Neuer Präsident fürs Gewerbe Sins
06.03.2026 Gewerbe, Region OberfreiamtPeter Wolfisberg tritt nach zehn Jahren zurück, sein Nachfolger heisst Martin Niederberger
An der 66. Generalversammlung hat der Gewerbeverein Sins und Umgebung auf eine erfolgreiche Gewerbeausstellung zurückgeblickt und gleich zwei neue Ehrenmitglieder ...
Peter Wolfisberg tritt nach zehn Jahren zurück, sein Nachfolger heisst Martin Niederberger
An der 66. Generalversammlung hat der Gewerbeverein Sins und Umgebung auf eine erfolgreiche Gewerbeausstellung zurückgeblickt und gleich zwei neue Ehrenmitglieder gefeiert.
Thomas Stöckli
Er wolle Strukturen schaffen, um den Gewerbeverein erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das sagte Martin Niederberger zu seiner unangefochtenen Wahl zum neuen Präsidenten des Gewerbevereins Sins und Umgebung. Der 48-Jährige ist Geschäftsleiter und Inhaber einer Schreinerei in Oberrüti, verheiratet und Vater von drei Kindern. «Ich bin schon über 20 Jahre Mitglied im Gewerbeverein», sagt er, «und mein Vater war schon im Vorstand.» Den Familienbetrieb führt Martin Niederberger in dritter Generation.
Applaus fürs SIGA-OK
An der 66. Generalversammlung stand allerdings noch sein Vorgänger im Fokus. Peter Wolfisberg durfte 126 Gäste im vollen Saal des Gasthauses Löwen in Sins begrüssen, darunter 86 Stimmberechtigte. In seinem Jahresrückblick liess er die Highlights seit der letzten GV Revue passieren, von der Ostereiersuche im Wald über Gewerblerhöck, Netzwerkanlass und Altersausflug bis hin zur Gewerbeausstellung SIGA: «Ein grosser Erfolg», wie er festhielt, «mit Volksfest-Charakter und über 20 000 Besucherinnen und Besuchern». Wolfisberg sprach von «intensiven Tagen» und von «spannenden Begegnungen» und «inspirierenden Auftritten». Kurz: «Alle Erwartungen wurden übertroffen.»
Das SIGA-OK um Präsident Josef «Sepper» Villiger wurde mit stehender Ovation gefeiert. Der Erfolg dürfte die Ausstellenden nachhaltig motivieren, auch künftig Teil dieses Formats zu bleiben. Und das wirkt sich auch auf die Mitgliederzahlen des Gewerbevereins aus: Fünf Austritten stehen neun neue Mitglieder gegenüber. Sie wurden mit Applaus willkommen geheissen. Neu zählt der Gewerbeverein deshalb 148 Aktiv-, 31 Frei- und 7 Ehrenmitglieder.
Auch finanziell ist die SIGA-Rechnung aufgegangen. Angela Aeberhard, im OK für die Finanzen zuständig, durfte einen Gewinn im tiefen fünfstelligen Bereich vermelden. Der Grossteil davon wird zurückgelegt und dient als Grundlage für die nächste Ausstellung, um das finanzielle Risiko fürs OK zu reduzieren. Ohne die Gewerbeschau hätte der Verein rund 7000 Franken Verlust geschrieben. «Wir haben nach wie vor eine solide finanzielle Basis», beruhigte Kassier Marcel Heldstab – und fand Gehör: Die Rechnung wurde ebenso klar angenommen wie anschliessend das Budget. Fürs laufende Jahr sei demnach ein Minus von 2265 Franken vorgesehen.
Angela Aeberhard übernimmt die Kasse von Marcel Heldstab
«Ich hoffe, dass ‹Angi› nächstes Jahr mit besseren Zahlen aufwarten kann», verwies Heldstab auf seinen Rücktritt und die Nachfolgerin Angela Aeberhard, die ihre Fähigkeiten nicht erst im SIGA-OK unter Beweis gestellt hat. Die bisherige Revisorin, Geschäftsführerin der Bürotalent GmbH und Präsidentin der Musikgesellschaft Mühlau wurde mit Applaus als Kassierin in den Vorstand gewählt. Ihre Nachfolge als Revisorin tritt Corinne Rey an. Für sein elfjähriges Wirken im Vorstand wurde Marcel Heldstab zum Ehrenmitglied ernannt. Mit grosser Sorgfalt und Verlässlichkeit, mit Beharrlichkeit und Weitblick habe er den Verein mitgeprägt, würdigte Peter Wolfisberg die Verdienste seines langjährigen Weggefährten.
