CHLOSCHTERGEISCHT
22.05.2026 Muri, KolumneEin Freiämter zurück im Freiamt. Roberto Martullo referierte im Anschluss an die GV der FDP Muri und Umgebung über seine Firma Künzli SwissSchuh AG. Es sei schon eine Art von Nachhausekommen, erzählte er. Martullo ist im Spital Muri geboren, in Wohlen aufgewachsen und ...
Ein Freiämter zurück im Freiamt. Roberto Martullo referierte im Anschluss an die GV der FDP Muri und Umgebung über seine Firma Künzli SwissSchuh AG. Es sei schon eine Art von Nachhausekommen, erzählte er. Martullo ist im Spital Muri geboren, in Wohlen aufgewachsen und lebte 38 Jahre dort. «Bis mich meine Frau nach Zürich verschleppte», sagt er und lacht. Wohlen sei ein Nebelloch, so lautete die Meinung seiner bekannten Frau Magdalena Martullo-Blocher. Heute sagt Roberto Martullo: «Am Zürichsee hat es genauso viel Nebel.» Immerhin.
Auf die Murianer war Martullo indes nicht schon immer gut zu sprechen. Er erinnert sich an viele aufregende Nachmittage und Abende auf der offenen Eisbahn in Wohlen. «Und immer kamen auch die Murianer und schnappten uns unsere Girls weg.» Das sorgt im Kreise der FDP für einige Lacher. Ob auch jemand von ihnen gemeint war, entzieht sich der Kenntnis des «Chloschtergeischts».
Damit ist aber nicht Schluss mit Verbindungen nach Muri. Seine erste Stelle trat Roberto Martullo ebenfalls im Klosterdorf an – bei der Firma Polytronic. «Heute fuhr ich dort vorbei und es wehte eine türkische Flagge.» Übernahme durch ausländische Investoren oder türkische Gäste? «Zweiteres», konnte jemand aus dem Plenum beruhigen.
Natürlich sprach Martullo in Muri nicht nur über seine Verbindungen ins Freiamt, sondern vor allem über seine Firma: Künzli Swiss-Schuh AG. Er rettete die Firma, als diese im Oktober 2024 kurz vor der Schliessung stand. Logisch, dass der Unternehmer auch ein paar Schuhmodelle mit nach Muri nahm. «Aber immer bloss ein Schuh. Und das bewusst», meinte er schmunzelnd. So sei die Gefahr klein, dass jemand einen Schuh mitlaufen lasse.
Seit Martullo die Firma übernommen hat, sind 40 neue Künzli-Modelle entstanden. Basierend auf Archiv-Schuhen werden diese neu designt. «Und natürlich einer Expertengruppe vorgelegt.» Roberto Martullo wartet. «Unseren drei Kindern.» Da lautet das Verdikt von silbern oder golden glitzernden Streifen auch mal: «Goldküstenmami-Schuh 40+». «Sie hatten damit sogar recht. Aber verkauft ist verkauft», meint der stolze Vater.
100 Jahre Künzli Schuhe. Im nächsten Jahr steht ein grosses Jubiläum an. Gleiches gilt natürlich für Muri, das 2027 1000 Jahre Kloster feiert. «Lässt sich das nicht verbinden? Ein Künzli-Schuh zum Klosterjubiläum?», meint eine Zuhörerin. Roberto Martullo lächelt. «Warum nicht?» Fortsetzung folgt also. Vielleicht.
An der Mitgliederversammlung der Spitex Muri und Umgebung wurde Präsident Christian Wyss verabschiedet. Vizepräsident Daniel Räber sagte in seiner Einleitung zur Würdigung von Wyss: «Gewählt wurdest du im grössten zur Verfügung stehenden Saal von Muri: im Festsaal im Kloster.» Es war Corona-Zeit. So musste dem Umstand Rechnung getragen und Abstand gehalten werden. Anwesend waren da dreizehn Personen. Und dann setzte Räber hinzu: «Heute sind dreimal mehr Menschen da.» --ake/vaw
