Konstanz trotz Wechseln
23.06.2023 WohlenBeim Verein für Jugend und Freizeit (VJF) steht neu ein Co-Präsidium an der Spitze
Nach elf Jahren als Präsident trat Alex Meyer an der Mitgliederversammlung vom 10. Mai zurück. Neu wird der VJF von Gabriele Schmid-Riedo und Jonas Meier im ...
Beim Verein für Jugend und Freizeit (VJF) steht neu ein Co-Präsidium an der Spitze
Nach elf Jahren als Präsident trat Alex Meyer an der Mitgliederversammlung vom 10. Mai zurück. Neu wird der VJF von Gabriele Schmid-Riedo und Jonas Meier im Co-Präsidium geführt.
Walter Minder
Gegründet wurde der VJF im Jahr 1990 als Nachfolgeorganisation des Freizeitvereins Wohlen, vier Jahre später wurde die Offene Jugendarbeit Wohlen definitiv eingeführt. Mit den Jahren wuchs der VJF über die Grenzen von Wohlen hinaus und entwickelte sich als Dachorganisation zur interkommunalen Geschäftsstelle, welche organisatorische Aufgaben übernimmt, aber in den einzelnen Gemeinden nicht aktiv in spezifischen Projekten tätig ist.
Inzwischen haben 46 Gemeinden in den Kantonen Aargau, Solothurn und Zürich den VJF mit der Betreuung der Offenen Jugendarbeit oder den immer wichtiger werdenden Integrationsangeboten beauftragt. Ab August werden mit Zurzach und Hedingen zwei weitere Partner dazustossen. Als organisatorische Zentrale arbeitet der VJF dabei sehr eng mit lokalen Ansprechpartnern zusammen, wie etwa mit Gemeinderat, Lehrpersonen, Schulsozialarbeit oder der Polizei.
Von 16 auf 46 Gemeinden
Als Alex Meyer 2012 das Präsidium im VJF übernommen hat, profitierten damals 16 Gemeinden von der professionellen Unterstützung aus der Organisationszentrale Wohlen.
Er zeigte sich im Gespräch überzeugt, dass die erfolgreiche Entwicklung weitergehen wird, zumal die Kinder- und Jugendförderung, aber auch Integrationsangebote und Gemeinwesenarbeit immer wichtiger werden, da deren gesamtgesellschaftlicher Nutzen bei den politischen Verantwortlichen heute durchwegs anerkannt ist.
So nahmen 2022 rund 60 000 Besuchende an Anlässen und Veranstaltungen teil, organisiert von 61 fest angestellten Mitarbeitenden und vier Zivildienstleistenden in insgesamt 21 Jugendarbeitsstellen und der Regionalen Integrationsfachstelle.
Seine Nachfolger Gabriele Schmid-Riedo und Jonas Meier, die neu als Co-Präsidium engagiert sind, schätzen die von ihm sichergestellte professionelle Einführung in die neue Aufgabe. «In dieser Hinsicht könnte manche Firma von uns etwas lernen.» Eine wichtige Herausforderung sehen sie in der klaren Trennung zwischen strategischer und operativer Verantwortung, wobei Flexibilität und schlanke Abläufe im Fokus stehen. «Wachstum ist schön, aber nicht um den Preis sinkender Qualität», dieser Vereinsphilosophie fühlen sich beide verantwortlich.
Synergien schaffen und nutzen
Auch in der Geschäftsführung stehen personelle Veränderungen an. Lukas Vogt, seit vierzehn Jahren beim VJF tätig, war die letzten neun Jahre neben Karin Stoll als Co-Geschäftsführer mitverantwortlich für die operative Entwicklung des Vereins. Per 1. August wird er eine neue Herausforderung annehmen, «zumal meine Kinder flügge werden und ich sie intensiver begleiten will». Seine Nachfolge in der Co-Geschäftsführung übernimmt Lorenz Schmidlin, bereits bisher Mitglied der Geschäfts- und Mandatsleitung. Er freue sich auf die neue Herausforderung im operativen Tagesgeschäft. Neu zählt die Geschäftsleitung mit Luca Baldelli, Fabian Birrer, Lorenz Schmidlin und Karin Stoll vier Mitglieder.
Zunehmender Fachkräftemangel ist eine Herausforderung
Als eine der grössten Herausforderungen für die kommenden Jahre sehen Karin Stoll und Lorenz Schmidlin den zunehmenden Fachkräftemangel im Bereich Kinder- und Jugendförderung. «Auch der VJF hat seine Aufgabe als Ausbildungsorganisation verstärkt wahrzunehmen und aktiv dazu beizutragen, dass junge Menschen für diese Tätigkeit sensibilisiert werden.
Synergievorteile von Nutzen
Auch eine weitere Regionalisierung und der Anschluss von kleineren Gemeinden werden anvisiert, zumal die Grösse des VJF den Partnergemeinden verschiedene Synergievorteile bietet. «Wir transferieren nicht nur Know-how, wir können auch Material innerhalb des VJF mobil einsetzen. Und wir streben flache, flexible Hierarchien an und wollen Mitverantwortung an die einzelnen Mandatsträger vor Ort delegieren.»
Insgesamt sei der VJF sehr gut aufgestellt, die Akzeptanz der Offenen Jugendarbeit stark gewachsen, wobei ihnen bewusst ist, dass gesellschaftliche Veränderungen auch zu Veränderungen im VJF-Dienstleistungsangebot führen werden. Ein jüngstes Beispiel sei die notwendige und immer stärker gefragte Betreuung von jugendlichen Flüchtlingen und Asylbewerbern.


