiamtTraktanden der Gemeindeversammlung in Sarmenstorf vom 11. Juni: Austritt aus Repla Lenzburg-Seetal beantragt
Die meisten Diskussionen dürfte es an der «Gmeind» um den Kunstrasenplatz für den FC geben. Daneben gibt es weitere interessante ...
Traktanden der Gemeindeversammlung in Sarmenstorf vom 11. Juni: Austritt aus Repla Lenzburg-Seetal beantragt
Die meisten Diskussionen dürfte es an der «Gmeind» um den Kunstrasenplatz für den FC geben. Daneben gibt es weitere interessante Geschäfte. So der Austritt aus der Repla Lenzburg-Seetal und die Verleihung eines Ehrenbürgerrechts.
Chregi Hansen
Das Thema ist längst bekannt. Der FC Sarmenstorf kämpft mit Problemen. Nicht auf dem Rasen, sondern wegen des Rasens. Die beiden Plätze müssen bei schlechtem Wetter oft gesperrt werden und sind überlastet. Immer wieder müssen Trainings oder Spiele absagt werden.
Unter dem Motto «Match statt Matsch» machen sich der Verein und die Gemeinde jetzt für einen Kunstrasenplatz stark. Ein solcher kann intensiver und das ganze Jahr über genutzt werden. Zudem sinken die Unterhaltskosten spürbar. Der Moment ist ideal, vom Kanton respektive aus dem Swisslos-Sportfonds gibt es aktuell einen doppelt so grossen Subventionsbetrag als sonst, also 400 000 statt nur 200 000 Franken. Um davon zu profitieren, muss das Projekt bis Ende 2029 umgesetzt sein.
2,9-Millionen-Kredit für einen Kunstrasenplatz
Geplant ist, den Hauptplatz mit der neuen Unterlage zu versehen. Neben dem Einbau des Kunstrasens sind auch verschiedene Anpassungen rund um das Spielfeld nötig. Gleichzeitig soll die ganze Beleuchtung auf LED umgestellt und eine Bewässrungsanlage eingebaut werden. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 2,9 Millionen Franken. Zu den 400 000 Franken des Kantons kommen noch 300 000 Franken, welche der Verein selbst beisteuert. Für die Gemeinde verbleibt ein Anteil von 2,2 Millionen Franken. Abgestimmt werden muss aber über den Gesamtkredit von 2,9 Millionen. Das Projekt wurde an einem Infoabend und auch in dieser Zeitung ausführlich vorgestellt.
Weiter müssen die Stimmbürger über den Verbleib respektive den Austritt aus dem Regionalplanungsverband Lebensraum Lenzburg Seetal entscheiden. Schon lange gehört die Gemeinde der Repla Unteres Bünztal an, 2016 wurde an der «Gmeind» dem Beitritt zur Repla Lenzburg Seetal zugestimmt. Dies auch, weil es zu dieser zeit einige Berührungspunkte Richtung Seetal gab.
Austritt spart auch Geld
Seit 2017 ist Sarmenstorf Mitglied in zwei Verbänden und zahlt jeweils den halben Mitgliedsbeitrag, im Bünztal 1.25 Franken pro Einwohner, im Seetal 2.50 Franken. In den vergangenen zwei Amtsperioden hat sich nun gezeigt, dass es kaum noch Verbindungen Richtung Seetal und Lenzburg gibt. Auch können nur wenige Synergien genutzt werden. Der Gemeinderat Sarmenstorf ist darum der Meinung, dass sich die Doppelmitgliedschaft nicht mehr lohnt, darum beantragt er jetzt den Austritt aus dem Lebensraum Lenzburg-Seetal. Das bringt auch finanzielle Vorteile. Aktuell betragen die Mitgliedsbeiträge zusammengerechnet rund 12 000 Franken, nachher sind es noch 8000 Franken. Die Kündigungsfrist beträgt ein Jahr, der Austritt kann also erst per Ende 2027 erfolgen.
Abgestimmt wird an der «Gmeind» in Sarmenstorf auch über den Rechenschaftsbericht und die Rechnung, die mit einem Plus von 1,26 Millionen abgeschlossen hat. Vorgelegt wird auch die Kreditabrechnung für die Anschaffung eines neuen Pionierfahrzeugs für die Feuerwehr. Dafür wurde ein Betrag von 250 000 Franken bewilligt, unter dem Strich resultiert nach dem Abzug der Subvention eine Kreditunterschreitung von 33 000 Franken. Vorgelegt wird an diesem Abend auch ein Einbürgerungsgesuch.
Sarmenstorf erhält zwei neue Ehrenbürger
Und dann steht noch ein sehr spezieller Moment an. An der letzten «Gmeind» hat Roman Lindenmann den Antrag gestellt, Thomas und Ruth Furrer das Ehrenbürgerrecht zu erteilen. Thomas Furrer ist nicht nur langjähriger Hausarzt in Sarmenstorf, er gehörte vor 30 Jahren zum Team, welches das Altersheim wieder auf Kurs gebracht hat, und hat sich danach im Vorstand und als Heimarzt engagiert. Er amtete auch als Schularzt und war für den Samariterverein tätig. Seine Frau Ruth hat sich sowohl in der Praxis wie in der Schule engagiert.
Der Gemeinderat Sarmenstorf sieht die Voraussetzungen für das Ehrenbürgerrecht in beiden fällen als erfüllt an und unterstützt den Überweisungsantrag. Damit den beiden aber das Ortsbürgerrecht erteilt werden kann, müssen sie erst das Einwohnerbürgerecht erhalten. Darum tagen die Ortsbürger für einmal nach den Einwohnern und werden dann ebenfalls über das Ehrenbürgerrecht abstimmen. Eine Verdiente Würdigung für ein grosses Engagement.
Die Traktanden
An der Einwohnergemeindeversammlung vom Donnerstag, 11. Juni, 20 Uhr, gelangen folgende Traktanden zur Behandlung: 1. Protokoll. – 2. Rechenschaftsbericht. – 3. Jahresrechnung. – 4. Austritt Repla Lebensraum Lenzburg Seetal LLS. – 5. Verleihung Ehrenbürgerrecht der Einwohnergemeinde an das Ehepaar Thomas und Ruth Furrer. – 6. Einbürgerungsgesuch. – 7. Kreditabrechnung Pionierfahrzeug Feuerwehr (PIF3). – 8. Verpflichtungskredit über 2,9 Millionen Franken für den Umbau eines Naturrasens in ein Kunstrasenfeld Bühlmoos. – 9. Verschiedenes und Umfrage.
Im Anschluss an die Einwohnergemeindeversammlung findet die Ortsbürgergemeindeversammlung mit folgenden Traktanden statt: 1. Protokoll. – 2. Rechenschaftsbericht. – 3. Jahresrechnung. – 4. Verleihung Ehrenbürgerrecht der Ortsbürgergemeinde an das Ehepaar Thomas und Ruth Furrer. – 5. Verschiedenes und Umfrage

