CHLOSCHTERGEISCHT
03.07.2026 Muri, Kolumne«Bin ich da richtig?» Kurz vor dem Start deutet beim Kindergarten Wey noch kaum etwas auf den angekündigten Informations- und Netzwerkanlass hin. Erst bei genauerem Hinschauen fällt die neu gepflanzte Hecke auf. Dann trudeln sie einer nach der anderen ein, die ...
«Bin ich da richtig?» Kurz vor dem Start deutet beim Kindergarten Wey noch kaum etwas auf den angekündigten Informations- und Netzwerkanlass hin. Erst bei genauerem Hinschauen fällt die neu gepflanzte Hecke auf. Dann trudeln sie einer nach der anderen ein, die Vertreter der Gemeinde, des Naturschutzvereins Muri und Umgebung sowie der naturaffinen Bevölkerung. Die Parkplätze werden kaum beansprucht. Passend zum Projekt «Natur findet Stadt» kommen die meisten mit dem Zweirad. Angesichts der heissen Temperaturen und der Topografie des Klosterdorfs darf es allerdings gerne die schweisssparende Ausführung mit Elektromotor sein. An Sonnenstrom für den nachhaltigen Betrieb mangelt es ja aktuell ganz sicher nicht.
Beim Wasserturm in Aristau ist in der letzten Woche einiges passiert. Während der Waldwoche haben alle Schülerinnen und Schüler an einem Waldsofa gearbeitet, einen Barfussweg realisiert und mitgeholfen, dass hier ein neuer, schöner Platz entstanden ist. Seinen Beitrag hat auch der Forstbetrieb Region Muri geleistet und Bänkli angefertigt, die die Ortsbürgergemeinde Aristau finanzierte. Ein tolles Beispiel von Zusammenarbeit. «Wäre das nicht auch ein toller Znüni-Ort für euch Forstleute?», meinte denn Schulleiterin Trix Wolter. Die Antwort von einem Forstmitarbeiter kam prompt und spontan: «Wo ist denn die Kaffeemaschine?» Znüni-Orte gibt es vielleicht bessere. Aber um ein neues Highlight ist der Aristauer Wald dank der Schule, dem Forst und der Ortsbürgergemeinde ganz sicher reicher.
Da soll einer sagen, es seien immer die Jungen. Und nicht, dass jemand denkt, Junge habe es am Wunschkonzert im Rahmen des Boswiler Sommers sowieso keine im Publikum gehabt. Hatte es – und zwar nicht wenige. Aber eben, es waren nicht die Jungen, die an diesem Abend etwas negativ auffielen. Mit einem Handy, das, ohne zu übertreiben, viermal schellte. Laut. Hektisch nimmt es der ältere Herr aus der Hosentasche, versucht, die Lautstärke des Klingeltons zu drosseln. Beim ersten Mal, beim zweiten Mal, beim dritten Mal. «Abstellen», heisst es dann von einem anderen Konzertbesucher, als das Telefon zum vierten Mal klingelt. Lautlos zu schalten, das ging wohl in der Hitze des Gefechts nicht.
Hitzig war es auch in Beinwil, bei den letzten Proben vor der Sommerpause am Freilichttheater «Keis Wunder – es Wunder». Und Gefechte wurden hier ebenfalls ausgetragen – zumindest Wortgefechte – namentlich zwischen den beiden Hauptfiguren «Bissig» und «Schagg». Wobei sich auch eine dritte Partei schlagfertig Gehör verschafft. Es sind die Frauen, die auf eine Männerlastigkeit in der Welt der Heiligen und Wundertäter hinweisen. Recht haben sie ja, aber der arme Dorfhistoriker im Stück, der sich darauf gefreut hat, sein Wissen ungestört an die interessierten Teilnehmenden seiner Führung weitergeben zu dürfen, ist wahrlich nicht zu beneiden.
Man sieht sich an, wenn man miteinander spricht – das hat sich in der Erziehung tief eingebrannt. Und das lässt sich auch kaum ausschalten, wenn der Regisseur explizit fordert, den Blick selbstbewusst ins Publikum zu richten. So wird die Szene halt wiederholt. Nicht ein- und nicht zwei-, sondern gleich dreimal. --tst/ake
