Jahreskonzert der Brass Band Auw sorgt für Begeisterung
Am letzten März-Wochenende lud die Brass Band Auw zweimal in die Mehrzweckhalle zum Jahreskonzert. Das Publikum goutierte die musikalischen Darbietungen jeweils mit lautem Applaus.
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Jahreskonzert der Brass Band Auw sorgt für Begeisterung
Am letzten März-Wochenende lud die Brass Band Auw zweimal in die Mehrzweckhalle zum Jahreskonzert. Das Publikum goutierte die musikalischen Darbietungen jeweils mit lautem Applaus.
Ruft der Musikverein zum Jahreskonzert, dann ist die Mehrzweckhalle bei beiden Vorstellungen schnell ausverkauft. Die Platzanweiserin kommt dabei nicht wegen des Andrangs ins Schwitzen, sondern vielmehr, weil sie praktisch alle der Einlass begehrenden Menschen kennt. Ein kurzer Schwatz muss einfach sein. Die Brass Band aus Auw ist der Stolz des Dorfes. Im laufenden Jahr möchte die Band am Eidgenössischen Musikfest in Biel (14. bis 17. Mai) für einen guten Rang sorgen und so die Auwer stolz machen.
Die Auwer Bläser spielen am 16. Mai am Morgen vor einer Jury. Sie schrieben sich in der zweiten Klasse ein. Das frei wählbare Musikstück haben die Besucher und die Besucherinnen des Jahreskonzerts bereits gehört – «Lions of the Legend» von Thierry Deleruyelle. Die Löwen sind ab dem ersten Takt richtig laut.
Vielseitige Band
Interessant ist, dass die Musikvereine ihre Spielklasse selbst wählen können. Es ist für den Zuhörer des Jahreskonzerts schwierig zu beurteilen, in welche Kategorie die Auwer Brass Band gehört. Was aber ist: Die Blasmusikanten und Blasmusikantinnen sind vielseitig. Die dargebotenen neun Lieder sind einmal laut und dann etwas leiser. Sie decken zudem die verschiedensten Musikrichtungen ab. Das Stück «Olympic Spirit» von John Williams kommt – wie es sich für einen viel beschäftigten US-Filmmusikschreiber gehört – ohne laute Passagen nicht aus. Dass sich das Daherkommen nicht unbedingt verallgemeinern lässt, zeigte sich im Elvis-Presley-Evergreen «Can’t Help Falling in Love». Das Melancholische, das die Trompete so schön ausdrückt, kam in der Mehrzweckhalle Auw gut zur Geltung.
Im Saal hörte auch Christoph Villiger zu. Zum ersten Mal seit 40 Jahren kann er nicht auf der Bühne alles geben. Eine Verletzung am rechten Arm zwang ihn zur Inaktivität. Seine Vereinskollegen versuchen, ihn aufzumuntern: «Du darfst heute einmal zuhören.» Klar ist: Christoph Villiger steigt wieder auf die Bühne, sobald sein rechter Arm, der jetzt noch geschient ist, sich wieder frei bewegen kann. Einmal Blasmusiker, immer Blasmusiker.
Fokus auf die Jugend
Das Kommen und Gehen aktiver Blechmusikanten sorgt dafür, dass der Verein seit seiner Gründung im Jahr 1881 immer noch aktiv ist. Dieses Weiterreichen der Blasmusikinstrumente fördert die Brass Band Auw nach Kräften. Die Aktion läuft unter dem Titel «Gäch mit Bläch». Der Verein versucht auf diesem Wege für Nachwuchs zu sorgen. Das Angebot spricht alle an: Anfänger, Wiedereinsteiger und sonst Interessierte. Sie können sich im Gruppenunterricht auf verschiedenen Blechblasinstrumenten üben. Die Leitung ist professionell. Der jüngste Teilnehmer der Übungsgruppe war sieben Jahre alt, der älteste (sein Vater) feierte schon seinen 38. Geburtstag.
Kurs startet im Oktober
Die Darbietung des Blechinstrument-Nachwuchses kam sehr gepflegt daher. Patrick Steiner, Dirigent der Hoffnungsträger, sagte nach der Darbietung entschuldigend: «Sie waren ein wenig nervös.» Das mag stimmen, aber die flatternden Nerven wirkten sich nicht auf ihr Spiel aus. Der nächste Kurs für die Blechmusikfrischlinge geht ab Oktober in eine neue Runde. Hilfreich ist, dass jeweils neben Patrick Steiner mit Marco Imbach noch ein weiterer Profi zugegen ist. Dieser spielt bei der Brass Band Auw mit und kann dem Nachwuchs über alles Auskunft geben, was die Blechmusik ausmacht. --mam