Mit Mut Grenzen überwinden
10.03.2026 Wohlen, LiteraturBuchvorstellung von «She Dares» am internationalen Tag der Frauen
Der Gemeinnützige Frauenverein Wohlen und Brindarica Bose, Kunstschaffende und Autorin, machten den internationalen Tag der Frauen gemeinsam zum Ereignis. Das Buch «She Dares» wurde ...
Buchvorstellung von «She Dares» am internationalen Tag der Frauen
Der Gemeinnützige Frauenverein Wohlen und Brindarica Bose, Kunstschaffende und Autorin, machten den internationalen Tag der Frauen gemeinsam zum Ereignis. Das Buch «She Dares» wurde vorgestellt. Es beinhaltet inspirierende Geschichten von Frauen, die Hindernisse überwinden und vor allem Mut vorleben.
Daniel Marti
«She Dares». Sie wagt es. Oder: Sie ist mutig. Das ist der Titel des Buches und ein Sammelwerk von ergreifenden Frauen-Geschichten, das von der Wohlerin Brinda Bose sowie Bose Creative Publishers in der Bleichi vorgestellt wurde.
Pünktlich zum internationalen Tag der Frauen. 16 Autorinnen haben sich dieser Frauen-Storys angenommen, sie stammen hauptsächlich aus Indien, wie Bose auch. «Jedes Jahr bringen wir am 8. März ein solches Buch heraus», erklärte Brinda Bose. Es sind Geschichten, die verschiedene Frauen vereinigen. Vom Kochbuch einer Grossmutter bis zum Neuanfang einer Witwe. «She Dares» ist nun die achte Ausgabe.
Und «She Dares» passt auch bestens zum Gemeinnützigen Frauenverein, der die Buchpräsentation organisierte. Der Gemeinnützige Frauenverein, gegründet im Jahr 1886, ist ja, wie es der Name sagt, auf Initiative von Wohler Frauen entstanden. «Damals wollten die Männer ihre Frauen am liebsten hinter dem Herd sehen und waren nicht begeistert, dass sich ihre Frauen mit anderen Frauen treffen», blickte Präsidentin Christine Bächer zurück. Der Gemeinnützige Frauenverein hat sich natürlich entwickelt und war nun der ideale Treffpunkt anlässlich des internationalen Tages der Frauen.
Es gibt keine Grenzen
«Mut braucht keine Sprache», so Brinda Bose. Mut müsse jedoch in eine Form gebracht werden. Genau diesem Leitfaden folgten die Autorinnen von «She Dares». Vier Kostproben aus dem Buch stellten die Autorinnen persönlich vor.
Eine Story handelt von einer Frau, die einer Person mit einem stechenden Blick begegnet ist. Und sie fühlte sich zu dieser Person hingezogen wie noch nie zuvor zu einem anderen Menschen. Eine weitere Geschichte handelt von einer Frau, die ihren Mann verlassen hat und von nun an wie ein Strassenhund behandelt wird. Ihre Erkenntnis: Sie hatte verlernt, wie man für sich selber kämpfen muss.
Die Ängste der Frauen sind überall gleich
Die dritte Story handelt von einer Frau, die plötzlich ganz allein dastand. Kinder aus dem Haus, Mann verstorben. Im Alter von 62 war alles anders. Von nun an reiste sie allein um die Welt. Und stellte fest, dass die Ängste der Frauen überall gleich sind. Die Botschaft: «Wenn man mutig ist, kommt alles aus dem Herzen», so die Autorin, die die Geschichte ihrer Grossmutter erzählt.
Und die vierte vorgetragene Story handelt von einer 82-Jährigen, die in diesem hohen Alter eine Kampfkunst lernte, die eigentlich nur von Männern ausgeübt wird. «Es ist die leise Entstehung von Mut», erklärt die Autorin, «und diese indische Frau beweist, dass es für Frauen keine Grenzen gibt.»
Das sollte doch alle Frauen ermutigen, die Kunst in die Welt hinauszutragen, fügte Brinda Bose noch an. Auch Kunst braucht manchmal – wie Mut – keine Sprache.
Mutanfall anstatt Wutanfall
Was denn Mut überhaupt sei, wurde in der Diskussionsrunde erörtert. Nein zu sagen, brauche manchmal Mut. «Laut zu denken, das ist die mutigste Haltung», so ein Votum aus der Runde der Besucherinnen. Denn heute noch bewegen sich Frauen meistens in einem System, das für Männer gestaltet wurde, Frauen dürfen da einfach nur reinpassen. Es gehe jedoch nicht nur um Mut, so Christine Bächer. Sondern auch um weitere (mutige) Begriffe: Hochmut, Sanftmut, Schwermut, Übermut und «Wagemut, der auch Zivilcourage bedeutet, der ist wichtig, aber nicht alle haben ihn», so Bächer.
Und wie wäre es mit Mutanfall anstatt Wutanfall? Das stellte den idealen Übergang zum Cover des Buches «She Dares» dar. Und das wurde – natürlich – von Brindarica Bose geschaffen. Sie malte einen Frauenkopf, reicherte diesen mit KI an. Und dem Gesicht verpasste sie eine blaue Hand, die nach dem Hals greift.
Die Botschaft ist klar: «Die Stimme soll gestoppt werden, sie soll verstummen», erklärt die Kunstschaffende. Und es passiert aber genau das Gegenteil. «Das Gesicht beginnt zu blühen.»
Noch heute gibt es Drohungen
Die Idee zum Bild lieferte ihr die Geschichte einer indischen Ärztin, die Korruption offen anprangerte. Darauf wurde sie brutal ermordet.
«Noch heute gibt es Drohungen, wenn jemand über diesen Fall schreibt», sagte Bose. Dabei sollten die Informationen zu diesem Fall doch stetig weiterfliessen.
Und was gibt sie den bedrohten Frauen dieser Welt mit diesem Cover auf den Weg? Brindarica Bose: «Wenn man sich bedroht fühlt, muss man mit viel Mut Grenzen überschreiten», und so werde der Übergang von Angst zu Mut viel kleiner.


