CHLOSCHTERGEISCHT
19.06.2026 Muri, KolumneICT – 300 000 Franken mehr dafür hat die «Gmeind» in Muri ab 2027 gesprochen. «Abkürzungen in der Broschüre zur Versammlung nerven», meinte dazu ein Stimmbürger. Kommt hinzu, dass nicht einmal erklärt sei, was die Abkürzung ICT denn ...
ICT – 300 000 Franken mehr dafür hat die «Gmeind» in Muri ab 2027 gesprochen. «Abkürzungen in der Broschüre zur Versammlung nerven», meinte dazu ein Stimmbürger. Kommt hinzu, dass nicht einmal erklärt sei, was die Abkürzung ICT denn überhaupt bedeute. «Wir sind nicht alles Fachleute. Es wäre schön, wenn die Texte so formuliert würden, dass alle wissen, worum es geht.» Die logische Folge: Der Stimmbürger wollte von Gemeinderat Herbert Meier wissen, wofür die Abkürzung ICT steht. Meier lächelt, zögert – und muss nachfragen. ICT steht für Information and Communication Technology (auf Deutsch: Informations- und Kommunikationstechnologie).
Nicht nur die ICT der Schule war ein Thema, sondern auch eine Fusswegbrücke über die Bünz – zwischen Fussballplatz und Bachmatten. Der Gemeinderat will dieses Projekt sistieren, weil die Auflagen komplexer sind und die Kosten entsprechend höher. Während der Diskussion stellte ein Stimmbürger eine durchaus etwas provokante Frage: «Was passiert, wenn wir einfach eine provisorische, kleine Brücke bauen?» Gemeinderat Jörg Weiss grinst. «Wenn ich etwas gelernt habe in den ersten Monaten im Gemeinderat: Was wir machen, muss zu hundert Prozent den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.» Dass dies eine einfach aufgestellte Brücke nicht tut, liegt auf der Hand.
Und auch die dritte Neue im Bunde hatte ihre Premiere als Rednerin an der «Gmeind» in Muri: Marlies Laubacher. «Ich habe wohl den leichtesten Start», meint sie, bevor sie zwei Kreditabrechnungen präsentiert. Der Nebensatz folgt prompt: «Das wird sich wohl noch ändern.» Tönt wie eine Drohung, ist wohl aber ganz einfach eine Tatsache.
An der «Gmeind» in Merenschwand war ein Kreditantrag für den Bau eines Mehrzweckraumes im Betrag von 602 000 Franken das Thema. Vor allem der FC sollte vom neuen Raum profitieren, aber auch andere Vereine, die Schule, das ganze Dorf. Dagegen regte sich schon im Vorfeld der Versammlung im Dorf Widerstand. Und dieser wurde auch an der «Gmeind» in mehreren Voten deutlich. «Dieser Raum hilft den Vereinen. Und was ist mit den Leuten, die keinem Verein angehören? Wir sind gezwungen, uns finanziell daran zu beteiligen», meinte ein Stimmbürger. Da staunt der «Chloschtergeischt» schon etwas und schüttelt den Kopf. Ohne Vereine würde in vielen Dörfern das Leben fehlen. Sie sind es, die Anlässe organisieren, die die Menschen zusammenbringen. Trotz Rückweisung des Antrags für einen neuen Mehrzweckraum – zum Glück wissen ganz viele Leute, wie wichtig Vereine sind, und engagieren sich in solchen.
Unter Verschiedenes gab es dann noch einen speziellen Aufruf. Feuerwehrkommandant Patrick Fischer nutzte die Gunst der 191 anwesenden Stimmberechtigten. «Wir verkaufen unseren ‹Benzli›», verkündete Fischer. Ein kleines, 3,5 Tonnen schweres Gefährt, das einst in der Feuerwehr Benzenschwil im Einsatz war. «Am 1. Juli schreiben wir ihn im Internet aus. Es wäre schön, wenn sich vorher Interessierte von hier finden liessen und der ‹Benzli› im Dorf bleibt.» Die Chancen scheinen gut zu stehen. Denn ein Stimmbürger rief sofort aus: «Ihr könnt doch den ‹Benzli› nicht verkaufen.»
Annemarie Keusch
