Neuer Mann, gleiche Richtung
26.06.2026 WohlenMatthias Anliker folgt auf Bernard Devaud als Präsident des HC Wohlen Freiamt
Nach vier Jahren übergibt Bernard Devaud das Präsidentenamt beim HC Wohlen Freiamt an Matthias Anliker. Der neue Präsident verfolgt ähnliche Ziele wie sein ...
Matthias Anliker folgt auf Bernard Devaud als Präsident des HC Wohlen Freiamt
Nach vier Jahren übergibt Bernard Devaud das Präsidentenamt beim HC Wohlen Freiamt an Matthias Anliker. Der neue Präsident verfolgt ähnliche Ziele wie sein Vorgänger: den Ausbau der Juniorenabteilung, die Stärkung des Frauenteams und langfristig vielleicht sogar den Aufstieg in die 2. Liga.
Josip Lasic
«Ich trete ein grosses Erbe an», sagt Matthias Anliker. Am vergangenen Freitag wählte die Generalversammlung des HC Wohlen Freiamt ihn zum neuen Präsidenten. Bernard Devaud übergibt nach vier Jahren die Führung der «Huskies». «Zunächst war ich skeptisch», gesteht der 42-jährige Anliker. «Ich komme aus dem Unihockey und war bisher vor allem Eishockey-Fan. Mein Bezug zum Verein war mein Sohn, der bei den U9-Junioren spielt», erklärt der neue Präsident. «Doch da ich beruflich und anderweitig Führungserfahrung habe, ermutigten mich Vereinsmitglieder, es zu wagen. Nach Gesprächen mit Bernard Devaud erkannte ich, dass wir ähnliche Pläne für die Zukunft des Vereins haben. Ich entschied mich, die Rolle zu übernehmen.» Die Freiämter haben klare Ziele. Langfristig soll in jeder Juniorenstufe ein Team gestellt werden. Derzeit gibt es Mannschaften von der U9 bis zur U16, die nächsten Schritte wären U18- und U21-Teams. Auch das Frauenteam soll weiterentwickelt werden. Nach einer Saison in einer Plauschliga sind die Frauen für die kommende Spielzeit in der «Swiss Women’s Hockey League D» gemeldet. «Mit Blick auf die Frauen-WM 2028 in der Schweiz wollen wir unseren Spielerinnen etwas bieten. Ein solches Turnier kann einen Boom auslösen. Interessierte Frauen sollen bei uns optimale Bedingungen finden.»
Anliker: «Grossartig wäre Team mit Potenzial für 2. Liga»
Auch die erste Mannschaft soll ein ambitioniertes Breitensportteam werden. Mit Verstärkungen hofft der Verein auf bessere Leistungen in der kommenden Saison. «Langfristig wäre es grossartig, ein Männerteam mit Potenzial für den Aufstieg in die 2. Liga aufzubauen. So hätten unsere Nachwuchsspieler durch alle Altersstufen sportliche Herausforderungen und keinen Grund, den Verein zu wechseln.» Gleichzeitig will Anliker die bestehende Basis pflegen. Dazu gehören der ewige Kampf um ausreichend Eiszeit für alle Mannschaften, die Juniorenabteilung, die Hockeyschule, die Infrastruktur und die Vereinsanlässe. «Ich habe gute Vorstandskollegen, die sehr gute Arbeit leisten. Alles, was funktioniert, fasse ich nicht an», sagt Anliker lächelnd.
Devaud: «Konnten vieles voranbringen»
Dass eine gute Basis vorhanden ist und vieles im Verein funktioniert, ist auch der Verdienst des scheidenden Präsidenten Bernard Devaud. «Vieles, was ich mir vorgenommen habe, als ich das Amt angenommen habe, konnten wir voranbringen», sagt er zufrieden. «Dazu gehört alles rund um die Juniorenabteilung. Wir haben eine einheitliche Ausrüstung eingeführt, die wir auch als Merchandising verkaufen. Wir haben Struktur in den Verein gebracht. Mit der Hockeyschule, dem Nachwuchsturnier, der Eisdisco und all den anderen Anlässen bewegen wir sehr viel», erzählt der 56-Jährige. «Wir konnten den Verein attraktiver gestalten. Und durch diese Events und Sponsoren haben wir auch eine finanzielle Stabilität in den Club gebracht. Das Fazit stimmt für mich am Ende meiner Amtszeit.»
Dennoch möchte Devaud nicht leugnen, dass das Amt oft auch an die Substanz ging. «Es hat nicht immer alles funktioniert, es hat mir nicht immer alles gefallen. In gewissen Bereichen war auch etwas Desillusion da. Dennoch war es unter dem Strich eine positive Zeit. Ich werde einige Sachen vermissen. Aber die Kollegen sind ja noch da und auch ich bin noch im Verein. Jetzt halt ‹nur› noch als Vater eines Junioren. Aber ich übergebe das Amt in gute Hände.»
Anliker übernimmt also in einer Phase, in der viele Weichen gestellt sind. Ganz vorne stehen wird er aber erst ab Herbst. Der Aussendienstmitarbeiter eines Käsehandels bereitet sich derzeit auf Prüfungen zum Verkaufsleiter vor. «Bis Oktober werde ich noch im Hintergrund bleiben. Aber wenn die neue Saison beginnt, bin ich bereit.»
Über Matthias Anliker
Matthias Anliker lebt mit seiner Familie in Stetten. Der 42-Jährige arbeitet in einem Käsehandel-Unternehmen in Bergdietikon als Aussendienstspezialist und befindet sich momentan in einer Weiterbildung zum Verkaufsleiter. Früher spielte er Unihockey beim UHC Lenzburg. Später engagierte er sich als Schiedsrichter im Unihockey, bis dies aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich war. Zum HC Wohlen Freiamt kam er durch seinen Sohn, der aktuell bei den U9-Junioren spielt.