Gemeindeammann Jakob Sidler, selber langjähriges Vereinsmitglied, hatte die Gewerbler im Namen des Gemeinderats in Sins willkommen geheissen. Das lokale Netzwerk sei angesichts des schwierigen globalen Umfelds wichtiger denn je, hielt er fest und würdigte den Beitrag des hiesigen Gewerbes für eine innovative und lebenswerte Region, für Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Der Gewerbeverein betreibe Wirtschaftsförderung mit Ausstrahlung über die Kantonsgrenzen hinaus, so Sidler.
Hans R. Schibli, Vizepräsident des kantonalen Gewerbeverbands, nannte die seiner Meinung nach wichtigsten Gründe, weshalb sich für die Gewerbler ein gemeinsamer Auftritt lohnt. Nämlich zur Pflege der Gemeinschaft – hier erwähnte er unter anderem die SIGA –, für die Ausbildung von Berufsleuten und die politische Einflussnahme, etwa in den Bereichen Richtplanung oder Datenschutz.
Einblick in den Berufsalltag für Schülerinnen und Schüler
Pascal Vontobel, Vizeammann von Waltenschwil, orientierte über den Aufbau einer regionalen Wirtschaftsund Standortförderung. Seit 2020 streben Bund und Kanton an, die ländlichen Regionen zu stärken. Besonders überzeugende Konzepte dürfen sich über finanzielle Unterstützung vom Kanton freuen, im besten Fall werden die eigenen finanziellen Anstrengungen verdoppelt, so Vontobel. Fürs Obere Freiamt steht unter anderem ein regionales Areal- und Flächenmanagement im Fokus. «Die Förderung von Potenzialflächen soll nicht an der Gemeindegrenze aufhören», fordert er und sprach sich für eine Zusammenarbeit auch über die Grenzen des Oberfreiamts hinaus aus.
Zurück zum Gewerbeverein Sins: Vorstandsmitglied Michael Villiger informierte über das Schnuppertage-Projekt, das er in Zusammenarbeit mit der Schule aufgleist. In Anlehnung an ähnliche Angebote, etwa in Muri, und den Lehrlings-Rundgang an der SIGA werde es darum gehen, Schülerinnen und Schülern der zweiten Oberstufe Einblick in verschiedene Ausbildungsbetriebe und Branchen zu ermöglichen. «Acht Betriebe sind bereits dabei, für 150 Schülerinnen und Schüler brauchen wir noch mehr», rief er die Gewerbler zur Mitwirkung auf. Mitte März will er mit der ergänzten Liste der teilnehmenden Betriebe auf die Schule zugehen.
Peter Wolfisberg will dem Verein auch künftig verbunden bleiben
Zum Schluss drehte sich dann nochmals alles um Peter Wolfisberg: Es werde nun etwas sentimental und emotional, kündigte Vizepräsident Andreas Gnädinger an. Schliesslich verabschiede man den Präsidenten, der den Verein zehn Jahre lang geführt und geprägt habe. Einen Mann, der in diesen zehn Jahren keine einzige Vorstandssitzung verpasst habe.
«Als dein Vize hatte ich ein einfaches Leben», wandte sich Gnädinger direkt an Wolfisberg, beschrieb die Zusammenarbeit als offen und respektvoll. Er würdigte ihn als Anpacker und Entscheider, aber auch als Zuhörer, Vermittler und Motivator. Auch wenn das Kommunikationsmittel seiner Wahl eher Brieftauben als E-Mails seien, so überlasse der abtretende Präsident seinem Nachfolger doch einen gesunden Verein mit Zusammenhalt.
«Zehn Jahre sind eine lange Zeit – mir kommt sie trotzdem kurz vor», blickte Wolfisberg zurück. «Gemeinsam etwas zu erreichen, das hat mir immer Spass gemacht», betonte er und versprach, dem Verein auch zukünftig verbunden zu bleiben. Diese «Kundenbindung» förderten seine Vorstandskollegen mit dem Abschiedsgeschenk. Dazu dürfte die gerahmte Ehrenmitgliedschafts-Urkunde ihren Teil beitragen. Und natürlich auch die geschenkten Einkaufsgutscheine des Gewerbevereins. Zum zweiten Mal an diesem Abend erhoben sich die Mitglieder gegen 22.45 Uhr für einen lang anhaltenden, herzlichen Applaus.

