CHLOSCHTERGEISCHT
10.04.2026 Muri, KolumneSo viel Selbstironie muss dann schon sein. Auch beim «Chloschtergeischt» respektive bei der betroffenen Redaktorin. Zudem ist es ein Beispiel dafür, dass der Mensch eben wirklich ein Gewohnheitstier ist. Mediengespräche mit dem Gemeinderat Muri finden im Kommissionszimmer ...
So viel Selbstironie muss dann schon sein. Auch beim «Chloschtergeischt» respektive bei der betroffenen Redaktorin. Zudem ist es ein Beispiel dafür, dass der Mensch eben wirklich ein Gewohnheitstier ist. Mediengespräche mit dem Gemeinderat Muri finden im Kommissionszimmer im zweiten Obergeschoss des Gemeindehauses im Kloster statt. So ist das abgespeichert. Offensichtlich auch, wenn in der Einladung ein anderer Ort steht. So geschehen letzte Woche, als der Gemeinderat zu einem Gespräch über die ersten hundert Tage in der neuen Konstellation lud. Die Redaktorin wartet vor dem Kommissionszimmer. Der Start des Presseanlasses rückt immer näher, doch niemand erscheint. Erst ein Telefonat mit Manuela Scavelli, Kommunikationsverantwortliche der Gemeinde, schafft Abhilfe. Treffpunkt wäre das Sitzungszimmer der Bezirksschule. Da steigt der Puls, erst recht, weil die Fahrt vom Kloster dorthin wegen der Umfahrung länger dauert. Darum hier nochmals: Danke fürs Warten und Entschuldigung für das nicht genaue Lesen der Einladung.
Hundert Tage ist der Gemeinderat in seiner neuen Konstellation schon im Amt. Am Tag des Mediengespräches sind es zwar erst 92 – das positive erste Fazit dürfte aber auch die folgenden acht Tage überdauert haben. Trotzdem sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger, dass das 100-Tage-Fazit somit acht Prozent zu früh erfolge. «Hätten wir bei den Steuereinnahmen eine solche Differenz, wären es sehr viel», meint er augenzwinkernd. In diesem Fall sei es dem Gemeinderat nachgesehen. Wenn es die nächsten 265 Tage und folgenden Jahre so weitergeht wie in den ersten 100 Tagen, dann sowieso.
Mit Herbert Meier, Jörg Weiss und Marlies Laubacher gehören seit Anfang Jahr drei Neue dem Gemeinderat an. Komplettiert wird das Gremium durch Hans-Peter Budmiger und Daniel Räber. Schon jetzt ist klar, dass Herbert Meier an der «Gmeind» vom 11. Juni sein erstes Projekt vorstellen wird. Einen Kreditantrag für eine ICT-Investition an der Schule. «Ich hoffe, dass es gut kommt. Vielleicht werde ich ein wenig nervös sein oder bleich werden. Wir werden es sehen.»
Lampenfieber – das verspüren Urs Meyer und Stefan Staubli indes nicht mehr. Beide waren 36 Jahre lang in ihren Forstbetrieben tätig: Staubli bei Wald kommunal+, Meyer im Forstbetrieb Lindenberg. Am Försterrapport wurden sie nun offiziell verabschiedet. Kreisförster René Fankhauser betonte dabei auch ihr jeweiliges Engagement ausserhalb ihrer beruflichen Tätigkeit. Bei beiden ist dieser Palmarès eindrücklich. Bei Stefan Staubli ganz besonders. Er ist Präsident von Holzenergie Freiamt, dem Muri Energie Forum, dem OK Holzerwettkampf, dem OK Sommerfest 1000 Jahre Kloster Muri. Er war Präsident des TV Muri Handball, von Pro Holz Aargau.
«Schon fast Mister President», fasst es Fankhauser zusammen – samt Bild des orangehaarigen Präsidenten einer westlichen Weltmacht. Ein Lachen geht durch die Runde. Und die Erkenntnis ist schnell da und erfolgt einhellig: «Stefan könnte das sicher besser.» Dieser lächelt. «Vorne hinstehen, das wollte ich jeweils eigentlich gar nicht.» Hie und da habe man ihn auch nach vorne geschubst. Das passiert eben jenen, die sich engagieren. Die sich voll und ganz für eine Sache einsetzen. Und das tut und tat Stefan Staubli.
Annemarie Keusch
