Unerwartet und sehr persönlich
13.03.2026 Wohlen, Bücher«Mir nach» von Christina und Christian Boss mit der Geschichte von Johannes Muntwyler
Dem Autorenpaar Christina und Christian Boss ist es zu verdanken, dass Leser sehr persönliche Details aus dem Leben interessanter Schweizerinnen und Schweizer erfahren, ...
«Mir nach» von Christina und Christian Boss mit der Geschichte von Johannes Muntwyler
Dem Autorenpaar Christina und Christian Boss ist es zu verdanken, dass Leser sehr persönliche Details aus dem Leben interessanter Schweizerinnen und Schweizer erfahren, wobei in den spannend geschriebenen Büchern auch einiges hinterfragt wird. So erzählt unter anderem Johannes Muntwyler, wie aus ihm ein Joungleur und Zirkusdirektor wurde.
Monica Rast
Das Autorenehepaar Christina und Christian Boss hat sich einen Namen gemacht mit feinfühligen Biografien von unterschiedlichsten Menschen aus der Schweiz. Über Schiedsrichter, Sportler, Politiker, Radiostimmen, Schweizer Persönlichkeiten, Ärzte oder Führungspersönlichkeiten bis hin zu Grössen der Schweizer Musik. Unzählige Menschen haben sich darauf eingelassen, dem Autorenteam Geschichten aus ihrem Leben zu erzählen. In ihrem neusten Buch mit dem Titel «Mir nach» geht es um Führungspersönlichkeiten und ihre Geschichten.
Schicksalhafte Erfahrung
Wie diejenige von Johannes Muntwyler. Er war als Kind ein grosser Fan von schönen Lastwagen und noch heute bereiten ihm Lastwagen und Traktoren grosse Freude. Von den Eltern bekam er gewisse Erziehungsgrundsätze mit. So hiess es: Rücksicht aufeinander nehmen, allen Leuten Respekt zollen und helfen, wo Hilfe nötig war. Etwas, was ihm in seinem späteren Leben sicherlich half, ein guter Zirkusdirektor zu sein.
Als 12-Jähriger machte er bei einem Theaterkurs Bekanntschaft mit dem Clown Pello. Jonglieren war ebenfalls ein Thema, das ihn voll in Beschlag nah. Es wurde geübt, trainiert und weiter geübt. Der Lohn blieb nicht aus und ein Auftritt im Circus Olympia änderte den Berufswunsch von Muntwyler schlagartig. Mit einem guten Abschluss der Bezirksschule standen ihm einige Türen offen. «Doch ich wollte mit dem Zirkus unterwegs sein und als Jongleur Karriere machen», verrät Johannes Muntwyler. Im Weltklassejongleur Jacky Lupescu fand er einen Lehrer, der ihm das Jonglieren von der Pike auf beibrachte. Als 17-Jähriger stand er bereits im Circus Olympia als Profi-Jongleur unter Vertrag. Es war eine harte Zeit, doch auch eine Lebensschule. «Die Erfahrungen waren hilfreich», meint Muntwyler.
In seinen Erzählungen merkt man immer wieder, wie sich die Familie gegenseitig unterstützt. 2004 übernahm Johannes Muntwyler mit seiner Familie und seiner Mutter die Zirkusleitung.
Als Leiter des Circus Monti ist es ihm ein Anliegen, dass der Zirkus so geführt wird, dass sich alle Mitarbeiter als Teil eines Ganzen fühlen. «Alle sind ein wichtiger Teil und tragen zum Erfolg des Zirkus bei», erklärt Muntwyler. «Gegenseitiges Vertrauen, Respekt und Verständnis sind wohl die wichtigste Grundlage einer erfolgreichen Zusammenarbeit.»
Wichtiger als Tradition
Die Autoren fragen ihre Interview-Partner jeweils nach ihrem Lebenstraum. Für Johannes Muntwyler ist das Glück nicht abhängig von Erfüllung der Träume. Er ist dankbar und findet es wunderbar, dass seine drei Söhne den Zirkus aktiv mitgestalten und dabei glücklich und zufrieden sind. «Wenn ich es schaffe, mein Pensum ein wenig zu reduzieren, und mehr meinen Söhnen übergeben kann und trotzdem in unserem Unternehmen noch Aufgaben habe, die mich erfüllen, komme ich einer traumhaften Situation schon sehr nahe.» Doch letztendlich ist ihm das Glück seiner Söhne sogar wichtiger als die Fortsetzung einer vierzigjährigen Familientradition.
Leicht lesbar, reichhaltig illustriert und hie und da mit sehr persönlichen Einblicken in das Leben der Porträtierten. Dem Autorenpaar Christina und Christian Boss ist es zu verdanken, dass seit Jahren Biografien von bekannten und weniger bekannten Schweizerinnen und Schweizern in sorgfältig und spannend geschriebenen Büchern zu lesen sind.
Vom Arena-Moderator bis zum Rega-Chef
Auch im neusten Werk «Mir nach» folgen die Autoren ihrem bewährten Prinzip und präsentieren intime Einblicke ins Leben spannender Persönlichkeiten. Wie wurde Stefan Abplanalp vom Elektrolehrling zum Erfolgstrainer und SRF-Ski-Experten? Warum fand Sandro Brotz als «Arena»-Moderator seinen Traumjob? Was ist der Lebenstraum von Thomas Bucheli? Oder warum färbte sich Lucia Engeli, Leiterin Notfallzentrum Hirslanden Klinik, Aarau mit 14 Jahren ihre Haare grün?
Tiefgründige Momente
Immer wieder haken die Autoren nach und lassen die Personen aus ihrem Leben erzählen. In der Fragerunde und bei «dies und das» wirds nochmals persönlich. Manchmal nimmt das Leben so seinen Lauf, manchmal werden Träume wahr und ein andermal kommt es anders, als man denkt. Mit zahlreichen Bildern werden Aussagen oder Meinungen unterstrichen – Geschehnissen und Lebensabschnitte werden erzählt.

