Viel mehr als eine Formalität
03.07.2026 Energie, MuriMit Energie in die Zukunft
Die Gründung der Energie Freiamt AG aus dem vormaligen Elektrizitätswerk Muri vor 30 Jahren steht auch für einen Kulturwandel, vom Verwalten zum Gestalten, vom Stromlieferanten zum Energiemanager. --red
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Mit Energie in die Zukunft
Die Gründung der Energie Freiamt AG aus dem vormaligen Elektrizitätswerk Muri vor 30 Jahren steht auch für einen Kulturwandel, vom Verwalten zum Gestalten, vom Stromlieferanten zum Energiemanager. --red
Seit 30 Jahren gestaltet die Energie Freiamt als AG die Energiezukunft der Region mit
1996 fällt in Muri ein Entscheid, der die Energieversorgung im Freiamt grundlegend verändert. Aus dem Elektrizitätswerk Muri wird die EFA Energie Freiamt AG. Was nach einer juristischen Formalität klingt, markiert in Wirklichkeit den Beginn einer neuen Zeit.
Zu umständlich und zu träge, um auf dem zunehmend dynamischen Markt bestehen zu können: «Wir haben damals gemerkt, dass die bestehende Struktur als Gemeindebetrieb an ihre Grenzen kommt», erinnert sich EF-Verwaltungsratspräsident Sepp Etterlin, der die Gründung als Gemeinderat und Mitglied der EW-Kommission miterlebt hat. «Viele Entscheide gingen über die Gemeindeversammlung. Das war früher richtig, aber plötzlich mussten wir schneller reagieren können.»
Das kommt nicht von ungefähr: Muri wächst zu jener Zeit rasant. Neue Wohnquartiere entstehen, das Gewerbe entwickelt sich dynamisch, Unternehmen wie die AWM treiben die Industrialisierung im Freiamt voran. Gleichzeitig wird die Energieversorgung immer komplexer. Die neue AG soll schnelles Handeln, langfristiges Planen und unternehmerisches Denken ermöglichen, ohne die regionale Verankerung aufzugeben. Gemeinsam mit dem AEW entsteht eine Partnerschaft, die Know-how, Infrastruktur und Ressourcen bündelt. Zu jener Zeit beschäftigt die Energie Freiamt etwas mehr als 30 Mitarbeitende. Wie dynamisch sich ihr Markt verändert, zeigt der Vergleich zu heute: Mitte 2026 zählen über 60 Personen zum Team. Doch nicht nur die Grösse des Unternehmens verändert sich, sondern auch das Selbstverständnis.
Professionelle Strukturen
Eine prägende Figur ab 1999 ist Geschäftsführer Ewald Businger. Unter seiner langjährigen Führung entwickelt sich die Energie Freiamt schrittweise von der klassischen Stromversorgerin zur modernen Energiedienstleisterin. Das Unternehmen investiert in neue Geschäftsfelder, baut sein Angebot aus und professionalisiert seine Strukturen. Noch als Elektrizitätswerk Muri wurde auf Wärmeverbunde und die Nutzung von Abwärme aus der Kläranlage gesetzt. «Mit der Nutzung von Energie aus der Kläranlage waren wir fast Pioniere», sagt Etterlin rückblickend. Damit beginnt ein Umdenken, das bis heute anhält: Energie wird nicht mehr einfach geliefert, sondern intelligent genutzt. Versorgung und Entsorgung werden zunehmend zusammengedacht, lange bevor Begriffe wie Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft alltäglich werden.
Parallel dazu wird auch das Netz ausgebaut. Anfang der 1990er-Jahre umfasst es rund 160 Kilometer Leitungen und versorgt 3000 Haushalte und Betriebe. Bis heute ist es um 100 Kilometer gewachsen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der angeschlossenen Haushalte und Betriebe verdoppelt.
