Meilenstein für Unterlunkhofen
27.03.2026 Unterlunkhofen, Kelleramt, Oberlunkhofen, Arni, IslisbergDer Anschluss an die Vereinigte Wasserversorgung Oberlunkhofen-Arni-Islisberg sichert die Versorgung
Die Verbindungsleitung nach Oberlunkhofen steht, damit verfügt Unterlunkhofen auch bei schwerem Wassermangel über ausreichend Zufluss.
...Der Anschluss an die Vereinigte Wasserversorgung Oberlunkhofen-Arni-Islisberg sichert die Versorgung
Die Verbindungsleitung nach Oberlunkhofen steht, damit verfügt Unterlunkhofen auch bei schwerem Wassermangel über ausreichend Zufluss.
Thomas Stöckli
Es geht um nichts Geringeres, als die Versorgung von Unterlunkhofen mit Trinkwasser sicherstellen zu können. Dies sei gemäss Konzept für die Trinkwasserversorgung in schwerer Mangellage (TWM) nämlich bisher nicht gewährleistet gewesen. Einen Vorgeschmack erhielt die Gemeinde im Sommer 2022: Nach einem aussergewöhnlich trockenen Winter und Frühling sank der Grundwasserspiegel im Vergleich zum Vorjahr um 1,78 Meter ab. Auch die Ergiebigkeit der Quellen hatte sich in dieser Zeit etwa halbiert.
Entspannung versprach man sich von einem Anschluss an die Vereinigte Wasserversorgung (VWV) Oberlunkhofen-Arni-Islisberg. Entsprechend hiessen die Stimmberechtigten an der Winter-«Gmeind» 2024 mit grossem Mehr einen Kredit über knapp 765 000 Franken gut. Dieser umfasste auch den Bau einer Druckreduzierstation im Quartier Mühlegg. Die Druckbrechung ist nötig, weil das Netz der VWV deutlich höher liegt als jenes der Wasserversorgung (WV) Unterlunkhofen, so galt es etwa 10 Meter Höhenunterschied abzufedern.
Breit abgestützt
Rund 80 000 Kubikmeter Trinkwasser werden in Unterlunkhofen jährlich verbraucht. Das entspricht einem Durchschnittswert pro Tag von 220 Kubikmeter. Die Quellen Erlismatt und Gruebrain vermögen diesen Bedarf an Trink-, Brauch- und Löschwasser während grossen Teilen des Jahres zusammen abzudecken. Dazu kommt das Nass aus dem Grundwasserpumpwerk Gehrenmatt. Mit der Gemeinde Rottenschwil besteht darüber hinaus ein Vertrag, welcher die gegenseitige Wasserlieferung in Notlagen regelt. Wobei das Potenzial dieses Austauschs begrenzt ist.
Die neue, 265 Meter lange Verbindung mit Oberlunkhofen bietet der WV Unterlunkhofen Zugang zur Gruppenwasserversorgung Amt (GWVA) und somit zum Zürichsee-Wasser. Die Gemeinde Unterlunkhofen hat gegenüber der VWV seit Anfang Jahr eine Option von 500 Kubikmetern Wasser pro Tag. Das sind eine halbe Million Liter – oder 3300 Badewannen voll, die Unterlunkhofen zugesichert wurden, mit einer Vertragslaufzeit von fünf Jahren. Dadurch ist die Versorgungssicherheit gewährleistet.
Quantität und Qualität
Die Einspeisung des Wassers in die obere Druckzone von Unterlunkhofen ist bereits erfolgt, zusammen mit der Quartiererschliessung Mühlegg. Entsprechend kann Unterlunkhofen bei Bedarf ab sofort zusätzliches Wasser in genanntem Umfang beziehen. Wobei der tatsächliche Verbrauch ergänzend zur «Grundpauschale» für die Option abgerechnet wird. Das zusätzliche Wasser dient nicht nur der Spitzenabdeckung, sondern auch in Normalzeiten der Aufwertung der eigenen Wasserqualität. Insbesondere die Nitrat-Werte hatten in der Vergangenheit auch schon Sorgen bereitet. Bezüglich der unterschiedlichen Risikoprofile bietet die Mischung aus Quell-, Grundund Seewasser nun bestmögliche Absicherung.
Den erfolgten Anschluss namen die beiden Gemeinden zum Anlass, gemeinsam mit ihren Wasserversorgern und den am Bau Beteiligten zu feiern. Peter Hochuli, Gemeindeammann von Unterlunkhofen, lobte im Namen des Gemeinderats die «hervorragende Zusammenarbeit». So sei die knapp fünfmonatige Bauzeit ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen. Zwar erschwerten auf Oberlunkhofer Seite einige massive Findlinge die Grabungsarbeiten, mit dem musste man aber auch rechnen, ist die Gegend doch geprägt von den Moränen, welche der Reussgletscher bei seinem Rückzug einst hinterlassen hat.
Fair und partnerschaftlich
Während die Dörfer gewachsen sind, hat sich die Wasserversorgung mancherorts seit den 60er- und 70er-Jahren kaum mitentwickelt. Claudia Burkart, Gemeindeschreiberin von Unterlunkhofen, bezeichnet den nun erfolgten Zusammenschluss denn auch als «Meilenstein in der Geschichte der Wasserversorgung Unterlunkhofen». Beeindruckt hat sie vor allem, wie fair und partnerschaftlich im Bereich Wasserversorgung untereinander paktiert werde. Im Wohle des Gemeinsinns, ohne Profitorientierung auf Kosten von anderen.
Schliesslich bringen Redundanzen in der Versorgung und eine gemeinsame Nutzung von Infrastruktur für alle Vorteile, nicht nur kostenmässig, sondern vor allem auch bei der Versorgungssicherheit.



