In die Geschichte der Steine eingetaucht
In der Schweiz kommen fast alle Steine der Erde vor. Einige markante Exemplare sind auf den Geologie-Lehrpfad zu sehen. Emilio Stecher nahm die Teilnehmenden am Rundgang mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
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In die Geschichte der Steine eingetaucht
In der Schweiz kommen fast alle Steine der Erde vor. Einige markante Exemplare sind auf den Geologie-Lehrpfad zu sehen. Emilio Stecher nahm die Teilnehmenden am Rundgang mit auf eine Reise in die Vergangenheit.
Granit, Gneis, Nagelfluh, Sandstein, Kalk: Die meisten Menschen kennen diese Bezeichnungen. Aber wissen sie auch, wie die Steine entstanden sind? Die einstige Naturschutzkommission in Berikon hatte die Idee, einen Geologie-Lehrpfad anzulegen vor dem Waldstück Gunzenbühl. «Es war ein riesiger Aufwand», blickte Max Welti am letzten Samstag zurück. Von ihm stammte die Idee des Geologie-Lehrpfads. Und er fand in der Person von Emilio Stecher rasch einen Verbündeten. Der Inhaber der Emilio Stecher Natursteine in Root spendete die Steine, die auf dem Lehrpfad bestaunt werden können. Der Geologe Alex Mojon steuerte das Wissen über die Entstehung der Steine bei, das auf Infotafeln nachgelesen werden kann. Die ausgestellten Objekte sind beschriftet. Auf den kleinen Tafeln ist nicht nur die richtige Bezeichnung samt Herkunft nachzulesen, sondern auch, wie die Steine bearbeitet werden können.
«Afrika reicht bis ins Tessin»
Letzten Samstag lud die Gruppe Dorfkultur des Kulturvereins zu einem Rundgang auf dem Geologie-Lehrpfad ein. Emilio Stecher, der den Betrieb in Root in dritter Generation führt und der in Berikon aufgewachsen ist, nahm die rund dreissig Teilnehmenden mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Mit «Wir alle bestehen aus Sternenstaub» begann er seine Ausführungen. Dieser Staub verdichtete sich vor rund 4,5 Milliarden Jahren zum Planeten Erde. «Schon damals entstanden auf dem Feuerball die ersten Steine», so Stecher.
Vor rund 250 Millionen Jahren löste sich die Ur-Landmasse auf: Teile brachen ab und wanderten auf dem Wasser; die Kontinente entstanden. Die driftenden Kontinente prallten aufeinander und Gebirge türmten sich auf. Diesen Vorgang gibt es heute noch. Er äussert sich durch Vulkanausbrüche und Erdbeben. Beispielsweise in Italien, weil der Kontinent Afrika vehement nach Norden drückt. «Deshalb reicht Afrika geologisch bis ins Tessin.»
In der Schweiz kommen fast alle Gesteine der Welt vor. Stecher teilte sie in drei grosse Gruppen ein. Granit, der bei Vulkanausbrüchen aus dem Erdinnern an die Oberfläche kam. Sandstein, ein Sedimentgestein aus miteinander verkitteten Sandkörnern. Dann noch Kalkstein, der sich auf dem Meeresboden aus Ablagerungen gebildet hat. «Steine haben immer Zeugnisse hinterlassen», führte Stecher aus. Sie sind zu bestaunen an Baudenkmälern und Skulpturen. Seien es nun die Pyramiden, die Akropolis, die herrschaftlichen Bauten in der Zürcher Altstadt oder die Skulptur «David» von Michelangelo.
Wurst statt Rundgang
Wegen des heftigen Regens wurde auf den Rundgang auf dem Lehrpfad verzichtet. Hier wollte Stecher vermitteln, wie die Natursteine bearbeitet und wozu sie hauptsächlich verwendet werden. Stattdessen gab es unter dem schützenden Zeltdach eine heisse Wurst vom Grill und Getränke nach Wahl. Frau Gemeindeammann Rosmarie Groux verdankte das Engagement der Gruppe Dorfkultur. Sie lobte das Anlegen des Geologie-Lehrpfads, der fast einzigartig und somit wichtig für das Dorf ist. Es gibt nur einen weiteren in der Schweiz. --eob