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24.02.2026 Natur, Region BremgartenBremgarter Ortsbürger klären Aufwertungsmassnahmen für die Alte Reuss in Künten Sulz ab
In Künten Sulz befindet sich ein abgetrennter Altarm der Reuss. Dieser verlandet zunehmend. Um wieder grössere Wasserflächen zu schaffen, lassen die ...
Bremgarter Ortsbürger klären Aufwertungsmassnahmen für die Alte Reuss in Künten Sulz ab
In Künten Sulz befindet sich ein abgetrennter Altarm der Reuss. Dieser verlandet zunehmend. Um wieder grössere Wasserflächen zu schaffen, lassen die Bremgarter Ortsbürger analysieren, welche Massnahmen genau zielführend sein könnten und was sie kosten. Mit einer Umsetzung ist frühestens in drei Jahren zu rechnen.
Roger Wetli
«Es ist uns ein wichtiges Anliegen, unser ganzes Fischenzgebiet attraktiv zu halten. Und dazu zählt auch die Alte Reuss in Künten Sulz», erklärt Bernhard Koch. Der Präsident der Fischereikommission der Ortsbürgergemeinde von Bremgarten weiss, dass die Fischenz, also das Recht, zu fischen, bereits seit dem 12. Jahrhundert dem Städtchen gehört. Er betont: «Von den Arbeiten in der Alten Reuss profitieren sicher viele Fische – aber nicht nur. Auch Frösche, Kröten, Molche und viele Libellenarten werden einen geeigneteren Lebensraum finden.»
Fortgeschrittener Verlandungsprozess
Bereits heute besitzt die Alte Reuss den Status «von nationaler Bedeutung». Durch natürliche Prozesse verlandet das Gebiet aber zunehmend. An gewissen Stellen ist der Prozess bereits derart fortgeschritten, dass gar keine offenen Wasserflächen mehr zu sehen sind. Wäre der Altarm noch mit der Reuss verbunden, würde dieser immer mal wieder durchflossen und die Sedimente weggespült. Dies ist aber nicht mehr möglich.
Bereits 2018 liessen die Bremgarter Ortsbürger deshalb eine Machbarkeitsstudie erstellen, um zu erfahren, in welchem Umfang das Gewässer aufgewertet und auch ausgebaggert werden könnte. «Wir stellten fest, dass das gar nicht so einfach und mit hohen Kosten verbunden ist», blickt Bernhard Koch zurück. «Besonders die Sedimente unterhalb des Einflusses des Küntenerbaches in das Gebiet machen uns Sorgen.»
Grund dafür seien Belastungen durch Einträge von Schwermetallen unter anderem aus dem Strassenverkehr, die dort durch den Bach abgelagert sind. Diese müssten bei einer Entfernung teuer entsorgt werden. «Es zeigte sich deshalb, dass noch weitere Abklärungen nötig sind. Darum kümmert sich jetzt in Absprache mit dem Kanton ein von uns beauftragtes Ingenieurbüro.»
Als weniger bis gar nicht problematisch eingeschätzt wird dagegen die Ausbaggerung des Bereichs oberhalb des Einflusses des Küntenerbaches. Diese Stellen sind weniger belastet und weisen zudem noch einige Wasserflächen auf, die im Zuge des Projektes vergrössert werden sollen.
Alles auf einmal machen
Bernhard Koch sagt, dass es der Fischereikommission wichtig sei, das Gebiet in einem Projekt mit einer Arbeitsphase für lange Zeit aufzuwerten, statt immer mal wieder ein wenig einzugreifen. «Es sollten wieder grössere und zusammenhängende Wasserflächen entstehen. Dass sie danach wieder verlanden, lässt sich nur schlecht verhindern. Bis wir aber danach wieder am heutigen Punkt sind, sollte es mehrere Jahrzehnte gehen.» Zudem werden für das Gebiet weitere Aufwertungen wie zum Beispiel der Bau von weiteren Tümpeln und Weihern geprüft.
Kosten richtig abschätzen
Themen der aktuellen vertieften Abklärungen sind die genaueren Abschätzungen des Volumens des ausgebaggerten Schlamm- und Erdreichs, die Klärung der korrekten Entsorgung und ihrer Kosten. Auch der Gesamtpreis der Massnahmen wird ermittelt. «Mit dem ganzen Projekt möchten wir anschliessend auf die Suche nach Geldgebern wie Stiftungen, Fonds und Behörden gehen», schaut Bernhard Koch voraus. Er hofft, dass die Abklärungen in diesem Jahr abgeschlossen werden können. Anschliessend übernimmt der Kanton die Leitung der Umsetzung. «Bis wir mit den Baggern auftauchen können, dauert es danach aber nochmals. Ein Spatenstich wird wohl nicht vor 2029 möglich sein.» Er betont, dass die Natur selbst keine Eile hat. «Der Verlandungsprozess geht in dieser Zeit einfach weiter. Auch so leben im Gebiet noch viele Tier- und Pflanzenarten. Diese werden es aber nach den Massnahmen noch viel besser haben.»



