Umfahrung Wohlen sofort anpacken
19.06.2026 Wohlen, VerkehrJungfreisinnige Freiamt zur Verkehrspolitik: Nach «Veras» ist das Freiamt an der Reihe
Das Freiamt ist eine der am stärksten wachsenden Regionen des Kantons. Es soll deshalb bei künftigen Infrastrukturprojekten Priorität erhalten. Das fordern die ...
Jungfreisinnige Freiamt zur Verkehrspolitik: Nach «Veras» ist das Freiamt an der Reihe
Das Freiamt ist eine der am stärksten wachsenden Regionen des Kantons. Es soll deshalb bei künftigen Infrastrukturprojekten Priorität erhalten. Das fordern die Jungfreisinnigen Freiamt. Konkret setzen sie sich für die Planung einer Umfahrung von Wohlen sowie für einen Fernverkehrshalt im Freiamt ein.
Daniel Marti
Am vergangenen Sonntag hat die Aargauer Stimmbevölkerung dem teuersten Verkehrsprojekt zugestimmt, das jemals im Kanton zur Abstimmung gelangte. Mit einem Ja-Anteil von 54 Prozent wurde der Kredit von knapp 400 Millionen Franken für das Projekt «Veras» bewilligt. Gleichzeitig fand die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» in nahezu allen Gemeinden des Bezirks Bremgarten Zustimmung. Für die Jungfreisinnigen Freiamt ist deshalb klar: «Beim Ausbau der Verkehrsinfrastruktur muss das untere Freiamt innerhalb des Kantons nun oberste Priorität erhalten», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung.
Das Freiamt wächst – die Infrastruktur muss Schritt halten
Der Bezirk Bremgarten gehört zu den dynamischsten Wachstumsregionen des Kantons. Entsprechend müsse die Verkehrsinfrastruktur mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten, so die Forderung. «Das letzte grosse Umfahrungsprojekt im Bezirk liegt mittlerweile fast 20 Jahre zurück. Seither ist die Bevölkerung massiv gewachsen: Bei der Eröffnung der Umfahrung Lieli im Jahr 2008 zählte der Bezirk rund 67 000 Einwohnerinnen und Einwohner, heute sind es bereits über 84 000», rechnen Eleah Paetsch und der Wohler Einwohnerrat Lionel Zingg vor.
Eleah Paetsch, Präsidentin der Jungfreisinnigen Freiamt: «Das Freiamt wächst seit Jahren stark. Wer dieses Wachstum zulässt, muss auch die dafür notwendige Verkehrsinfrastruktur schaffen. Eine Umfahrung von Wohlen ist deshalb kein Luxusprojekt, sondern eine Investition in die Lebensqualität und Zukunft unserer Region.»
Die Jungfreisinnigen Freiamt fordern deshalb den sofortigen Start der Planung für eine Umfahrung von Wohlen. Wenn der Kanton bereit sei, knapp 400 Millionen Franken für die Umfahrung der 12 000-Einwohner-Gemeinde Suhr zu investieren, dann sei ein Umfahrungstunnel für die 18 000-Einwohner-Gemeinde Wohlen mit geschätzten Kosten von 460 Millionen Franken keineswegs unverhältnismässig. «Im Gegenteil: Es ist das Infrastrukturprojekt, das unsere Region heute verdient und dringend benötigt», heisst es in der Mitteilung.
Gleichzeitig fordern die Jungfreisinnigen im Schienenverkehr endlich einen Fernverkehrshalt für das Freiamt. «Die SBB zeigen regelmässig, dass Fernverkehrszüge bei Bedarf über die Freiamt-Linie geführt werden können. Die technische Machbarkeit ist somit längst bewiesen. Was fehlt, ist der politische Wille», heisst es in der Medienmitteilung.
Fernverkehrshalt für die Wachstumsregion Freiamt
Lionel Zingg, Vorstandsmitglied der Jungfreisinnigen Freiamt und Einwohnerrat in Wohlen: «Die technische Machbarkeit eines Fernverkehrshalts im Freiamt steht ausser Frage. Nun braucht es endlich den politischen Einsatz, damit unsere Region angemessen an das nationale Bahnnetz angebunden wird.» Heute dient das Freiamt als wichtige Neat-Zubringerstrecke für den Güterverkehr. Die Bevölkerung trägt die damit verbundenen Belastungen tagtäglich. Es sei deshalb nur gerecht, dass die Region im Gegenzug auch angemessen vom Personenverkehr profitiert. «Dieses Gleichgewicht besteht heute nicht.»