Vom Verwalten zum Gestalten
Mit der Gründung der AG verändert sich auch die Kultur des Unternehmens. «Vorher hat man in vielen Bereichen vor allem verwaltet», sagt Etterlin. «Mit der Gründung ging es stärker darum, aktiv zu gestalten, neue Geschäftsfelder zu entwickeln und die Energieversorgung langfristig auszurichten.» Ein wichtiger Grundsatz bleibt dabei stets erhalten: «Strompreis vor Dividende.» Die Versorgungssicherheit und ein stabiler Strompreis stehen im Zentrum, die Dividende wird bewusst gedeckelt.
Mit Christian Strebel übernimmt Anfang der 2020er-Jahre eine neue Generation die operative Führung der Energie Freiamt. Gleichzeitig entsteht mit den Energielösungen ein zusätzlicher Geschäftsbereich, der die Kundschaft in die Energiezukunft begleitet. Raphael Studer entwickelt als Mitglied der Geschäftsleitung gemeinsam mit seinem Team erfolgreich Lösungen rund um Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur und Eigenverbrauchsoptimierung.
Photovoltaik als Treiber – bereits 640 Anlagen
Wie rasant sich die Energiewelt verändert, zeigt die Photovoltaik: Ende 2022 produzieren 280 Anlagen im Netzgebiet der Energie Freiamt rund 8450 MWh Strom. Heute sind es bereits 640 Anlagen mit 21 500 Megawattstunden – Tendenz steigend. Damit wächst nicht nur die lokale Stromproduktion, sondern auch die Komplexität des Gesamtsystems. «Wir sind nicht mehr einfach Stromlieferant. Wir werden zum Systemmanager», sagt Geschäftsführer Christian Strebel. Denn ein Einfamilienhaus beispielsweise produziert heute Strom, speichert ihn, lädt ein Elektroauto und speist überschüssige Energie wieder ins Netz ein. «Die Komplexität entsteht nicht im Kraftwerk, sondern im Quartier.»
Für die Energie Freiamt bedeutet das: grosse Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und intelligente Steuerungssysteme. Seit Ende 2025 sind etwa sämtliche Haushalte im Versorgungsgebiet mit Smart Metern ausgerüstet. Und Lösungen rund um Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur und Eigenverbrauchsoptimierung werden konsequent vorangetrieben.
Wohin die Reise führt, ist klar: Die Zukunft der Energie ist elektrisch, digital und vernetzt. Wie dieses Energiesystem in 20 Jahren genau aussehen wird, weiss heute aber niemand. Doch für Christian Strebel zählt vor allem eines: «Die Energiezukunft wird komplexer. Unser Anspruch ist es, diese Komplexität für unsere Kundinnen und Kunden einfach zu machen: mit verlässlichen Netzen, verständlichen Lösungen und einem starken regionalen Partner an ihrer Seite.» Und genau daran arbeitet die Energie Freiamt – mitten im Freiamt. --zg
Mehr Infos zum Jubiläumsjahr: www.energie-freiamt.ch/ein-leben-lang
Jubiläumswettbewerb: Mitmachen
Zu gewinnen gibt es ein Fussball-Wochenende mit Alayah Pilgrim. Zum 30-Jahr-Jubiläum verlost die Energie Freiamt ein ganz besonderes Erlebnis: ein Fussball-Wochenende für zwei Personen mit Besuch eines Länderspiels der Schweizer Frauen-Nati, persönlichem Meet and Greet mit der Freiämter Nationalspielerin Alayah Pilgrim, Hin- und Rückreise, zwei Hotelübernachtungen sowie einem Nachtessen. Wer die Wettbewerbsfrage auf der Jubiläumswebsite bis am 4. Oktober richtig beantwortet, nimmt an der Verlosung teil.
Für Kinder gibt es zudem einen Malwettbewerb zum Thema «Die Welt von morgen» mit attraktiven Preisen und einem kleinen Geschenk für jede eingereichte Zeichnung. --zg


