Mechanik, Bier und Geselligkeit
19.05.2026 Boswil, Region OberfreiamtAm ersten Fräs-, Sag- und Spaltertag in Boswil spielte das Wetter nicht mit. Dafür war das Interesse an den alten Maschinen da. Gastgeber Christian Keusch freute sich, mit seinen Kollegen auf ein gelungenes Fest anzustossen.
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Ausstellung der ...
Am ersten Fräs-, Sag- und Spaltertag in Boswil spielte das Wetter nicht mit. Dafür war das Interesse an den alten Maschinen da. Gastgeber Christian Keusch freute sich, mit seinen Kollegen auf ein gelungenes Fest anzustossen.
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Ausstellung der portablen Sägen aus dem letzten Jahrhundert in Boswil
Auf dem Bauernbetrieb von Christian Keusch wurden am Fräs-, Säge- und Spaltertag Maschinen und Techniken aus dem letzten Jahrtausend vorgestellt. Es kamen weniger Aussteller, dafür zogen die Maschinen zahlreiche interessierte Besucher an.
Verena Anna Wigger
Das Wetter scheint ein sinnbildlicher Spiegel für die siebzehn portablen Sägen zu sein. Christian Keusch und die Aussteller haben sie auf dem Hof ausgestellt. Hier bläst ein frostig kalter Wind über den Hof und die Ausstellung.
Diesen hat auch das OK erlebt. Eigentlich wollte Keusch an einem Samstag die Maschinen rausholen und mit den Kollegen Wurst und Brot essen und ein Bier trinken. Denn die Idee kam am Oldiwägeler-Treffen, «das OK ist jedoch ein anderes», sagt Adrian Marti. Dann hat Keusch die Kollegen überzeugt: «Wir machen ein Treffen und schreiben den Anlass im Fachmagazin aus.» Die Rückmeldung war bescheiden, wie Keusch erzählt. «Denn jede Maschine muss verladen werden.» Und die Geräte laufen zum Teil mit höchstens zehn Stundenkilometern. Das zeigt sich, als er mit einer Maschine im «Schneckentempo» angefahren kommt, um ihren Standplatz zu erreichen. Der Transport der alten Gefährte bringt viel Aufwand mit sich, und den will nicht jeder auf sich nehmen.
Anders verhält es sich bei den Besuchern. Da kommen ganze Gruppen von Männern, zum Teil mit Armeerädern und -ausrüstung oder auf privaten Velos. Sie interessieren sich für die Ausstellung. Denn die zum Teil skurrilen Maschinen verdienen es, bestaunt zu werden. «Mechanisch müssen sie laufen, der Rest ist Charme», so das kurze Fazit des OK-Chef. Landmaschinen-Mechaniker Adrian Marti aus Geltwil ist dafür zuständig, dass die Maschinen laufen. «Er ist der Mechaniker im OK», sagt Keusch. Und oft arbeiten sie in der Werkstatt auf dem landwirtschaftlichen Betrieb an den Geräten. Dann wird geschraubt, geölt und restauriert und im Anschluss gemeinsam ein Bier getrunken.
Pflegen, nicht polieren
Die Geselligkeit gehört zur Pflege der Traditionsgefährte, das bestätigen alle OK-Mitglieder. Das beginnt schon bei der Beschaffung der Sägen. Keusch hat seine Sammlung in der ganzen Schweiz bezogen. «Ich war auch am Genfersee, um eine Säge abzuholen», sagt der Sammler alter Gefährte. Und mehr als einmal hat er im Nachgang die Vorbesitzer ausfindig gemacht. Diese Kontakte sind ihm wichtig. Die Geschichte der Maschine zu kennen, sich über Mechanik auszutauschen, das gehört für ihn dazu. Im Gegenzug kam schon der eine oder andere Vorbesitzer zu Besuch. «Sie wollen ihre alten Maschinen sehen», sagt er und schmunzelt.
Der Austausch und Kontakt
Auch Heinz Berger gehört zu diesen freundschaftlichen Kontakten. Er ist gerade dabei, den Sägeriemen wieder einzuspannen. «Das passiert, wenn man lauert», sagt der gelernte Metzger und Lebensmittelfachmann. Keusch und Berger haben schon ihre Sägen getauscht. «Hene», wie ihn seine Kollegen nennen, lebt diese Freude an der alten Technik aus. Seine Liebe zu den alten Gefährten beruht darauf, «dass man die noch reparieren kann», sagt der Berner. Für die Ausstellung in Boswil hat er den Aufwand nicht gescheut. Die Säge aufladen und von Mirchel im Bernbiet ins Freiamt kommen. «Jedes Wochenende würde ich das nicht machen», betont er, auch wenn er sein Hobby liebt. Mitgebracht hat er eine Säge, welche gleichzeitig die Möglichkeit zum Spalten bietet. Dies demonstriert er am Treffen und sägt und spaltet im «Akkord». Was die Besucher interessiert verfolgen und auch auf Videos festhalten.




