Auf der grossen Bühne bestanden
05.06.2026 Dottikon, Region UnterfreiamtDie Brass Hoppers spielten mit der Swiss Armed Forces Brass Band
Die Brass Hoppers der Musikschule Dottikon/Kreismusikschule Seetal meisterten ihren Auftritt – gemeinsam mit der Swiss Armed Forces Brass Band im Rahmen der «Youth Tour 2026» mit Bravour. Die ...
Die Brass Hoppers spielten mit der Swiss Armed Forces Brass Band
Die Brass Hoppers der Musikschule Dottikon/Kreismusikschule Seetal meisterten ihren Auftritt – gemeinsam mit der Swiss Armed Forces Brass Band im Rahmen der «Youth Tour 2026» mit Bravour. Die Aula Risi ist bis auf den letzten Platz ausverkauft.
Wer bei Militärmusik nur an Märsche denkt, wurde in Dottikon eines Besseren belehrt. In der Aula des Schulhauses Risi zeigte sich, wie farbig, dynamisch und mitreissend moderne Blasmusik sein kann. Unter dem Titel «Two Bands – One Concert» trafen im Rahmen ihrer «Youth Tour 2026» die Swiss Armed Forces Brass Band auf die Brass Hoppers der Musikschule Dottikon / Kreismusikschule Seetal. Der Saal war proppenvoll: Rund 450 Besucherinnen und Besucher wollten sich den Anlass nicht entgehen lassen.
Herausforderung angenommen und bestanden
Die lokale Verankerung prägte den Konzertabend. Die Idee zur Bewerbung für die Youth Tour kam von Marina Geissbühler, Leiterin der Kreismusikschule Seetal. Hansruedi Probst, Leiter der Brass Hoppers, nahm die Herausforderung gerne an. Daraus entstand ein Projekt, das weit über einen gewöhnlichen Auftritt hinausging. In intensiven Proben wurden die jungen Musikerinnen und Musiker an ein hohes Niveau herangeführt. Aus anfänglichem Respekt wurde nach und nach Sicherheit, am Ende meisterten die Brass Hoppers die Aufgabe mit Bravour.
Auch organisatorisch verlangte der Grossanlass einiges ab. Ursprünglich war das Konzert ohne Platzreservation geplant. Wegen der starken Nachfrage musste doch eine Anmeldung mit festen Plätzen eingeführt werden. Da die Brass Hoppers kein Verein sind, fehlte eine eingespielte Helferstruktur. Vieles rund um das Konzert wurde von Eltern, Angehörigen, Freiwilligen und Nahestehenden getragen.
Im ersten Teil bewiesen die Brass Hoppers musikalische Bandbreite. Das Programm reichte von Jazz über Mani Matters «Sidi Abdel Assar vo el Hama» bis hin zu klassischer Musik von Dvoˇrák. Unterstützt wurden sie vom Kinderchor Villmergen unter der Leitung von Manuela Gradinger.
Bestens auf den Auftritt vorbereitet
Die Kinder sangen aus voller Kehle «Another Brick in the Wall» von Pink Floyd und setzten damit einen überraschenden Akzent. Die bekannte Zeile «leave them kids alone» wurde zum Glück nicht wörtlich genommen: Vielmehr zeigte sich, wie hier sorgfältig junge Talente begleitet, gefördert und auf die grosse Bühne vorbereitet werden.
Mit grosser Klangfülle
Nach der Pause setzte die Swiss Armed Forces Brass Band unter der Leitung von Philipp Werlen einen Kontrast. Unverstärkt, aber trotzdem mit riesiger Klangfülle und festlicher Wucht füllte sie die Aula. Mit «Once Upon a Time» nahm die Formation das Publikum mit auf eine musikalische Märchenreise. Tempo, Präzision und wechselnde Dynamik machten klar, weshalb die Militärmusik für Nachwuchskräfte attraktiv sein kann. Für einige Mitglieder der Brass Hoppers könnte ein solcher Abend ein Sprungbrett Richtung Schweizer Armeespiel sein.
Besonders eindrucksvoll wirkte der Schlussteil, als rund 70 Musikerinnen und Musiker gemeinsam auf der Bühne standen. Die jungen Hoppers und die Swiss Armed Forces Brass Band harmonierten überzeugend. Im Saal wirkte alles konzentriert, sicher und auf den Punkt. Hinter den Kulissen herrschte dagegen eine lockere, gelöste Stimmung. Gerade dieser Gegensatz machte den Reiz aus: ernsthafte musikalische Arbeit ohne steife Atmosphäre.
Das Publikum dankte es mit lang anhaltendem Applaus. Mehrfach brandete dieser nach den Stücken auf und wollte kaum enden. Die Freude über das Zusammenspiel war allen Beteiligten anzumerken. Nach gut zwei Stunden traf man einen stolzen und gelösten Hansruedi Probst. Sein Fazit fiel herzlich aus: «Ich bin stolz auf die jungen Menschen, es war ein tolles Projekt.» Der Abend zeigte eindrücklich, was Nachwuchsförderung leisten kann, wenn lokale Musikschulen, engagierte Lehrpersonen, Familien, Freiwillige und die Schweizer Militärmusik zusammenspannen. --str


