Ein Mann für alle Fälle
12.05.2026 Sport, Fussball2. Liga, FC Muri – FC Wettingen 3:1 (0:1)
Muri siegt und krallt sich an der Spitze fest. Eine Schlüsselrolle spielte einmal mehr Routinier Tihomir Grabovica, der die Freiämter mit seinem Tor nach 80 zähen Minuten doch noch auf die Siegerstrasse ...
2. Liga, FC Muri – FC Wettingen 3:1 (0:1)
Muri siegt und krallt sich an der Spitze fest. Eine Schlüsselrolle spielte einmal mehr Routinier Tihomir Grabovica, der die Freiämter mit seinem Tor nach 80 zähen Minuten doch noch auf die Siegerstrasse führt. Der 33-Jährige ist Antreiber und Vorbild zugleich und für die Murianer aktuell unverzichtbar.
Patrick Fischer
Der Captain Miguel Ferreira schwärmt: «Er bringt eine riesige Energie auf den Platz, ist immer bereit und daher unheimlich wichtig für die Mannschaft.» Er spricht von Tihomir Grabovica, der in der 81. Minute seine Wichtigkeit unter Beweis stellt und die Flanke von Ferreira wuchtig zur langersehnten Murianer Führung einnickt. Grabovica, der eigentlich ein gelernter Stürmer ist, muss aktuell die Lücken in der Abwehr füllen, die durch die Sperren von Belmin Mrkonja und Simone Parente entstanden sind.
In den Spielen zuvor rackerte er als Sturmspitze für den verletzten Fidan Tafa und bot auch da überzeugende Leistungen. «Tiho ist für uns absolut Gold wert», schwärmt Trainer Alain Schultz vom seinem Team-Senior. «Er ist ein Riesentyp – du kannst ihn immer und überall einsetzen, von Anfang an oder als Joker, und er gibt einfach immer Vollgas.»
«Unbedingt effizienter werden»
Seine Mannschaft war dem Gast aus Wettingen in allen Belangen überlegen, doch zur Pause liegt Muri trotzdem mit 0:1 in Rückstand. Von den zwei Chancen, die sich die Gäste in der ersten Halbzeit erspielen, nutzen sie eine eiskalt aus: In der 26. Minute schliesst Noah Grüter einen Konter trocken ab und stellt damit das Spielgeschehen auf den Kopf. Das Heimteam hingegen erarbeitet sich über ein Dutzend zum Teil hochkarätige Möglichkeiten, bleibt aber glücklos oder wird vom starken Wettinger Goalie ausgebremst. «Wir waren deutlich die bessere Mannschaft, haben aber unsere Chancen nicht verwertet. Und dann ist es eben meistens so, dass man sie hinten bekommt, wenn man sie vorne nicht macht», beschreibt Mittelfeldmotor Miguel Ferreira die ersten 45 Minuten. «Die Mannschaft ist aber dran geblieben und hat ihr Spiel durchgezogen, das hat mir gut gefallen. Wir müssen jedoch unbedingt effizienter werden, damit wir solche Partien früher entscheiden können und nicht bis am Ende zittern müssen», so Ferreira.
Trotz Rückstand fiel es dem Coach in der Pause nicht leicht, seinen Spielern einen guten Input für die zweite Hälfte mitzugeben: «Ich dachte, ich sei im falschen Film. Dem Team konnte ich eigentlich nichts vorwerfen, also galt die Devise ruhig bleiben und so weitermachen wie bisher.» Das taten die Klosterdörfler, und es rollte auch nach dem Pausentee eine Angriffswelle nach der anderen aufs Wettinger Tor zu. Doch es dauerte bis zur 64. Minute, bevor das Heimteam endlich jubeln konnte: Nach einer unübersichtlichen Szene im Strafraum landet der Ball unverhofft bei Jan Burkard, der nicht lange fackelt und mit seinem Schuss aus sechszehn Metern eine Lücke im dichten Wettinger Abwehrbollwerk findet. «Ich war mir sicher – wenn wir ein Tor erzielen, gewinnen wir diese Partie», sagt Schultz.
Grabovica: «Spielt keine Rolle, wer die Tore schiesst»
Und er sollte recht behalten. Seine Spieler machen nach dem Ausgleich im gleichen Stil weiter und lassen dem Gegner keine Verschnaufpause. Allerdings fehlt weiterhin die letzte Entschlossenheit im Abschluss. Doch nur, bis sich Tihomir Grabovica in den Angriff einschaltet und seine Farben zehn Minuten vor Spielende mit einem sehenswerten Kopfballtor erstmals in Führung bringt. Die Wettinger werfen danach alles nach vorne, wodurch es in der Schlussphase noch zu mehreren heiklen Szenen im Murianer Strafraum kommt. Doch mit vereinten Kräften kann der Ausgleich verhindert werden. Mit dem letzten Angriff des Spiels gelingt dem eingewechselten Edison Imeri das alles entscheidende dritte Tor. Erst jetzt fällt die Anspannung von den Spielern ab und die Erleichterung ist regelrecht spürbar. «Es spielt keine Rolle, wer die Tore schiesst», sagt Grabovica, der Mann des Spiels. «Hauptsache, wir haben die drei Punkte im Trockenen. Ob ich vorne oder hinten eingesetzt werde, spielt für mich keine grosse Rolle. Wichtig ist, dass ich Spass habe auf dem Platz und meine Mannschaft unterstützen kann.» Das tut Tihomir Grabovica aktuell sehr erfolgreich und wird wohl auch in der nächsten Partie am Freitag (20.15 Uhr) in Oftringen eine Schlüsselrolle einnehmen. Auf welcher Position er auflaufen wird, ist unklar. Sicher ist: Grabovica kann das.

