Veränderungen einleiten
16.06.2026 Boswil, Region OberfreiamtKulturgüter im Fokus
Der Heimatschutzverein Aargau führte im Künstlerhaus Boswil seine Jahresversammlung durch. Diese stand im Zeichen der Interventionsprojekte, der Neuausrichtung und der finanziellen Sicherung des Vereins.
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Kulturgüter im Fokus
Der Heimatschutzverein Aargau führte im Künstlerhaus Boswil seine Jahresversammlung durch. Diese stand im Zeichen der Interventionsprojekte, der Neuausrichtung und der finanziellen Sicherung des Vereins.
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Jahresversammlung des Heimatschutzvereins Aargau im Künstlerhaus in Boswil
Die Jahresversammlung des Vereins für baukulturelle Themen beschliesst Veränderungen im Vorstand und bei der Geschäftsstelle. Dazu berichtet der Verein über seine rege Tätigkeit und gibt den Anwesenden einen Ausblick auf bevorstehende Projekte.
Verena Anna Wigger
Der Vorstand orientierte die 33 Mitglieder an ihrer Jahresversammlung, dass mit dem Wechsel in der Geschäftsstellenleitung des Aargauer Heimatschutzvereins verschiedene Abläufe optimiert werden. Zum einen geht die Geschäftsleitung von Lucienne Antonia Köpfli zu Bea Maria Roth. Roth arbeitet als Architektin und Kulturmanagerin in Zürich. Sie kennt den Aargau bestens, versicherte Vizepräsidentin Lucia Vettori bei ihrer Vorstellung. Die neue Geschäftsführerin wird am 1. Juli ihre Stelle antreten, gleichzeitig werden alle Vorstandsmitglieder und Regionalberater direkten Online-Zugriff auf die Unterlagen des Vereins erhalten. Dazu wurden die Daten auf eine digitale Plattform überführt. Dieser Digitalisierungsschritt führt zu einer merklichen Entlastung der Geschäftsstelle, führt Präsident Christoph Brun aus.
Stärkung der Regionalberater
Für die Stärkung der Regionalberater werden weitere Massnahmen umgesetzt. Aus den elf Bezirken sollen vier Regionen formiert werden. Die Arbeit darin wird künftig durch ein Dreier-Gremium weitergeführt. Weiter sollen die Regionalberater regelmässig inhaltlichen Austausch und so die Zusammenarbeit fördern. Geplant ist auch, zu bestimmten Aufgaben und Projekten externe Fachpersonen hinzuzuziehen.
Neumitglieder erwünscht
Bei der Reorganisation der Geschäftsstelle und der Regionalberater hat man auch einen Blick auf den Vorstand geworfen, erklärt Lucia Vettori. «Wir haben festgestellt, dass dem Vorstand einige langjährige Mitglieder angehören», sagt Vettori. Die Erkenntnisse aus einer Vorstands-Umfrage vom vergangenen Jahr nutzen sie nun für die Erarbeitung ihrer Strategie, damit junge Mitglieder gefunden werden.
Nachfolger gefunden
Diese Arbeit trägt bereits erste Früchte. Präsident Christoph Brun konnte unter dem Traktandum Wahlen gleich drei neue Mitglieder vorstellen. Der Zürcher Stephan Lozza wird die Nachfolge von Simone Galioto antreten und die Finanzen übernehmen. Die nach vier Jahren abtretende Geschäftsführerin Lucienne Köpfli nimmt neu im Vorstand Einsitz. Auch für die scheidende Rechnungsrevisorin Bianca Rossini konnte ein Nachfolger gefunden werden. Finanzexperte Beat Bühlmann aus Turgi wird zweiter Rechnungsrevisor.
Genauso intensiv zeigte sich der Tagungspunkt Interventionen. Also die Projekte, mit denen sich der Verein im vergangenen Jahr beschäftigt oder wofür er sich starkgemacht hat.
Netzwerk hilft mit beim Erhalt der Burgruine Schenkenberg
Zum einen sind es verschiedene Projekte im Freiamt, wie das kürzlich abgerissene Lüthi-Tschiemer-Haus in Wohlen oder die Hochspannungsleitung Niederwil–Obfelden, aber auch das Haus am Blumenrain 2/4 in Fahrwangen, bei denen der Verein Interventionen abgeklärt oder gemacht hat. Ebenfalls zu reden gab der Altbau des Kantonsspitals Baden. Hier gab es nach einer Irritation einen Augenschein, sagte Präsident Christoph Brun. Zu dem dann auch der Heimatschutz eingeladen wurde. «Nun laufen die Abklärungen bezüglich des Entscheids über den Schutz des Gebäudes», informierte er.
Eine andere Tragweite erhält das Projekt der Ruine Schenkenberg. Hier führt der Heimatschutzverein regelmässig Unterhaltsarbeiten durch und ist seit 1918 im Besitz des Objekts. Neu ist «Schenkenberg» Teil des innereuropäischen Projekts Argus, welches sich für den Schutz und Erhalt von alten Gemäuern engagiert. Dazu wurden Sensoren an den Mauern der Burgruine nahe Brugg befestigt. Diese übermitteln die Daten an eine Überwachungsstation in Griechenland. Die dort gesammelten Daten würden bei einem Vorfall dazu genutzt, das Objekt frühzeitig zu retten. Neben dem Aargauer Kulturgut gibt es weitere Ruinen in Griechenland, Spanien und Italien, die im Rahmen des Projekts geschützt werden.
Finanzielle Zukunft sichern
Damit die Arbeit an den erhaltenswerten Kulturgütern im Kanton weitergeht und die Interessen gewahrt bleiben, bedarf es gesicherter finanzieller Mittel. Durch den aktuellen Mitgliederschwund besteht die Gefahr, dass diese aus dem Lot fallen, so Präsident Brun. Daher habe sich der Verein entschieden, ein Sponsoring einzuführen und aktiver Spenden zu sammeln.
Sponsoring für Kulturgüter beleben
In seiner vierzehnjährigen Tätigkeit sei das ein Novum, doch der Vorstand würde den Verein gerne langfristig sichern. Dazu wurde der Budgetposten um das Zehnfache erhöht, informiert Brun. Nun wird der Vorstand dieses Anliegen in den nächsten Monaten umsetzen. Denn die aktuelle Rechnung zeigt einen positiven Abschluss. Zustande kam dieser nur aufgrund einer Auflösung von zurückgestellten Geldern aus nicht realisierten Projekten. Mit dem bestehenden Vermögen wolle man haushälterisch umgehen und dieses langfristig sichern.

