Landi Freiamt bereitet sich auf die Pensionierung ihres Geschäftsleiters vor
Wenn das Know-how aus Jahrzehnten der Erfahrung auf eine ideenreiche Aussensicht trifft, kann Spannendes entstehen. In dieser Lage befindet sich die Landi Freiamt. Nächstes Jahr wird ...
Landi Freiamt bereitet sich auf die Pensionierung ihres Geschäftsleiters vor
Wenn das Know-how aus Jahrzehnten der Erfahrung auf eine ideenreiche Aussensicht trifft, kann Spannendes entstehen. In dieser Lage befindet sich die Landi Freiamt. Nächstes Jahr wird Geschäftsleiter Daniel Strebel pensioniert.
Thomas Stöckli
Dass die Landi Freiamt am Morgen nach der Generalversammlung die Presse einlädt, hat sich schon eingebürgert. Diesmal sitzen allerdings deutlich mehr Personen am Tisch als üblich. Nebst Verwaltungsratspräsident Stefan Lüthy, Daniel Strebel, Vorsitzender der Geschäftsleitung, und Daniel Appert, Leiter Energie und Landi-Läden, sind es Andrea Erni, welche die Leitung des Finanz- und Rechnungswesens gleichentags von Daniel Urech übernommen hat, und Markus Lips, designierter Geschäftsführer ab Juni. Später stösst noch Marcel Tillmann dazu. Der ehemalige Leiter der Landi Obfelden amtet seit einem Monat als neuer Leiter HR und wird in Zukunft zusätzlich die Leitung der Immobilien übernehmen. Aktuell gehören der Landi Freiamt 80 Mietwohnungen.
Voneinander lernen
Daniel Strebel wird im kommenden Jahr das Pensionsalter erreichen. Dass sein Nachfolger Markus Lips bereits im März gestartet ist, geschah in der Absicht, einen möglichst guten Übergang zu ermöglichen. Ursprünglich war angedacht, dass er im August den Vorsitz der Geschäftsleitung übernimmt. Nun konnte der Termin gar vorverlegt werden. «Ich gebe die Verantwortung gestaffelt ab», sagt Strebel, «und fahre nach Möglichkeit mein Pensum zurück.» Das ermöglicht ihm, die laufenden Projekte – etwa die Kernsanierung der Altliegenschaft in Oberrohrdorf – noch abzuschliessen und doch nicht zu abrupt in den kommenden Lebensabschnitt zu wechseln.
«Für mich ist das ein angenehmer Start», sagt Markus Lips. So dürfe er in Etappen übernehmen und derweil noch vom Wissen seines Vorgängers profitieren. «Von den Neuen kann ich ebenso lernen», gibt Strebel das Kompliment zurück und spricht von einem «spannenden Prozess» mit «frischen Ideen». Auch wenn man noch so offen für Neues sei, «wenn man so lange in einem Betrieb ist, tut ein konsequenter Aussenblick gut», betont er.
Neu mit Waschstrasse
Gemeinsam führen die neuen und alten Entscheidungsträger durch den Geschäftsbericht 2025, wie er am Vorabend auch an der Generalversammlung in Muri vorgestellt wurde. Es geht um die neue Waschstrasse in Wohlen, mit der die Landi Freiamt ein zusätzliches Geschäftsfeld erschlossen hat. «Das rundet unser Paket gut ab», sagt Daniel Appert. Die Technik sei sehr komplex und die Kundschaft verhalte sich anders, beschreibt er die Herausforderungen des neuen Geschäftsfelds. «Wir müssen noch lernen», so die Erkenntnis, aber grundsätzlich sei man mit dem Start zufrieden.
Das Wegfallen des Ladens in Wohlen hat die Landi Freiamt mit der Neueröffnung in Fischbach-Göslikon kompensiert. Die Mitarbeitenden konnten so übernommen werden. Auch wenn der Abschied vom alten Käsikeller zuerst mit Wehmut verbunden war, seien mittlerweile alle glücklich angekommen am neuen, zeitgemässeren Arbeitsplatz mit den angenehmeren Arbeitsbedingungen. Von den Mietwohnungen über dem Laden in Fi-Gö sei eine noch zu haben. «Die Schönste», macht Stefan Lüthy Werbung, «sicher die Grösste», so Strebel neutraler. Klar ist, dass man die Präsenz am Standort Wohlen zurückgewinnen will, wobei die Erreichbarkeit mit Parkplätzen und Anlieferung bei der Standortwahl eine Schlüsselrolle spielen.
Die Zahlen stimmen
Aktuell beschert die aktuelle Ölkrise dem Energiebereich hohe Umsatzzahlen. Dafür zeichnet sich angesichts der Strassenbaustelle in Muri für den Top- Shop ein hartes Jahr ab. «Die gute Erreichbarkeit, von der wir leben, ist arg strapaziert», teilt die Landi mit.
Die Dorfläden seien nach wie vor gut gefragt. Was sich bewährt, ist die Übernahme von Post-Dienstleistungen. Jene in Oberlunkhofen wird allerdings mit einem Monat Verspätung eröffnet. Für die Verzögerung sorgt der bewilligungspflichtige Bau einer Rampe für den notwendigen schwellenlosen Zugang.
Mit Fokus aufs vergangene Jahr darf Andrea Erni einen moderaten Zuwachs beim Gewinn vermelden. In einem Jahr mit ausserordentlich hoher Investitionstätigkeit hat sich der relative Eigenkapitalanteil etwas abgeschwächt. Bei den Abschreibungen machen sich nach wie vor die hohen Investitionen in den Standort Merenschwand bemerkbar. Trotzdem: «Die Landi Freiamt ist immer noch sehr gut aufgestellt», betont Andrea Erni.