CHLOSCHTERGEISCHT
08.05.2026 Muri, KolumneEs war ein rauschendes Fest und die Gäste wurden verwöhnt. An der Jubiläumsfeier der Raiffeisenbank Oberfreiamt im KKL in Luzern. Beim Blick zurück in die Anfänge der Bank kam zur Sprache, dass sich der erste Standort der Bank in Muri, im Anbau beim ehemaligen ...
Es war ein rauschendes Fest und die Gäste wurden verwöhnt. An der Jubiläumsfeier der Raiffeisenbank Oberfreiamt im KKL in Luzern. Beim Blick zurück in die Anfänge der Bank kam zur Sprache, dass sich der erste Standort der Bank in Muri, im Anbau beim ehemaligen Kaufhaus Egenter an der Aarauerstrasse, befand. Toilettenanlagen gab es im Anbau keine.
Dafür mussten die Angestellten über die Strasse, um auf die Toilette zu kommen. Dort stand das ehemalige Gebäude der Landi Freiamt. Heute stehen dort ein Optiker und ein Blumenladen. Im ersten Stock befand sich das Restaurant Rebstock. Dort hatten sie (Toiletten-)Gastrecht, wie zu vernehmen war.
Auch bei der Kundengewinnung ging man vor rund fünfzig Jahren noch anders vor. In Dietwil drohte die Bankleitung der Kirche, keine Steuern mehr zu bezahlen, würden sie nicht Kunde bei der Raiffeisen werden. Marc Jordan und Dominik Erny erzählten, dass sie es später mit Golf versucht hätten. Doch auch da seien sie nicht gross fündig geworden. Sie dachten, auf dem Golfplatz fänden sie neue Kunden. Weit gefehlt, wie sich herausstellte. Dafür habe sich ihr Golfhandicap verbessert. Wenn schon, denn schon, sagt der Chloschtergeischt. Sportlich etwas zu unternehmen, ist ja auch zum Wohl der Bank.
Zur Sprache kamen auch die vielen Regulatorien, die für den Bankenplatz Schweiz bestehen und laufend dazukommen. Hier erfuhr man am Rande des Gesprächs, dass Verwaltungsratspräsident Dominik Erny in demselben Ostschweizer Dorf aufgewachsen ist wie Bundesrätin und Finanzministerin Karin Keller-Suter. Damals sei die heutige Magistratin ein Punk gewesen, erzählte Moderator Stefan Büsser. Was Erny bestätigte. Büsser machte sich dann seine Überlegungen, ob man das heute noch wahrnehme. Dann fragte er in die Runde: «Wo ist die wohl falsch abgebogen?»
Falsch abbiegen tut sicher nicht, wer in den nächsten Wochen und Monaten die Badi in Muri besucht. Ganz sicher nicht, weil sich der Eingang noch immer am altbewährten Ort befindet. Ändern wird sich das frühestens auf die Badi-Saison 2028. Natürlich hofft Betriebsleiter Martin Burkart auf einen schönen Sommer. «Das heisst nicht, nur immer heisse Tage», betont er. Auch Regen sei wichtig. Für den Rasen, für die Pflanzen allgemein, aber auch für das Team und für die Anlage – zur Erholung.
«Wenn ich wünschen könnte, würde es immer am Montag regnen», sagt er und lacht. Zuerst ein heisses, strenges Wochenende, dann der regnerische Montag zur Erledigung der liegen gebliebenen Aufgaben. Wünschen kann man immer.
Die Kundschaft geht vor. Das gilt auch für die ganz Kleinen. Jeder bekommt seine Capri-Sonne an der Schlüsselübergabe des Dorfladens in Bettwil. Die Wertschätzung ist gegenseitig. Schliesslich geht es nur miteinander. Und nachdem alle ein Getränk haben, die Gäste begrüsst und die Mitarbeitenden verdankt sind, findet Iryna Rey doch noch reichlich Zeit für den Journalisten. Fernab vom Festtrubel draussen, in ihrem neuen Laden «Punkt Bettwil». Doch ganz ruhig bleibt es nicht. Auch an diesem besonderen Tag kommt immer mal wieder jemand herein, um seinen Einkauf zu erledigen. So soll es ja auch sein. --vaw/ake/tst
