CHLOSCHTERGEISCHT
07.08.2026 Muri, KolumneDie 1.-August-Feier in Muri hat bereits bei ihrer zweiten Auflage eine Strahlkraft weit über die Kantonsgrenze hinaus. Das hat auch eine ganze Hochzeitsgesellschaft vernommen. Als sie dann noch erfuhren, dass es in Muri an der Feier einen paradiesischen Kinderspielplatz hat, ...
Die 1.-August-Feier in Muri hat bereits bei ihrer zweiten Auflage eine Strahlkraft weit über die Kantonsgrenze hinaus. Das hat auch eine ganze Hochzeitsgesellschaft vernommen. Als sie dann noch erfuhren, dass es in Muri an der Feier einen paradiesischen Kinderspielplatz hat, verlegten sie ihre Feier kurzerhand ins Freiamt. Während die Erwachsenen etwas gegen den Hunger und Durst unternahmen und sich gesellig unterhielten, planschten die Kinder im aufgestellten Bassin oder rannten nach Herzenslust und Laune durch die aufgestellten Wasserspiele, tobten sich auf der Hüpfburg aus oder versuchten sich im Büchsenwerfen. Doch das wissen die Murianer: Muri ist immer für eine Attraktion gut. So ist zu hoffen, dass die Veranstalter einen Weg finden, den Anlass weiterzuführen.
Dass es trotz des morgendlichen Regens am Nationalfeiertag nicht wirklich kühler war, merkte auch die engagierte Ostschweizer Musik. Die Familienkapelle «Total Allenspach», spielte am Nachmittag und am Abend auf. Da kann es schon passieren, dass man bei der Hitze etwas durcheinanderkommt. Vater Renato Allenspach lud auf alle Fälle die Besucher der Feier zur «Neujahrsansprache» ein.
Er bemerkte dies sofort und korrigierte sich gleich selbst. Der eine oder die andere in der Festgemeinde hat sich dann gefragt, ob die Kinder des Lampionumzugs wohl das Räbeliechtli-Lied auf ihrem Weg zum kühlen «Feuer» singen. Eine Ohrenzeugin kann bezeugen: Es wurde nicht gesungen.
Gesungen wurde stattdessen an der Bundesfeier in Boswil. Traditionellerweise natürlich die Nationalhymne – drei der vier Strophen. «Der heissen Temperaturen wegen», meinte Gemeindeammann Michael Weber. So stellten sich der Redner Oliver Eichenberger, der örtliche Schlagersänger «Hugo von Boswil» und Gemeindeammann Weber auf, um die Hymne anzustimmen. Natürlich folgten die über 200 Gäste und sangen lauthals mit. Ein gelungener Anlass, natürlich nicht nur der Hymne wegen. Ein einziger kleiner Wermutstropfen bleibt. Die drei Fahnenstangen in der Arena blieben an diesem Abend nackt.
Ohne Schweizer, Aargauer und Boswiler Fahne. Das ging wohl vergessen. Obwohl die Fahnen an der Bundesfeier wohl einen ihrer ganz rar gewordenen Auftritte gehabt hätten.
Genossen hat es die Boswiler Bevölkerung auch ohne die drei grossen Fahnen. Erst recht, weil die Ortsbürgergemeinde den Anlass unterstützt und allen Teilnehmenden einen Gutschein für Konsumationen offeriert. Eine tolle Geste. «Es ist auch möglich, diesen nicht einzulösen», meinte indes Gemeindeammann Michael Weber und erntete im Publikum doch ein paar fragende Blicke. Stattdessen könne man den Gutschein in ein Sammelheft einkleben. «Wer dieses Sammelheft voll hat, bekommt von mir höchstpersönlich 100 Franken», stellte er in Aussicht. Von was für einem Sammelheft er sprach, was darin gesammelt werden muss und wie viele Exemplare davon, behielt Michael Weber aber noch für sich. «In welcher Form das genau passiert, besprechen wir noch im Gemeinderat.» Eingelöst hat den Gutschein wohl dennoch die ganz grosse Mehrheit der Gäste. Investiert in ein kühles Getränk bei den warmen Temperaturen oder in Währschaftes vom Grill. So, wie es sich für eine gelungene Bundesfeier eben gehört.
--vaw/ake
