CHLOSCHTERGEISCHT
29.05.2026 Muri, KolumneEs braucht sie an jeder Vereinsversammlung: die Stimmenzähler. Genauso gehören die Sprüche dazu, die rund um dieses Amt geklopft werden. Das war auch bei der Abgeordnetenversammlung des KESD Bezirk Muri und der anschliessenden GV des Vereins Familienberatung Bezirk Muri nicht ...
Es braucht sie an jeder Vereinsversammlung: die Stimmenzähler. Genauso gehören die Sprüche dazu, die rund um dieses Amt geklopft werden. Das war auch bei der Abgeordnetenversammlung des KESD Bezirk Muri und der anschliessenden GV des Vereins Familienberatung Bezirk Muri nicht anders. Bei beiden Tagungen übernahm Ivan Bieri, Gemeinderat Rottenschwil, diese Aufgabe. «Das kann ich später im Lebenslauf erwähnen», war sein Kommentar bei der ersten Wahl. Dabei war das Zählen alles andere als obsolet. Mit nur einer Stimme Unterschied wurde Hanna Hoenig und nicht Christian Bel in den Vorstand gewählt. Im ersten Wahlgang erzielten die beiden gar gleich viele Stimmen. Und bei der zweiten? «Mittlerweile bin ich warmgelaufen.» Dass er dann wegen Abwesenheit der Revisorinnen auch noch deren Bericht verlesen durfte, überforderte ihn entsprechend keineswegs.
15 Jahre im Vorstand, 14 als deren Präsidentin. Claudia Dober, bis Ende letzten Jahres Vizeammann in Merenschwand, prägte den Kindes- und Erwachsenenschutzdienst im Bezirk Muri massgeblich mit. Mit dem Rücktritt aus dem Gemeinderat erfolgt nun auch der Rücktritt als Präsidentin. Sechs Jahre lang arbeitete Daniel Räber, Vizeammann von Muri, mit Dober im Vorstand zusammen. «In dieser Zeit bist du nie in die Luft gegangen. Das wollen wir nun ändern», meinte er am Schluss seiner Laudatio. Natürlich machte er die verdiente Präsidentin nicht derart wütend, damit das passierte. Sondern Räber meinte es im wörtlichen Sinn. Zum Abschied gabs als Geschenk einen Rundflug ab dem Flugplatz in Buttwil. Claudia Dober lacht: «Kürzlich war ich mit meinem Mann beim Flugplatz und wir sprachen darüber, dass es toll wäre, so etwas mal zu erleben.» Nun kommt es unverhofft schneller dazu als gedacht.
Getüftelt wurde eifrig, im Rahmen der Projektarbeiten des Abschlussjahrgangs an der SeReal. Manche zeigten dabei einen Eifer, wie er sich in den drei Schuljahren sonst kaum hatte erahnen lassen. Nebst den offenbar beliebten Vogelhäuschen wurde eifrig an motorisierten Gefährten gebastelt und getunt, vom Töffli bis zum Einachser. Nicht nur der Chloschtergeischt fragte sich zuweilen, ob denn das überhaupt für den Strassenverkehr zugelassen werden kann. Was solls: Entstanden sind Kunstwerke, die mehr zum Bestaunen da sind als für die Nutzung im Alltag. Aber nach der Präsentation heimschieben? Das war dann doch kein Thema. Um 21 Uhr dröhnte auf dem Parkplatz Bachmatten jedenfalls wiederholt der Motor eines kleinen Eigenbau-Trikes mit Seilzug-Starter auf. Weit kam sein Fahrer allerdings nicht, bevor der Motor jeweils wieder erstarb. Bei der Einstellung besteht offenbar noch etwas Luft nach oben.
Deutlich weniger Lärm macht da der Elektromotor eines E-Bikes, das im Rahmen der Präsentationen ebenfalls einen Auftritt hatte. Mit einer motorunterstützten Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h – so wurde es jedenfalls kolportiert – und ohne Nummer dürfte auch dieses stylische Gefährt in einer Kontrolle schlechte Karten haben. Ein Hingucker ist es trotzdem. Und das Angebot «Sie dürfen gerne eine Probefahrt machen» hat den Journalisten doch ziemlich in Versuchung gebracht. Dem jungen Tüftler ist zu wünschen, dass er einen legalen Weg findet, seinen Eigenbau bewegen zu dürfen. --ake/tst
