CHLOSCHTERGEISCHT
04.07.2025 Muri, KolumnePlötzlich übertragen die Boxen das Signal des Mikrofons nur noch abgehackt. Die Hitze im überfüllten Festsaal scheint an der «Gmeind» in Muri auch für die Technik zu viel zu sein. Oder sind es die Handy-Signale, die stören, weil alle ...
Plötzlich übertragen die Boxen das Signal des Mikrofons nur noch abgehackt. Die Hitze im überfüllten Festsaal scheint an der «Gmeind» in Muri auch für die Technik zu viel zu sein. Oder sind es die Handy-Signale, die stören, weil alle das Resultat der Tempo-30-Abstimmung teilen? Die Umplatzierung der Technik unmittelbar neben die Bühne zeigt nicht die erhoffte Wirkung. Erst ein überdimensionales Mikrofon bringt die Lösung. Eine besonders lange Gemeindeversammlung erfordert offenbar auch ein besonders langes Mikrofon.
Dass es ein langer Abend werden dürfte, das zeichnete sich bereits vor der Versammlung ab. Auf der Treppe hoch in den Festsaal bildete sich ein Stau. Und im ersten Stock angekommen, galt es erst mal noch einen Sitzplatz zu finden. Angesichts der drückenden Hitze waren die Stehplätze in den Fensternischen begehrt. Im Sinne der Übersichtlichkeit wurden allerdings noch zusätzliche Stühle herangeschafft und die Pulte für die Medienschaffenden einen guten Meter zurückversetzt. Für diese kein grosses Opfer, schliesslich rückten sie so näher an die Kühle spendenden Fenster heran.
Heiss war es gleichenorts auch am Bez-Abschluss. Hier wussten sich viele mit Fächern zu helfen. Ihre Luftverwedelung nahmen auch die Neben- und Hinterleute erleichtert zur Kenntnis.
Es war bei der Vorstellung des neuen Teams und der Büroräumlichkeiten des RIF Oberes Freiamt. Als der Präsident der Regionalen Integrationsfachstelle die umsichtige Arbeitsweise und die gute Vernetzung von Ursula Rey herausheben wollte. Da drückte er es recht blumig aus. Er meinte: «Sie habe des Öfteren über den Hag hinaus gefressen.» Räber muss dies wohl wissen, denn auch als Geschäftsstellenleiter der Repla Oberes Freiamt hat er in den letzten drei Jahren mit Rey zusammengearbeitet.
Bei schönstem Wetter und extrem heissen Temperaturen fand vergangenes Wochenende das Dorffest in Bünzen statt. Bünzen hat sich ins Zeug gelegt, um dem Charme eines Dorffestes gerecht zu werden. Sehr zur Freude der vielen Besucher. Einzig bei der Beach, welche ohne Zweifel ebenfalls mit viel Liebe zum Detail angelegt wurde, stutzte der Chloschtergeischt. Holzschnitzel an der Beach? Meri Müller, seines Zeichens Verantwortlicher für das Rahmenprogramm, meinte mit viel Charme, das sei eben eine Beach à la Bünzen und darum habe es dort Holz angeschwemmt. Bei so viel Einfallsreichtum und Witz sei dies akzeptiert. Was die Bünzer nicht alles haben!
Ja, und dann war da noch die Sonne in Bünzen. Genau am Samstagabend, genau dann, als Philipp Galizia auftreten sollte. Dabei war mit dem Künstler abgemacht, dass er um 20 Uhr auftreten werde. Im Programm stand dann 19.30 Uhr. Genau so sah es auch die Sonne und heizte Galizia im ersten Teil des Abends richtig ein. Vielleicht auch gerade darum stieg dann auch noch die Technik aus und der Erzähler musste auf ein, nein, ein drittes Mikro umsteigen. Galizia, ganz Profi, spielte das weg, und das Publikum vor der Bühne schmolz regelrecht dahin ob der herzhaften Schlagfertigkeit des Murianers.
--tst/vaw
