Luzerner Frühlingslauf in Muri
12.05.2026 Kultur, MuriStress mit den Statisten
Dreharbeiten in Muri zu Andreas Meienbergs Film «Second Place»
Der erste grosse Spielfilm. «Second Place» ist Andreas Meienbergs Abschlussarbeit als Filmstudent. Samt Dreh «zu Hause» in ...
Stress mit den Statisten
Dreharbeiten in Muri zu Andreas Meienbergs Film «Second Place»
Der erste grosse Spielfilm. «Second Place» ist Andreas Meienbergs Abschlussarbeit als Filmstudent. Samt Dreh «zu Hause» in Muri.
Annemarie Keusch
Eine junge Frau und ein junger Mann sind zum Trainieren in die Sportanlage Bachmatten gekommen. Aber natürlich zieht der Filmdreh Aufmerksamkeit auf sich. Die beiden bleiben stehen, schauen zu. «Hey», schallt es umgehend über die Bahn. Es ist Andreas Meienbergs Mutter, die schnurstracks zu den beiden hingeht. Von den 25 angemeldeten Statistinnen und Statisten, die als Sportler einen Volkslauf darstellen sollten, sind nur drei erschienen. «Das ist natürlich sehr schade und sorgte für einigen Stress und einiges an Improvisation», sagt Andreas Meienberg. Der Filmstudent steht kurz vor seinem Studienabschluss. «Second Place» heisst der Film, den er dafür mit Mitstudent Even Ambasager produziert.
Die zwei jungen Menschen konnte Theres Meienberg nicht rekrutieren. «Sie trainieren lieber.» Gleichzeitig läuft das Telefon heiss. Bekannte und Verwandte werden aufgeboten. Statistinnen und Statisten, die eigentlich als Publikum angemeldet waren, wechseln in die Sportkleidung. Und immer wieder trudeln neue Leute ein. Rund 50 sind es am Schluss. «Es hat zwar einiges mehr Nerven und Energie gekostet, als ursprünglich geplant, aber wir sind mit der finalen Anzahl sehr zufrieden», sagt Andreas Meienberg. Überhaupt, den Drehtag in Muri bezeichnet der Filmstudent als gelungen. Dennoch, es steht noch viel Arbeit an.
Andreas Meienberg verwandelt für sein Studienabschlussprojekt die Bachmattenanlage in ein Filmset
Das Wetter passt, die Anzahl Statisten nach einigem Herumtelefonieren auch. «Es war ein erfolgreicher, wenn auch stressiger Drehtag», fasst es Filmstudent Andreas Meienberg zusammen. Bis Ende Juli ist sein Abschlussfilm «Second Place» fertig.
Annemarie Keusch
«Ton? Kamera?» Eine kurze Pause. «Action.» Diese drei Worte hallen an diesem Samstagnachmittag immer wieder durch die Sportanlage Bachmatten in Muri. Manchmal vergehen dazwischen wenige Minuten. Manchmal dauert es länger. Dann, wenn eine neue Szene in Angriff genommen wird. Wenn Einstellungen alle angepasst werden müssen. Die Statistinnen und Statisten harren derweil der Dinge. An der Startlinie stehen sie mehr als eine halbe Stunde lang. Zweimal winken sie in die Kamera. Einer bekreuzigt sich. Eine Läuferin schickt Küsschen in die Kamera. «Sehr gut», ertönt es. Diese Szene ist im Kasten. Eine halbe Stunde für am Schluss wohl eine Sequenz von wenigen Sekunden. Willkommen beim Filmdreh.
Was für den Murianer Filmstudenten Andreas Meienberg, die Crew-Mitglieder und die Schauspielerinnen und Schauspieler längst Alltag ist, ist für die Statistinnen und Statisten neu. Ein seltener Einblick. Bei der Vorstellung der Sportlerinnen und Sportler klatschen, beim Start zum Lauf richtiggehend toben. Damit ein Film gut ist, müssen auch die Statistinnen und Statisten auf den Punkt liefern. «Sie haben das sehr gut gemacht», lautet Andreas Meienbergs zufriedenes Fazit.
Viel Akribie
Einen guten Film abliefern, das wollen Meienberg und sein Mitstudent Even Ambasager. Der Abschlussfilm, ihr erster grösserer Spielfilm, ist eine grosse Chance. Eine Chance, in einem Metier Fuss zu fassen, das es nicht vielen ermöglicht, davon zu leben. Entsprechend viel Akribie steckt dahinter. Diese ist auch an diesem Drehtag zu spüren. Ruhig, aber angespannt, sitzt Andreas Meienberg hinter dem Bildschirm. Etwas abseits von der Szenerie mit den rund 50 Involvierten. Sein Fokus liegt auf dem Bild. Auf dem, was via Kamera in Echtzeit geliefert wird. «Ich bin eher für das Gestalterische zuständig», erklärt er. Ihm fällt auf, wenn die Kamera eine etwas zu scharfe Kurve zieht. Wenn das Bild näher ran muss. Die Kommunikation innerhalb der Crew läuft stetig.
Dass so ein Drehtag viel zu organisieren gibt, liegt auf der Hand. Je mehr Menschen involviert sind, desto mehr steigt dieser Organisationsaufwand. «Ja, solche Tage sind stressig.» Von morgens früh bis abends spät. Auch wenn das Wetter mitspielt, so wie an diesem Wochenende. «Es ist trotzdem wichtig, bezüglich Sonnenstand immer wachsam zu sein, damit die Szenen nachher zueinander passen.» Zudem muss einiges an Material transportiert werden. Wenn aus der Bachmatten-Anlage ein Laufsport-Event gemacht werden soll, sowieso – Werbeblachen inklusive. Was normalerweise später im Jahr der Herbstlauf ist, ist an diesem Tag der Luzerner Frühlingslauf. So steht es zumindest auf den Startnummern, die die Schauspieler tragen.
Grosse Unterstützung von der Familie
Zu Hause in Muri zu drehen, ist für den Murianer Filmstudenten speziell. «Und ein Vorteil.» Er kennt die Gegebenheiten vor Ort, die Wege sind kurz. Und er kennt die Leute vor Ort, wenn kurzfristig Statistinnen und Statisten aufgeboten werden müssen. «Es ist alles etwas einfacher.» Gleiches sagt er auch, wenn er auf die grosse Unterstützung seiner Familie angesprochen wird. Ob als Statisten oder sonst – alle sind sie involviert. «Ohne sie wäre so etwas gar nicht erst möglich.» Organisation, Aufbau, die Suche nach Statisten – überall helfen sie mit. «Für diese grosse Unterstützung bin ich sehr dankbar.»
Das ganze Wochenende war Meienberg für seinen Film im Einsatz. Die letzten Drehtage stehen am nächsten Wochenende an – dazwischen absolviert er einen Militär-WK. Dann starten schon bald die Schnittarbeiten. «Ende Juli muss der Film fertig sein», sagt Meienberg. Bis dahin sei noch ganz viel Arbeit gefragt. Mit den grossen Drehtagen sind aber wichtige Meilensteine gemeistert.