Das Freiamt darf nicht vergessen gehen
Es könne nicht sein, so Eleah Paetsch und Lionel Zingg, «dass sich der Kanton Aargau verkehrspolitisch ausschliesslich für den Fernverkehr auf der Ost-West-Achse einsetzt, wie mit der geplanten Standesinitiative. Das Freiamt ist keine Randregion. Es ist Teil des Metropolitanraums Zürich und eine der wichtigsten Wachstumsregionen des Kantons.» Ein Fernverkehrshalt im Freiamt sei deshalb Pflicht.
Neubeurteilung einer Umfahrung
Anfrage der FDP: Ausbau Verkehrsinfrastruktur in Wohlen
Die Jungfreisinnigen Freiamt machen Druck betreffend Verkehrsinfrastruktur im unteren Freiamt. Nun reicht dazu FDP-Einwohnerrat Lionel Zingg noch eine Anfrage ein.
Lionel Zingg geht in seinem Vorstoss auf die Resultate der Abstimmungen vom vergangenen Sonntag ein. Die Aargauer Stimmbevölkerung stimmte dem teuersten Verkehrsprojekt zu, das jemals im Kanton zur Abstimmung gelangte. Wenn Kanton und Stimmbevölkerung bereit sind, knapp 400 Millionen Franken für die Umfahrung der 12 000-Einwohner-Gemeinde Suhr (Veras) zu investieren, «dann ist ein Umfahrungstunnel für die 18 000-Einwohner-Gemeinde Wohlen mit geschätzten Kosten von 460 Millionen Franken nicht unverhältnismässig», schreibt Zingg. Weiter dient das Freiamt als wichtige Neat-Zubringerstrecke für den Güterverkehr. «Es ist deshalb nur gerecht, dass die Region im Gegenzug auch angemessen vom Personenverkehr profitiert. Dieses Gleichgewicht besteht heute nicht.»
Der Gemeinderat wird vor diesem Hintergrund gebeten, zu den folgenden zehn Fragen Stellung zu nehmen:
1. Fordert der Gemeinderat beim Kanton Aargau aufgrund des Abstimmungsresultats zum Projekt Veras eine Neubeurteilung der Verhältnismässigkeit einer Umfahrung bzw. eines Umfahrungstunnels für Wohlen?
2. Welche konkreten Schritte unternimmt der Gemeinderat, um die Planung einer Umfahrung von Wohlen gegenüber dem Kanton voranzutreiben?
3. Wie beurteilt der Gemeinderat die heutige Leistungsfähigkeit der Verkehrsinfrastruktur in Wohlen vor dem Hintergrund des starken Bevölkerungswachstums der letzten zwei Jahrzehnte?
4. Teilt der Gemeinderat die Einschätzung, dass die Verkehrsinfrastruktur im unteren Freiamt mit dem Bevölkerungswachstum nicht im gleichen Ausmass ausgebaut wurde wie in anderen Regionen des Kantons?
5. Unterstützt der Gemeinderat die Forderung nach einem Fernverkehrshalt im Freiamt und setzt er sich aktiv gegenüber Kanton und SBB für dessen Realisierung ein?
6. Teilt der Gemeinderat die Auffassung, dass die Bevölkerung von Wohlen aufgrund der Belastungen durch den Güterverkehr einen angemessenen Nutzen durch verbesserte Fernverkehrsverbindungen erhalten sollte? 7. Welche Haltung vertritt der Gemeinderat zur Konzentration kantonaler verkehrspolitischer Bestrebungen auf die Ost-West-Achse, während das Freiamt bislang keinen Fernverkehrshalt aufweist?
8. Welche konkreten Forderungen wird der Gemeinderat in den kommenden Jahren gegenüber Kanton, Bund und SBB zur Verbesserung der Strassen- und Schieneninfrastruktur in Wohlen und im Freiamt erheben?
9. Sieht der Gemeinderat Wohlen das Freiamt als eine der wichtigsten Wachstumsregionen des Kantons Aargau? Falls ja, welche infrastrukturellen Konsequenzen leitet er daraus ab?
10. Ist der Gemeinderat bereit, gemeinsam mit den umliegenden Freiämter Gemeinden verstärkt Druck zur Verbesserung der Verkehrserschliessung des Freiamts aufzusetzen? --dm

