CHLOSCHTERGEISCHT
15.05.2026 Muri, Kolumne226 verrechenbare Tage weniger als im Vorjahr – muss sich die Pflegi Muri Sorgen machen um ihre Bettenauslastung? Zum Glück nicht: Für den Rückgang liefert Christoph Käppeli, Finanzverantwortlicher im Vorstand des Vereins Pflegi Muri, eine ebenso ...
226 verrechenbare Tage weniger als im Vorjahr – muss sich die Pflegi Muri Sorgen machen um ihre Bettenauslastung? Zum Glück nicht: Für den Rückgang liefert Christoph Käppeli, Finanzverantwortlicher im Vorstand des Vereins Pflegi Muri, eine ebenso einfache wie einleuchtende und beruhigende Begründung: Das Vorjahr 2024 hatte als Schaltjahr schlicht einen Tag mehr als 2025. Bei einer Bettenanzahl von 226 und einer durchschnittlichen Belegung von über 95 Prozent löst sich das vermeintliche Minus bei genauerem Hinschauen schnell in nichts auf. Es bleibt zumindest eine Randnotiz für den «Chloschtergeischt».
Als Pflegi-Direktorin Margit Schneider die Folie mit den Zahlen und Fakten einblendet, muss Präsident Franz Hold schmunzeln. Diese und ähnliche Zahlen hat er in seinem Jahresrückblick kurz zuvor nämlich ebenfalls präsentiert. Mangelnde Absprache oder doch berechnendes Kalkül?
Schliesslich zeichnet es eine gute Präsentation aus, dass die Kernbotschaft mindestens zwei- bis dreimal wiederholt wird, um dadurch die Merkfähigkeit beim Publikum zu maximieren. So bleibt die Bettenauslastung von über 95 Prozent sicher in den Köpfen hängen. Und dass sich nebst den 420 Mitarbeitenden – darunter 44 Auszubildende – auch 57 Freiwillige sowie 15 Mahlzeitenfahrerinnen und -fahrer für die Pflegi einsetzen. Ziel erreicht.
Niesen während eines Konzerts? Das kommt immer zum unpassendsten Moment. «Zum Glück ist es nicht mir passiert», so der egoistische Gedanke beim ersten Mal. Beim zweiten Mal macht sich schon etwas stärker das Mitgefühl mit der offensichtlich so vom Niesreiz geplagten Person drei Plätze weiter am Konzert im Festsaal bemerkbar. Noch ein geräuschvoller Schnäuzer ins Stofftaschentuch, dann ist die Krise offenbar überwunden. Und der Verursacher trägt es glücklicherweise mit Fassung.
Das Spital Muri präsentiert die Zahlen des vergangenen Jahres. 2,1 Millionen Franken beträgt der Gewinn. «Zu wenig», sagt CEO Daniel Strub. Gerade im Hinblick auf Investitionen in die Infrastruktur. Zirka 2040 wird ein Neubau notwendig sein. Aber die 2,1 Millionen Franken Gewinn stehen im brancheninternen Vergleich gut da. Das verneint Strub denn auch nicht. «Beim Vergleich mit Fast-Toten steht man als ein noch ein bisschen mehr Lebendiger
Damit zielt Strub nicht zuletzt auch auf Spitäler, die nur dank gewichtigen Finanzspritzen und Aktienaufstockungen überleben können. Auch im Aargau gibt es Beispiele dafür. Auf solche Unterstützung kann Strub indes nicht hoffen, ist das Spital Muri doch als Stiftung und nicht als Aktiengesellschaft aufgestellt. «Aber wir kämpfen auf dem gleichen Markt, mit den gleichen Tarifen – nur eben einfach ohne finanzstarken Götti.» Ob das gleich lange Spiesse seien? Natürlich ist seine Frage rhetorischer Natur. Nicht aber jene aus dem Plenum, ob denn eine Änderung der Rechtsform infrage kommt. Daniel Strub lächelt verschmitzt. «In eine Aktiengesellschaft? Privat würde ich aktuell keinen einzigen Franken ins Gesundheitswesen investieren.» Ohne Investoren aber keine AG. Eine solche Änderung entspräche laut Strub aber auch keinesfalls dem Sinne der Stiftung. --tst/ake
