CHLOSCHTERGEISCHT
12.06.2026 Muri, KolumneWussten Sie, dass Muri einen Club hat? Nicht versteckt und nicht in einem dunklen Keller. – Vielleicht auch im Keller, aber eigentlich an der Marktstrasse. Dies stellte sich am zweiten Abend des Runden Tisches heraus. Als sich die Verantwortlichen verschiedener Organisationen und ...
Wussten Sie, dass Muri einen Club hat? Nicht versteckt und nicht in einem dunklen Keller. – Vielleicht auch im Keller, aber eigentlich an der Marktstrasse. Dies stellte sich am zweiten Abend des Runden Tisches heraus. Als sich die Verantwortlichen verschiedener Organisationen und Vereine mit dem Fokus Jugendförderung trafen. Regula Marthaler pries die Vorzüge des GZ an. Da könnte mancher neidisch sein. Vor allem jene, die heute Abend nicht an die «Girls-Only-Party» können. Denn das GZ stellt Grossleinwand, Beamer, einen Discospiegel sowie die Musikanlage, welche Sound vom Feinsten liefert, zur Verfügung. Als passender Gegenspieler fungiert die blau eingefärbte Decke. Der Chloschtergeischt ist überzeugt, die «Mädels» werden heute Abend kreischen, wie wenn sie ein Paket eines Modelabels erhalten.
Wenn Mann/Frau heute von der Lücke in der Jugendförderung im Dorf spricht, dann ist sicher nicht ein Mangel an grossen Ideen gemeint. Denn wer zurückdenkt an die «Usestuehlete», dem wird sicherlich beim Gedanken «Jugendfest in der Bahnhofstrasse» warm ums Herz und gedanklich wippt er oder sie bereits mit dem Soundteppich mit. Dabei eröffneten sich den Beteiligten der Runde zwei Einstiegsfragen: Wer wird so ein Projekt umsetzen? Und wer möchte sich da engagieren? Da kann im kommenden Jahr mit den Feierlichkeiten zum 1000-Jahr-Jubiläum des Klosters reichlich Erfahrung gesammelt werden. Sicherlich gibt es Plätze und Vorbilder, vielleicht sogar Projekte, bei denen sich Junge inspirieren und motivieren lassen. Wer weiss, ob da nicht das eine oder andere Feuer für etwas entzündet wird?
Und noch etwas zur Jugendförderung. Zwar waren zwei Vertreterinnen des Alterssegments Jugendliche mit in der Runde. Doch die Aussage stand schon lange im Raum, als sie ein Teilnehmer aussprach. Was interessiert die Jungen? Wie gehen sie das an? – Dann kam der Seitenhieb an die im Klosterdorf vernetzte und verankerte Fasnacht. Dass man neben der Fasnacht auch solche Anlässe auf die Beine stellen könne. Der Chloschtergeischt outet sich auch als Fasnachtskenner. Er ist der Meinung, wenn die Jungen ihre Motivation oder Freude für ein Thema finden, dann ist es egal, ob es da noch die Fasnacht gibt.
Vielleicht sogar als Ergänzung oder als ein Miteinander. Denn auch die Fasnacht bemüht sich immer wieder um die Jugend und lädt diese beispielsweise zu einem Jungschnitzelbänklerkurs am Mittwoch, 18. November, ein. Auch da wird die Jugend gefördert, denn Auftrittskompetenz ist auch neben der Fasnacht immer gut. Vielleicht auf dem Weg, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Die Fronleichnamsprozession konnte bei schönem Wetter durchgeführt werden. Egal ob man gläubig ist oder nicht und welchen Bezug man zur Religion hat, eindrücklich ist die Prozession auf alle Fälle. Da tragen Männer und Ministrantinnen stundenlag Kerzen, Kreuz oder Fahne durchs Dorf. Einerseits stehen sie zu ihrem Glauben und andererseits zeigen sie ihren Bezug zur Tradition. Andreas Biermann vom Seelsorgeteam brachte es auf den Punkt: «Tradition ist das, was die Menschen leben.» Da ist es umso schöner zu erleben, wie der Dienst in der Kirche, hier die Enkelin als Kreuzträgerin, auch vom Grosi, das sich in der Kirche gleichermassen engagiert, geschätzt wird und wie diese Tradition über Generationen verbindet und zu einem Miteinander führt. --vaw
